Das Seniorenheim Weiße Taube hat seinen Standort bisher noch in Kirchhörde. Bald schon aber soll es nach Barop ins Luisenglück umziehen. © Marie Rademacher (Archivbild)
Corona-Impfung

Corona-Ausbruch in Pflegeheim in Dortmund – Bewohner schon geimpft

In einem Pflegeheim in Dortmund gibt es einen größeren Corona-Ausbruch. Das Heim gehörte zu einem der ersten in der Stadt, in denen es Impfungen gegen das Coronavirus gab.

Seit der Veröffentlichung dieses Artikels haben wir weitere Informationen zu dem Vorfall gesammelt. Wir haben sie in folgendem Text zusammengefasst:

Der ursprüngliche Text:

Die Impfungen gegen das Coronavirus laufen seit Ende Dezember. In einem Dortmunder Seniorenheim, dessen Bewohner bereits geimpft worden sind, sind nun mehrere Neuinfektionen nachgewiesen worden. Die Situation belastet Bewohner, Angehörige und Mediziner.

Am 29. Dezember waren in dem städtischen Seniorenheim „Weiße Taube“ in Kirchhörde Impfungen gegen das Coronavirus durchgeführt worden. Laut Stadtsprecherin Anke Widow habe es unmittelbar davor eine Überprüfung von Infekt-Symptomen wie Fieber sowie Vorerkrankungen und Allergien gegeben.

Die Impfung im Heim war aufwendig vorbereitet worden. Seit einem ersten Corona-Fall im Pflegeheim kurz vor Weihnachten müssen alle Bewohner in ihren Zimmern bleiben, es gilt ein Besuchsverbot.

Seniorenheim in Dortmund: 14 Fälle unter den Bewohnern, ein Fall beim Personal

Inzwischen hat sich das Virus weiter ausgebreitet. Mittlerweile (Stand 7.1.) gibt es 14 Fälle in der Bewohnerschaft und einen Fall beim Pflegepersonal. Die Stadt Dortmund bestätigte am Donnerstag entsprechende Informationen unserer Redaktion.

„Infizierte Menschen sind von der Impfung ausgenommen“, sagt Anke Widow.

Nach der ersten Impfung ist noch eine Infektion mit dem Coronavirus möglich

Ob sich die seit dem 29. Dezember geimpften Pflegeheim-Bewohner schon vor der Impfung infiziert hatten oder danach, geht aus der Antwort der Stadt Dortmund nicht hervor. Das Virus ist meistens erst einige Tage nach der Infektion im Körper nachweisbar.

Sprecherin Anke Widow schreibt: „Ob die Impfung auf den Krankheitsverlauf Auswirkungen hat, ist nicht belegt. Selbstverständlich wird die Behandlung erkrankter Patienten, die bereits eine Impfung erhalten haben, von den behandelnden Ärzten auch mit Blick auf diese Tatsache individuell in den Blick genommen und ausgerichtet.“

Medizinisch sind Neuinfektionen auch nach der ersten Impfung möglich. Denn vollständig wirksam wird der mRNA-Impfstoff Comirnaty von BionTech/Pfizer erst nach zwei Dosen, die innerhalb von vier Wochen verabreicht werden.

Erste Impfdosis hat nach 7 bis 14 Tagen eine Wirksamkeit von 50 bis 80 Prozent

Das Robert-Koch-Institut (RKI) gibt die Wirksamkeit der ersten Dosis mit 50 bis 80 Prozent an. Die Wirksamkeit bilde sich innerhalb von 7 bis 14 Tagen aus.

Das RKI sieht keine Anhaltspunkte für negative Auswirkungen auf den Krankheitsverlauf und deshalb „keine Gründe“, die Impfung nicht auch in Pflegeheimen anzubieten, in denen es Covid-19-Fälle gibt oder gab.

RKI: Impfungen in Seniorenheimen sind auch sinnvoll, wenn es zeitgleich Covid-19-Fälle gibt

„Aufgrund der Wirksamkeit können vermutlich in solchen Einrichtungen eine relevante Anzahl an Fällen und auch an Todesfällen verhindert bzw. schwere Krankheitsverläufe abgemildert werden“, schrieb das RKI am 6. Januar.

Bei Menschen im Umfeld des Seniorenheims bleibt die Sorge um ihre Angehörigen. Der Redaktion ist ein Fall bekannt, in dem der Gesundheitszustand einer an Covid-19 erkrankten Person als schlecht beschrieben wird.

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Redaktion Dortmund
Seit 2010 Redakteur in Dortmund, davor im Sport- und Nachrichtengeschäft im gesamten Ruhrgebiet aktiv, Studienabschluss an der Ruhr-Universität Bochum. Ohne Ressortgrenzen immer auf der Suche nach den großen und kleinen Dingen, die Dortmund zu der Stadt machen, die sie ist.
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Felix Guth

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