Mehr als 1500 Badegäste in Deusen: Wäre das eine Großveranstaltung?

dzFreibad Hardenberg

Noch immer fehlen genaue Vorgaben für die Freibad-Öffnung in Dortmund. Stattdessen gibt es laut Freibad-Betreiber Sportwelt Dortmund nur wahnwitzige Empfehlungen.

Deusen

, 15.05.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bereits in der vergangenen Woche schloss Michael Dominik von der Sportwelt Dortmund gGmbH eine Freibad-Öffnung am 20. oder 30. Mai aus. Zwar gebe es entsprechende Corona-Lockerungen, jedoch keinerlei Vorgaben, wie sich Bad-Leitung und -Mitarbeiter sowie Badegäste zu verhalten haben, so Dominik.

Und auch jetzt (Stand 15.5.) gibt es für die Freibäder der Sportwelt in Deusen, Hombruch, Wellinghofen und am Signal Iduna Park noch keinen Eröffnungstermin.

„Das liegt daran, dass wir einen tollen Ministerpräsidenten haben, der Termine nennt, aber keine Durchführungsbestimmungen gibt“, sagt Jörg Husemann von der Sportwelt. Auch der Krisenstab der Stadt Dortmund, der sich an den NRW-weiten Vorgaben orientiere, habe dementsprechend in seiner Konferenz am 14. Mai (Donnerstag) keine neuen Informationen für die Freibäder herausgegeben.

Freibäder wären vorbereitet

„Wir befinden uns weiterhin vollkommen in der Schwebe“, sagt Jörg Husemann. Trotzdem hat die Sportwelt ihre Freibäder auf eine mögliche Öffnung vorbereitet. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, sobald wir vernünftige Regeln und das Go bekommen, können wir öffnen.“

Derzeit gebe es lediglich Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen. Darin seien beispielsweise 15 Quadratmeter Liegefläche pro Person vorgesehen, so Michael Dominik. Das Freibad Hardenberg in Deusen könnte somit 1567 Badegäste empfangen.

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Doch einerseits sei noch unklar, ob das Freibad mit seinen Rutschen als Spaßbad zähle und somit frühestens am 30. Mai öffnen dürfte. „Andererseits sind wir laut der bisherigen Regeln bei über 1000 Leuten im Bereich einer Großveranstaltung – und die sind bis zum 31. August verboten“, sagt Jörg Husemann.

Das Freibad dann noch kurz vor Saisonende zu öffnen, sei unrealistisch. Zudem gebe es nicht nur im Liege-Bereich Regeln, sondern auch im Wasser. Maximal 300 Menschen dürften in Deusen ins Becken – allerdings ohne Bewegung.

Wenn pro Schwimmer 10 oder 15 Quadratmeter eingeplant werden, sind es nur noch 180 beziehungsweise 120 Menschen, die sich gleichzeitig im Wasser aufhalten, aber einander auch nicht zu nahe kommen dürfen.

Das Warten auf Regeln geht weiter

„Es ist ohnehin schon oft so, dass den Anweisungen des Personals keine Folge geleistet wird“, sagt Jörg Husemann. „Wie sollen unsere Mitarbeiter dann bei einer Becken-Zugangskontrolle durchsetzen, dass der 121. oder 181. dann nicht mehr ins Wasser springt?“

Eine Freibad-Öffnung hält Jörg Husemann nur mit sehr wenigen Beschränkungen für realistisch und überhaupt stemmbar. Am 25. Mai (Montag) ist er zu einer Sitzung des Krisenstabs eingeladen. „Ich hoffe, dass es dann Informationen gibt.“

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