Ronja Henter aus Dortmund studiert an der Ruhrakademie in Schwerte Kunst im Diplomstudiengang. Das Bild zeigt sie vor ihrem Werk „Volcanics“, das in der Online-Ausstellung zu sehen ist. © Ronja Henter
Kunst trotz Corona

Corona als Chance? Londoner Galerie stellt Werke von Dortmunder Künstlerin aus

Für eine junge Künstlerin aus Dortmund ist jetzt ein Traum wahrgeworden: Eine Galerie aus London stellt aktuell ihre Werke aus - und sie sind auf der ganzen Welt zu sehen. Die Resonanz ist groß.

Eine Krise kann auch Innovationen hervorbringen – wie bei der Galerie „Art Number 23“ aus London. Weil deren Türen geschlossen bleiben mussten, haben die Organisatoren virtuelle 3-D-Ausstellungen geschaffen. „New Era“ heißt die aktuelle Schau. Unter den Künstlern: Ronja Henter aus Dortmund.

An der Ruhrakademie in Schwerte studiert die 22-Jährige Kunst im fünften Semester. Über Instagram wird sie Ende 2020 auf die Galerie aufmerksam, und als diese zu Einsendungen aufruft, ergreift die junge Künstlerin ihre Chance – mit Erfolg. „Für mich ist das total bedeutsam, ich habe mich riesig gefreut“, sagt sie.

Zusammen mit den Arbeiten der 29 anderen Künstler aus der ganzen Welt sind ihre Bilder nun online zu sehen. Vor allem hofft Ronja Henter darauf, ein internationales Publikum auf sich aufmerksam zu machen. „Man weiß nie, wer da alles draufklickt, wem meine Werke gefallen.“

Abstrakte Kunst

Bildhauerei und Malerei sind ihre Studienschwerpunkte. „Meine Kunst ist gegenstandlos und abstrakt“, sagt Ronja Henter. „Ich nehme mir nicht vor, was ich mache.“ Unbewusst verarbeite sie Erlebnisse, während sie kreativ sei.

Dabei arbeite sie meist großformatig und mit Spachtel und Schwamm. Je nach Stimmung wähle sie die Farben aus, aber Schwarz und Weiß seien immer dabei: „Schwarz beruhigt mich, für mich ist es keine Farbe der Trauer.“ Der Drang zu Malen, sagt die 22-Jährige, komme in Schüben.

„Druck im Bauch“

Ihren Schaffensprozess beschreibt sie so: „Da ist so ein Druck im Bauch, den ich verspüre. Es ist nicht im Bewusstsein. Ich male Sachen, die aus mir rauskommen.“ Jeden Tag entdecke sie etwas Neues in ihren Werken oder verbinde andere Erinnerungen damit, deshalb dauere es länger, bis sie ihnen Titel geben könne.

Über die sozialen Netzwerke habe sie von anderen Künstlern der Ausstellung bereits viel Lob für ihre Arbeiten erhalten. „Jeder Betrachter sieht etwas anderes darin – das finde ich total spannend.“ Noch bis zum 31. Januar sind ihre Werke auf der Website artnumber23.online zu sehen.

Von Werk zu Werk navigieren

Künstler, Kunstinteressierte und Kuratoren aus der ganzen Welt wollen die Galeristen von „Art Number 23“ zusammenbringen – nur dass der Ausstellungsort kein physischer Raum, sondern eine Website ist. Wie in der analogen Welt können sich Besucher durch die drei Räume bewegen, näher an die einzelnen Arbeiten herantreten und sich von Werk zu Werk bewegen.

Mit Pfeiltasten und Mauszeiger geht es durch die Ausstellung. Weiße Wände und Absperrständer inklusive. Wer sich nicht selbst zwischen den Bildern und Objekten bewegen möchten, entscheidet sich am besten für die geführte Tour. Dabei wechseln die Werke zwar sehr schnell. Aber dafür gibt es ja den Pause-Button.

Skulpturen, Fotografie, Malerei

Zu sehen gibt es vor allem Kreide-, Öl- und Acrylmalerei, aber auch Radierungen, geschnitzte Skulpturen und Fotografien. Informationen zu Werk und Künstler erhalten Betrachter nach dem Klick auf das Bild. Dort ist auch der Link zur persönlichen Website oder dem Instagram-Profil erhalten.

Auf diesem Weg oder über die Galerie können Kaufinteressenten Preise anfragen. Ronja Henters Arbeiten befinden sich in Raum 1. „Was ich von Herzen machen möchte“, sagt die Dortmunderin, „ist mit meiner Kunst Geld zu verdienen“. Ihre ausgestellten Werke sind noch zu verkaufen – für jeweils vierstellige Summen.

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Sarah Bornemann, Jahrgang 1986, arbeitet seit Oktober 2013 als Redakteurin in der Dortmunder Lokalredaktion. Sie hat Journalistik in Leipzig sowie Germanistik und Soziologie in Münster studiert. Für das Volontariat bei Lensing Media kehrte sie nach sieben Jahren ins Ruhrgebiet zurück.
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