Thorsten Hoffmann (Archivbild von 2015). © Stephan Schuetze (A)
Bundestagswahl 2021

CDU sucht Kandidaten für Berlin: Ein Prominenter hat schon abgewinkt

Am 26. September sind Bundestagswahlen. Dortmunds SPD und Grüne haben ihre Kandidaten benannt. Die CDU lässt sich mit der Bewerbersuche deutlich mehr Zeit.

Unspektakulär und wenig überraschend hat Dortmunds SPD-Parteivorstand Sabine Poschmann und Jens Peick auf die Kandidatenliste gesetzt. Das war bereits im November 2020. Poschmann, Mittelstandsbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion und seit 2013 in Berlin, soll einmal mehr per Direktmandat den Wahlkreis 143 mit den Stadtbezirken Eving, Scharnhorst, Innenstadt-Nord, Brackel, Aplerbeck und Hörde holen.

Mitstreiter Peick, der zum ersten Mal um den Einzug ins Parlament kämpft, soll sein Glück im Wahlkreis 142 versuchen. Er umfasst die Stadtbezirke Mengede, Huckarde, Innenstadt-West, Innenstadt-Ost sowie Lütgendortmund und Hombruch.

Dort könnte SPD-Vize Peick auf seinen früheren Parteifreund Marco Bülow treffen. Bülow hatte den Wahlkreis zweimal per Direktmandat geholt und ist vor Kurzem in „Die Partei“ des Satirikers Martin Sonneborn eingetreten. Seine Nominierung als Kandidat für den Wahlkreis 142 steht aber noch aus.

SPD und Grüne haben vorgelegt

Berechtige Hoffnungen auf ein erneutes Ticket nach Berlin darf sich Grünen-Arbeitsmarkt- und Rentenexperte Markus Kurth machen: Der Dortmunder Bundestagsabgeordnete hat Ende 2020 bei einer Online-Mitgliederversammlung ein klares Votum für seine Kandidatur erhalten.

Kurth dürfte wie bislang im Wahlkreis 142 auf Stimmenfang gehen – muss aber zuvor noch den offiziellen Parteitag abwarten. Er ist für Ende Februar/Anfang März terminiert. Dort soll dann auch Anke Weber als Grünen-Kandidatin für den Wahlkreis 143 aufgestellt werden. Weber ist Dortmunderin und arbeitet als Professorin an der Hochschule Hamm/Lippstadt.

Während SPD und Grüne ihre Bewerber auf dem Vorschlagszettel haben, gestaltet sich die Suche bei der CDU nach wie vor schwierig. „Wir führen Gespräche“, sagt der kommissarische Parteichef Sascha Mader. Natürlich gebe es Vorschläge aus den Ortsunionen. „Sie müssen aber auch eine realistische Chance haben“, zeigt sich Mader noch zurückhaltend.

Spekulationen um Stephan Wallmeyer

Spekulationen, nach denen CDU-Schatzmeister Dr. Stephan Wallmeyer mit einer Kandidatur liebäugelt, wollte Mader nicht kommentieren. Wallmeyer ist selbstständig und betreibt in der Hörder Burg eine Einrichtung für medizinische Seminare.

Thorsten Hoffmann indes, als Polizeibeauftragter des Landes NRW ein prominentes Gesicht weit über Dortmund hinaus, hat sich inzwischen klar positioniert: Hoffmann, von 2015 bis 2017 im Bundestag vertreten, erklärte in der jüngsten Vorstandssitzung, dass er nicht antreten werde.

Wer soll’s also richten? Laut Mader gebe es für jeden der beiden Wahlbezirke zwei vielversprechende Interessenten. Namen sollen spätestens bei der CDU-Vorstandssitzung im Januar fallen. Mitte Februar soll dann laut Mader Klarheit herrschen. Kopfzerbrechen bereitet aber nicht nur die Kandidatensuche: Beide Bewerber müssen von einem Aufstellungsparteitag bestätigt werden – was bei SPD und Grünen nicht anders ist.

Parteitage unter Corona-Bedingungen

Der CDU-Parteitag ist nach wie vor für Ende Februar angedacht. Dabei besteht für die mehr als 100 Delegierten Präsenzpflicht unter Corona-Bedingungen. Was durchaus machbar ist, wie der städtische Rechtsdezernent Norbert Dahmen auf Anfrage bestätigt. „Für Parteien lässt das Gesetz Ausnahmen zu“, sagt Dahmen.

CDU-Chef Mader möchte gern zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen – und den Nominierungsparteitag zeitlich mit einem ordentlichen Parteitag verknüpfen, auf dem dann auch die Führungsspitzen besetzt werden können.

Auch dafür sieht Dahmen keine größeren Probleme: „Bei den Delegierten beider Parteitage dürfte ein hohes Maß an Personalidentität bestehen“, sagt Dahmen. CDU-Kreisgeschäftsführer Andreas Brausen bastelt bereits an Konzepten: „Man könnte die Kandidaten beispielsweise vorab per Video vorstellen“, sagt Brausen. „Das verkürzt die Redezeit.“

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Jahrgang 1961, Dortmunder. Nach dem Jura-Studium an der Bochumer Ruhr-Uni fliegender Wechsel in den Journalismus. Berichtet seit mehr als 20 Jahren über das Geschehen in Dortmunds Politik, Verwaltung und Kommunalwirtschaft.
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