Christine Kather ist die Powerfrau der Husener Gemeinde St. Petrus Canisius

dzSerie „Auf ein Eis mit ...“

Christine Kather (69) ist zwar seit zwei Jahren Rentnerin, aber sie hat eigentlich so gut wie nie Zeit, sagt sie. Bei einem Eis haben wir mit ihr über ihre verschiedenen Jobs gesprochen.

Husen

, 04.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Christine Kather (69) hat gleich mehrere Jobs in der katholischen Gemeinde St. Petrus Canisius. Sie ist Organistin, Küsterin und Chorleiterin in einer Person. Grund genug, mit ihr ein Eis zu essen.

Hallo Frau Kather, wie schaffen Sie das?

Ach, das geht schon. Und ich habe schließlich noch mehr Jobs. Ich helfe meiner Tochter bei der Betreuung meines vierjährigen Enkels, und ich bin Freie Dozentin für Altenpflege bei der DRK Schüren.

Seit wann engagieren Sie sich schon für die Gemeinde in Husen?

Seit 1989, also seit 30 Jahren. Ich konnte damals nur Klavier spielen. Also die ganze Beinarbeit mit den Pedalen fehlte mir. Ich wollte das aber gerne können. Und dabei hat mir der damalige Pfarrer Rudolf Strohbücker geholfen. Der war auch irgendwie ein Unikum. Aber sympathisch. Und eine Orgelstunde kostete immerhin 45 D-Mark.

Und was hat es mit Ihrem Chor auf sich?

Der heißt Cantamus und ist ein reiner Frauenchor. Er hat sich aus einem Tischmütterkreis für die Erstkommunion-Kinder Anfang der 90er gebildet und besteht heute aus etwa 20 Sängerinnen zwischen 40 und 60 Jahren.

Würden Sie noch neue Mitglieder aufnehmen?

Immer. Sie müssen auch gar nicht viel mitbringen. Nur Lust am Singen. Uns ist der gesellschaftliche Aspekt wichtig. Der Chor ist wie ein Freundeskreis, der sich einmal die Woche trifft. Und wer mal ein Problem hat, wird von der Gemeinschaft gestützt. Wer mitmachen will, soll mich anrufen: Tel. 0176-83224079. Wir machen zum Beispiel auch einmal im Jahr einen Ausflug. Am Möhnesee haben wir im vorigen Jahr bei 30 Grad im September „Leise rieselt der Schnee“ fürs Weihnachtskonzert eingeübt. Das war etwas komisch. Am 25. August singen wir übrigens im Gottesdienst. Insgesamt kommen wir im Jahr vielleicht so auf zehn bis zwölf Auftritte.

Sie singen vermutlich meist Kirchenlieder, oder?

Neue geistliche Lieder heißt das offiziell.

Und dann sind Sie auch noch Küsterin. Was sind da Ihre Aufgaben?

Die Messen vorbereiten und die Glocken läuten zum Beispiel.

Aber nicht von Hand, oder?

Nein, das geht heute elektronisch. Aber mein Bruder zum Beispiel hat als Messdiener die Glocken noch von Hand geläutet. Das war jedes Mal ein Riesenspaß für die Jungs.

Sie wohnen ja jetzt in Bergkamen. Vermissen Sie Husen und Kurl nicht?

Ach, nein, das sind ja nur zehn Kilometer. Ich wäre auch niemals weiter weg gezogen. Mein gesamter Freundeskreis wohnt in Husen, und ich gehe dort auch immer noch einkaufen.

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