Corona-Lage am Gymnasium: Vier Personen in Quarantäne, 50 zu Hause

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Zwei Schüler des Heinrich-Heine-Gymnasiums sind positiv auf Corona getestet. Sie sind in Quarantäne, auch zwei Kontaktpersonen. 50 weitere Schüler und Lehrer bleiben bis Freitag zu Hause.

Nette

, 28.10.2020, 16:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der zweite Schultag nach den Herbstferien hatte es in sich: Die Nachricht von zwei mit dem Coronavirus infizierten Schülern schreckte die Schulgemeinschaft am Heinrich-Heine-Gymnasium (HHG) in Nette auf.

Nicht nur die beiden positiv getesteten Schüler, auch zwei direkte Kontaktpersonen befinden sich in Quarantäne. „Darunter ist unsere Schulkrankenschwester, was für uns besonders bitter ist“, berichtet Schulleiterin Susanne Köhnen am Mittwoch im Gespräch mit dieser Redaktion.

Die Rektorin hat alle Eltern, Schüler und das Kollegium am Dienstagvormittag sofort über die Corona-Lage per E-Mail informiert. In diesem ersten Rundbrief war nur von einem Corona-Fall die Rede. „Das zweite Test-Ergebnis kam erst am Abend“, erklärt die Schulleiterin.

Eine Klasse und ein Kurs bleiben bis Freitag zu Hause

Sicherheitshalber habe sie am Dienstag eine Klasse und einen Kurs, die beide mit den Erkrankten schulischen Kontakt hatten, bis einschließlich Freitag nach Hause geschickt. „Das sind rund 50 Schüler und Lehrer“, so die Rektorin. Insgesamt besuchen 860 Kinder und Jugendliche das HHG, 65 Lehrer arbeiten dort.

Susanne Köhnen, Rektorin des Heinrich-Heine-Gymnasiums, informiert transparent über die Corona-Lage an ihrer Schule.

Susanne Köhnen, Rektorin des Heinrich-Heine-Gymnasiums, informiert transparent über die Corona-Lage an ihrer Schule. © Ilka Bielefeld

Einige Eltern seien sehr besorgt und hätten sie aufgefordert, die Schule zu schließen, berichtet Susanne Köhnen. „Das darf ich aber gar nicht. Es ist wichtig, dass wir alle Ruhe bewahren und die Nerven behalten, deshalb versuche ich, alle so transparent wie möglich zu informieren“, erklärt Susanne Köhnen.

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An dem Gymnasium in Nette seien es die ersten Corona-Fälle. „Wir sind hier sehr hart in unseren Hygienemaßnahmen, deshalb sind auch alle Lehrer, die zur Risikogruppe gehören, im Einsatz. Die Schüler haben kompletten Unterricht“, berichtet die Schulleiterin. Alle hätten sogar durchgängig Masken getragen. „Aber es war trotzdem zu befürchten, dass es uns irgendwann erwischt.“

Mischung aus Live-Unterricht und Selbststudium

Leicht sei die Situation für das Kollegium nicht, und das schon seit Monaten. „Alle hier geben 120 Prozent, es ist ein Zustand aus Anspannung und zerrissen werden“, sagt Susanne Köhnen. Ein Lehrer habe es gestern so formuliert: „Es ist erst der zweite Tag nach den Herbstferien, aber es fühlt sich so an, als seien wir zwei Tage vor den Weihnachtsferien.“

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Alle Schüler, die sich aktuell in Quarantäne und zu Hause aufhalten, bekämen nun eine besondere Form des Distanzunterrichts. „Es ist eine Mischung aus Live-Unterricht und Selbststudium, fast der gesamte Stundenplan wird in Echtzeit abgebildet“, erklärt Susanne Köhnen. Damit wolle das Gymnasium auch seinem Anspruch als „digitale Schule“ gerecht werden. Seit zwei Wochen darf sich die Schule offiziell so nennen – laut Köhnen als einzige in Dortmund.

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