Die Polizei in Dortmund unterstützt das Ordnungsamt bei der Kontrolle zur Einhaltung von Corona-Regeln. © Stephan Schütze (A)
Corona-Verstöße

Corona-Knöllchen: Die Zahl der Polizei Dortmund überrascht

Verlieren Alltags-Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie an Akzeptanz unter den Bürgern? Die Polizei in NRW hat einen erheblichen Anstieg der Verstöße festgestellt. So ist die Lage in Dortmund.

Es geht um die Woche vom 12. bis 18. Oktober. Innerhalb dieser Zeit hat die Polizei in Nordrhein-Westfalen fast 200 Ordnungswidrigkeiten im Zusammenhang mit Corona registriert – nach „nur“ zehn Verstößen in der Vorwoche. Das berichtete ein Sprecher des NRW-Innenministeriums in Düsseldorf auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Darüber hinaus habe die Polizei 15 Strafanzeigen erstattet, mehr als doppelt so viele wie in der Woche zuvor (7). Insgesamt wurden 644 Menschen ertappt, die sich nicht an die Auflagen hielten. In der Vorwoche waren es 245.

Fragt man aber bei der Polizei in Dortmund nach, sieht das Bild vor Ort zumindest in absoluten Zahlen anders aus. In der Woche vom 5. bis 11. Oktober schrieb die Dortmunder Polizei eine Ordnungswidrigkeits-Anzeige, in der Woche darauf waren es drei, teilte Polizeisprecherin Dana Seketa auf Anfrage mit: „Auch unsere Zahlen zeigen demnach zwar einen Anstieg, liegen aber insgesamt auf niedrigem Niveau.“

Keine Erklärung für niedrige Zahl

Eine Erklärung für die niedrige Zahl der Ordnungswidrigkeitsanzeigen, die die Polizei (nicht das Ordnungsamt) in der drittgrößten Stadt in NRW im Vergleich zum Rest des Bundeslandes feststellte, hat Seketa nicht.

Nur eine Vermutung: Möglicherweise liege das an unterschiedlichen Konzepten zur Überwachung der Regeln. Anders als in vielen anderen Kommunen sei in Dortmund die Stadt federführend bei den Kontrollen zur Einhaltung der Corona-Maßnahmen. „Wir leisten hier nur Unterstützung“, sagte Seketa. Eine hieb- und stichfeste Erklärung habe sie aber nicht.

Sofern Dortmunder Polizeibeamte etwa im Rahmen der Streifentätigkeit eigenständig Feststellungen gegenüber Corona-Rebellen träfen, würden sie nach eigenem Ermessen tätig. „Hierzu liegen jedoch keine validen Daten vor“, so die Polizeisprecherin.

2806 Bußgeldbescheide seit Beginn der Pandemie

Die Stadt konnte auf Anfrage bislang nicht sagen, ob sie in den beiden besagten Vergleichswochen mehr oder weniger Ordnungswidrigkeiten festgestellt oder Bußgeldbescheide ausgestellt hat. Stadtsprecher Christian Schön verwies auf die aktuelle Arbeitsbelastung des Ordnungsamtes. Es könne derzeit keinen Mitarbeiter für diese „händische Recherche“ abstellen.

So viel ist aber bekannt: Seit Beginn der Pandemie bis zum 13. Oktober hat es vom Dortmunder Ordnungsamt 2806 Bußgeldbescheide wegen Corona-Verstößen gegeben. NRW-weit wurden seit Beginn der Kontrollen am 25. März fast 14.000 Ordnungswidrigkeiten registriert.

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
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Gaby Kolle

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