Positive Tests auf SARS-Cov-2 werden derzeit auf eine mögliche Mutation überprüft. In Dortmund hat das Folgen für den Ablauf der Quarantäne. © dpa
SARS-CoV-2

Corona-Mutanten: In Dortmund gelten verschärfte Quarantäne-Regeln

In dieser Woche hat eine mutierte Variante des Coronavirus Dortmund erreicht. Auch im Umfeld einer Kita gibt es einen Fall. Die Quarantäne-Regeln wurden verschärft.

Seit dem 3. Februar ist eine mutierte Variante des Coronavirus auch in Dortmund nachgewiesen. In sechs Fällen wurde der Erreger des Typs B.1.1.7. bisher entdeckt.

Nun gibt es nach Informationen dieser Redaktion einen Verdachtsfall im Umfeld einer Kindertagesstätte. Bei einer engen Familienangehörigen einer Erzieherin soll die mutierte Virus-Variante nachgewiesen worden sein.

Die Erzieherin befindet sich als Kontaktperson ersten Grades derzeit noch in Quarantäne, soll aber in der nächsten Woche ihre Arbeit mit den Kindern wieder aufnehmen.

Gesundheitsamt liegt kein Fall vor – Dringender Aufruf, sich zu melden

Das löst im Umfeld der Kita die Sorge aus, dass sich die Virus-Mutation weiterverbreiten könnte – wie es bereits in mehreren Städten in NRW, etwa in Köln, zuletzt der Fall war.

Stadtsprecherin Anke Widow teilt auf Anfrage dieser Redaktion allerdings mit, dass dem Gesundheitsamt kein Fall in Bezug auf eine Virusvariante und eine mögliche Kontaktperson bekannt sei.

„Das Gesundheitsamt bittet dringend alle, die einen engem Kontakt zu einem oder einer Infizierten hatten oder haben, sich schnellstmöglich beim Gesundheitsamt zu melden“, sagt Stadtsprecherin Anke Widow.

Quarantäne nach Infektion mit mutiertem Virus kann nicht verkürzt werden

Schon jetzt gelten bei Infektionsfällen mit nachgewiesener Virusmutation andere Regeln für die Quarantäne.

Ein entscheidender Unterschied zur „herkömmlichen“ Corona-Infektion: Die Betroffenen können ihre Quarantänezeit nicht am zehnten Tag vorzeitig durch eine „Freitestung“ verkürzen. Kontaktpersonen von Infektionsfällen mit nachgewiesener Virusmutation gehen in allen Fällen mindestens 14 Tage in Quarantäne.

Beenden kann die Quarantänezeit nur das Gesundheitsamt. Voraussetzung dafür sind laut Stadtsprecherin Anke Widow Symptomfreiheit über mindestens 48 Stunden hinweg sowie ein negativer PCR-Test. Bei einer „normalen“ Corona-Quarantäne ist ein Schnelltest ausreichend.

Im Verdachtsfall im Umfeld der Dortmunder Kita sind viele Details aktuell nicht aufzuklären – etwa, ob die Familienangehörige der Erzieherin in einer anderen Stadt lebt und der Fall deshalb nicht in Dortmund bekannt ist.

Gesundheitsamt rechnet damit, dass alle Mutationen in Dortmund auftreten werden

Der dringende Appell des Gesundheitsamts, sich zu melden, unterstreicht aber, dass das Thema Mutationen in den nächsten Wochen in Dortmund akut bleiben wird. Stadtsprecherin Anke Widow sagt: „Das Gesundheitsamt rechnet mit einer steigenden Anzahl nachgewiesener Infektionsfälle mit Virusmutationen sowie mit verschiedenen Virusvarianten.“

Aktuell werden drei mutierte Virentypen nach ihrem örtlichen Ursprung unterschieden: der englische, der brasilianische und der südafrikanische.

Die Mutationen werden vor allem deshalb als gefährlich eingestuft, weil sie sich schneller verbreiten als anderen Formen. Zudem könnten sie die Wirksamkeit der Impfstoffe beeinträchtigen. Es gibt bisher keine Belege dafür, dass sie für einen schwereren Verlauf sorgen.

In Köln ist die Mutation bereits in vier Kitas aufgetreten

In immer mehr Städten und Landkreisen in Deutschland treten seit Ende Januar Virus-Mutationen auf. In Köln waren Ende Januar in vier Kindertagesstätten Fälle aufgetreten. Dort bietet die Stadt Kita-Mitarbeitern jetzt Gurgel-Schnelltests an.

Der Kreis Düren im Rheinland und die rheinland-pfälzische Stadt Ludwigshafen haben nach größeren Ausbrüchen ihre Quarantäne-Regen verschärft.

Die Bundesregierung hat für die zweite Februar-Woche eine Datenübersicht zur Verbreitung der Virus-Mutationen angekündigt.

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Redaktion Dortmund
Seit 2010 Redakteur in Dortmund, davor im Sport- und Nachrichtengeschäft im gesamten Ruhrgebiet aktiv, Studienabschluss an der Ruhr-Universität Bochum. Ohne Ressortgrenzen immer auf der Suche nach den großen und kleinen Dingen, die Dortmund zu der Stadt machen, die sie ist.
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Felix Guth

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