Corona-Lockerungen machen Dortmunds Stadtspitze Sorgen

Coronavirus

Trotz wieder steigender Corona-Infektionszahlen gibt es weitere Lockerungen von Schutzmaßnahmen durch das Land. Bei Dortmunds Stadtspitze löst das wenig Begeisterung aus.

Dortmund

, 14.06.2020, 17:50 Uhr / Lesedauer: 1 min
Sozialdezernentin und Chefin des Corona-Krisenstabs Birgit Zoerner bei einer Veranstaltung.

Sozialdezernentin und Chefin des Corona-Krisenstabs Birgit Zoerner bei einer Veranstaltung. © Archiv

Familienfeste und Versammlungen sind wieder möglich, Saunen und Trödelmärkte können wieder öffnen. Das ist nur ein Teil der Lockerungen mit der neuesten Corona-Schutzverordnung des Landes, die ab Montag (15.6.) gilt. Bei Dortmunds Stadtspitze löst das Sorgen aus.

Ihr gehen die Lockerungen deutlich zu schnell, erklärte Sozialdezernentin Birgit Zoerner, die auch Leiterin des städtischen Krisenstabs ist, am Freitag. „Uns ist wichtig, dass nicht Geschwindigkeit das wichtigste Ziel ist, sondern weiterhin der Infektionsschutz“, sagte sie.

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So sieht es auch der Ärztliche Direktor des Klinikums Dortmund, Prof. Dr. Thomas Schwenzer. „Jede Lockerung macht auch aus Krankenhaus-Sicht Sorgen“, erklärte er: „Denn die Situation wird unkalkulierbarer.“

Infektionszahlen sind in Dortmund wieder gestiegen

Die Kritik ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass die Infektionszahlen in Dortmund zuletzt wieder gestiegen sind. Selbst wenn man Ausbrüche mit einer Reihe von Erkrankungen wie zuletzt im Klinikum als Sonderfälle nicht berücksichtigt, liege man nun wieder bei einem Schnitt von drei bis vier Fällen pro Tag, erklärte Gesundheitsamts-Leiter Dr. Frank Renken.

Die Experten der Stadt führen die gestiegenen Infektionszahlen auf die bisherigen Lockerungen zurück. Zoerners Trost: Insgesamt liege Dortmund im Vergleich der Großstädte bei den Infektionsraten weiterhin kurz vor Bielefeld am Ende der Tabelle.

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