CDU sucht eine neue Fraktionsspitze im Rathaus - und hat sie vielleicht gefunden

dzParteitag in Dortmund

Personalwechsel an der Spitze der CDU: Ulrich Monegel (65) wird nach der Wahl im September nicht mehr für das Amt des Fraktionsvorsitzenden kandidieren. Ein möglicher Nachfolger ist in Sicht.

Dortmund

, 11.03.2020, 11:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rund 160 Delegierte haben sich für den CDU-Parteitag am kommenden Wochenende (Freitag,13.3., und Samstag, 14.3.) in der Alten Schmiede in Huckarde angekündigt. Mit Spannung wird dabei der Auftritt von Andreas Hollstein (CDU) erwartet: Der Noch-Bürgermeister von Altena stellt sich mit seiner Rede vielen Delegierten zum ersten Mal vor. Er soll bei der Kommunalwahl am 13. September SPD-OB Ullrich Sierau beerben. Seine offizielle Nominierung zum CDU-OB-Kandidaten gilt nur noch als Formsache.

Gleichzeitig kündigen sich beim Parteitag personelle Wechsel für die kommende Ratsperiode an. Das ist abzulesen an der Kandidatenliste (Reserveliste) für die Ratswahl, auf die sich der CDU-Kreisvorstand am Montagabend (9.3.) verständigt hat. Insgesamt 41 Männer und Frauen rangeln darum, einen möglichst sicheren Listenplatz für den Einzug in den nächsten Rat zu ergattern. Das letzte Wort über die Kandidatenliste ist dem Parteitag vorbehalten.

Ulrich Monegel bleibt der Fraktion in zweiter Reihe erhalten

Eine Personalie steht bereits fest: Ulrich Monegel, seit 2009 an der Spitze der Ratsfraktion, wird nach der Wahl nicht mehr als Fraktionsvorsitzender kandidieren. Die Zeit für eine Verjüngung sei nun gekommen, hat sich Monegel bei der jüngsten Sitzung des Parteivorstandes erklärt.

Ins politische Niemandsland verschwindet Monegel als erfahrener Fahrensmann aber nicht: Er will sich die Option „auf eine verantwortungsvolle Aufgabe“ offenhalten. Entweder als stellvertretender CDU-Fraktionschef oder aber als Bürgermeister. Ein Amt, das auch sein politisch erfahrener Parteifreund Manfred Sauer (75) gern weiterhin ausüben würde. Er steht auf Platz elf der CDU-Ratsliste. Eines soll Sauer bereits deutlich gemacht haben: Ein Kampfkandidatur gegen Monegel ums Bürgermeisteramt werde es nicht geben.

Jendrik Suck als Anwärter für die Fraktionsspitze

Um seinen Wiedereinzug in den Rat muss sich Noch-Fraktionschef Monegel keine Sorgen machen: Er steht auf auf Platz zwei der Liste. Platz eins belegt Jendrik Suck (38) aus dem Stadtbezirk Brackel. Suck ist Fraktionsvize, CDU-Sprecher im Personalausschuss und wird bereits seit Langem nicht nur von CDU-Leuten als Anwärter für die Nachfolge von Monegel gehandelt. Sein Spitzenplatz auf der Liste gilt dafür als klares Signal.

Sicheren Boden unter den Füßen haben auch Justine Grollmann (Platz drei), Sascha Mader (vier) sowie Uwe Waßmann (5), Ute Mai (6) und Thorsten Hoffmann (sieben). Der langjährige Finanzexperte Udo Reppin (68) belegt Platz 17 – auch das dürfte aller Voraussicht nach reichen.

CDU holte bei der Kommunalwahl 2014 vier Direktmandate

Zum Vergleich: Bei der Kommunalwahl 2014 zog die Liste bis einschließlich Platz 24. Die CDU holte damals 27,2 Prozent der Stimmen und wurde mit 26 Mandaten zweitstärkste Ratsfraktion nach der SPD (38,2 Prozent der Stimmen und 36 Sitze). Die Grünen, drittstärkste Fraktion, kamen auf 15,4 Prozent und 15 Sitze.

Für die CDU-Aspiranten Ute Mais und Udo Reppin (beide Aplerbeck), Friedrich-Wilhelm Weber (Hörde) und Thorsten Hoffmann (Hombruch) reichte es 2014 auch ohne Listenplatz: Alle vier gewannen ihre Wahlkreise per Direktmandat.

Auf einen ähnlichen Ausgang hofft CDU-Parteichef Steffen Kanitz: „Wir möchten mindestens so viel Stimmen holen wie zuletzt.“ Eine Prognose allerdings mag er nicht abgeben. Zwar würden kommunale Themen in der Regel „hohe Aufmerksamkeit genießen“, sagt Kanitz. Unklar sei aber, ob und wie stark sie von übergeordneten Dingen wie die Flüchtlings- und die Klimafrage oder die Führungskrise in der Bundes-CDU überlagert würden. Ihr Kommunalwahlprogramm will die Dortmunder CDU bei einem Parteitag im Juni beschließen.

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