Dortmunder Firma will in ganz Europa wachsen - jetzt als AG

dzElektromobilität

Wenn es um das Erreichen der Klimaziele in Europa geht, will eine Dortmunder Firma kräftig mitmischen. Sie setzt auf Elektromobilität und will als AG nun in die Champions League.

Dortmund

, 21.09.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Von außen wirkt das Unternehmen eher unscheinbar. In den Produktionshallen im Brackeler Gewerbegebiet an der Obersten-Wilms-Straße geht aber die Post ab. Fast 6000 Ladesäulen für Elektroautos wurden dort in diesem Jahr bereits hergestellt und ausgeliefert. Im nächsten Jahr sollen es noch deutlich mehr sein.

Mag der (Verbrennungs-)Motor der deutschen Autoindustrie derzeit auch noch so stottern, die Firma Compleo setzt auf Wachstum. Sie kennt seit 2016 auch nichts anderes und glaubt mit ihren derzeit 180 Beschäftigten immer stärker an den Ausbau der Elektromobilität.

Um der Dynamik in diesem Markt zu begegnen, hat sich die Compleo Charging Solutions GmbH nun von der bisherigen Rechtsform der GmbH in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Der Wechsel zur Compleo Charging Solutions AG wurde durch Eintragung in das Handelsregister Dortmund vollzogen.

Compleo: Zahl der E-Autos wird sich verzehnfachen

„Die Umwandlung in eine AG ist für uns ein wichtiger Meilenstein in der Ausrichtung unseres Unternehmens. Sie gibt uns noch mehr Flexibilität, um unsere Wachstumspläne in der gebotenen Geschwindigkeit zu realisieren – sowohl finanzierungsseitig als auch organisatorisch“, sagt der bisherige Geschäftsführer und jetzige Vorstand Georg Griesemann.

In Handarbeit werden die Ladesäulen für Elektroautos bei Compleo in Dortmund gefertigt.

In Handarbeit werden die Ladesäulen für Elektroautos bei Compleo in Brackel gefertigt. Das Unternehmen wächst seit 2016 rasant. © Compleo

Hervorgegangen aus dem traditionsreichen Lüner Elektrobetrieb EBG, ist Compleo heute ein führender Anbieter von technologisch anspruchsvollen AC- und DC-Ladelösungen für Elektrofahrzeuge. Sowohl die AC- als auch die Schnell-Ladesäulen werden eichrechtskonform ausgeliefert. „Wir gehören“, sagt Checrallah Kachouh als zweites Vorstandsmitglied, „zu den innovativsten Anbietern in Europa und wollen in Europa weiter wachsen. Der Ausbau der Elektromobilität ist ein Baustein, um nationale und internationale Klimaziele zu erreichen.“

Nach Angaben der EU, so heißt es in einer Pressemitteilung von Compleo, sind Autos für rund 12 Prozent der gesamten CO2-Emissionen verantwortlich; entsprechend werde die Elektromobilität politisch wie auch finanziell in ganz Europa gefördert. Nach Hochrechnungen geht man bei Compleo davon aus, dass sich die Anzahl der Elektroautos auf Europas Straßen bis 2025 auf rund 13 Millionen Fahrzeuge gegenüber 2019 verzehnfachen wird. „2030 werden es sogar bereits 33 Millionen Fahrzeuge sein“, sagt Georg Griesemann, der jetzt mit Checrallah Kachouh und Jens Stolze, dem bisherigen Manager für das operative Geschäft, ebenfalls Vorstandsmitglied der AG ist.

Compleo wächst trotz Corona rasant

Da die Ladeinfrastruktur einer der Dreh- und Angelpunkte der Elektromobilität ist, wächst auch dieser Markt derzeit rasant. Und die Geschäftsentwicklung von Compleo spiegelt das wider: So wurde bereits im ersten Halbjahr 2020 in etwa das Umsatzniveau des Gesamtjahres 2019 erreicht. Die Corona-Krise geht also an diesem Unternehmen komplett vorbei.

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Dem neu gebildeten Aufsichtsrat gehören drei erfahrene Mitglieder an: Dazu zählen der Compleo-Mitbegründer und Geschäftsführer der EBG group, Dag Hagby, Dr. Bert Böttcher, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer, sowie Mitglied des Aufsichtsrats von KPMG Deutschland, und Ralf Schöpker, Geschäftsführer der Helima Industries GmbH.

„Künftig wollen wir uns noch stärker als führender Anbieter von technologisch anspruchsvollen AC- und DC-Ladelösungen für Elektrofahrzeuge positionieren, sowohl was die Produktentwicklung betrifft als auch bei der Expansion in weitere europäische Märkte. Wir freuen uns zudem sehr, mit Dag Hagby einen erfahrenen Branchenexperten und den Mitbegründer von Compleo an unserer Seite zu haben“, sagt Georg Griesemann.

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