Carol (21) aus Indien mag, wie liebevoll Deutsche ihre Gärten pflegen

dzFreiwilligenjahr in Dortmund

Eine junge Inderin absolviert derzeit ein Freiwilligenjahr in Dortmund. Dabei lernt sie eine neue Sprache und die Deutschen kennen. Die Corona-Krise hat sie nicht von diesem Plan abgebracht.

Wickede

, 29.08.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Carol Naidu (21) ist hartnäckiger als andere. Als sich die junge Inderin im März am Beginn der Corona-Krise mit der Frage konfrontiert sah, ob sie ihr Freiwilligenjahr in Deutschland fortführen wolle, hat sie „Ja“ gesagt.

Sie glaube, es später womöglich zu bedauern, wenn sie abgebrochen hätte. Daher lebte sie zeitweise ganz allein im Internationalen Volunteers House an der Meylantstraße in Wickede. Platz ist dort für bis zu sechs junge Menschen, die in der Regel vor allem aus Afrika und Asien kommen.

Initiiert wurde das Projekt vom Referat Ökumene im Evangelischen Kirchenkreis Dortmund. Die Kosten tragen der Evangelische Kirchenkreis und die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW). Das Haus gibt‘s seit 2018, Carol Naidu ist der zwölfte Gast dort.

Zu Fuß von Wickede in die City

Die junge Frau, die in Indien Business Administration studiert, fährt jeden Tag mit der U- oder S-Bahn von Wickede in die City, wo sie im Referat Ökumene am Petrikirchhof arbeitet. Sogar zu Fuß hat sie die Strecke schon bewältigt - längs der S-Bahn.

Unter anderem schreibt sie Artikel für einen Blog - zum Beispiel über einen Ausflug zum Schloss Bodelschwingh oder ins „Land der 1000 Berge“, ins Sauerland. Auch ist sie mit der Organisation eines digitalen Stammtisches befasst (dem „Global Ecumenical Hangout“), bei dem sich Menschen aus der ganzen Welt über Themen wie Corona austauschen. Auch ein Deutschkurs dreimal pro Woche bei ihrem Lehrer Tom Laengner gehört zu ihrem Programm.

Voruteile ausgeblendet

Vorurteile über Deutschland habe sie im Vorfeld ihres Aufenthaltes bewusst ausgeblendet, um ihre Reise nicht auf diese Weise belastet anzutreten. Dass die Deutschen zum Beispiel reservierter und kühler sind als die Menschen anderswo, könne sie nicht bestätigen. Sie habe viele sehr freundliche Menschen kennengelernt. Positiv gegenüber ihrer Heimat empfinde sie, dass sie hier keine Angst habe, alleine nach draußen zu gehen. Das sei in Indien anders.

Blog und digitaler Stammtisch

Der Blog, an dem Carol mitschreibt, ist hier zu erreichen, der Stammtisch „Global Ecumenical Hangout“ hier.

Im Referat Ökumene ist die wissenschaftliche Mitarbeiterin Carolin Daubertshäuser eine ihrer Ansprechpartnerinnen. Sie sagt: „Es ist ein bisschen schade, dass Carol gerade jetzt in der Corona-Zeit zu uns kommt. Wir hätten ihr eigentlich gerne noch viel mehr gezeigt.“ Aber ein bisschen was - Stralsund, Berlin und Rügen zum Beispiel - habe sie doch gesehen.

Beeindruckt ist sie zum Beispiel davon, wie schön die Deutschen ihre Gärten herrichten und wie liebevoll sie Blumen pflegen. „Wenn ich zurück in Indien bin, will ich das auf jeden Fall auch machen“, sagt sie.

Das wird zum 1. November sein, dann ist Carol Naidus Jahr in Dortmund rum. Sie wolle aber mit ihren neuen Freunden in Kontakt bleiben und auch weiter mitarbeiten.

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