Café-Inhaber im Kampf gegen Corona: Luftfilter soll „Überleben“ sichern

dzCoronavirus und Gastronomie

Mit Beginn der kalten Jahreszeit wird das coronagemäße Lüften in Gastronomie-Betrieben schwieriger. Luftfilter könnten eine Lösung sein - in einem Dortmunder Café ist nun einer in Betrieb.

Dortmund

, 26.10.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vom Eingang des Café Strickmann ist das neuartige Gerät noch nicht sichtbar, erst beim Durchgang in den größeren Hauptraum kommt es zum Vorschein. „Etwa so groß wie ein Kühlschrank“, beschreibt Geschäftsführer Daniel Hein seine neueste Anschaffung.

Zwischen zwei Tischen platziert soll ein Luftreiniger in dem Dortmunder Café, das in Stadtgarten-Nähe gelegen ist, für saubere - und vor allem virenfreie - Luft sorgen.

Ziel des Betreibers Hein ist es, seinen Gästen und Mitarbeitern Sicherheit und gleichzeitig ein gutes Gefühl zu vermitteln. „Wir wissen nicht, was der optimale Schutz ist“, so Hein, „aber je mehr wir tun, desto besser können wir unsere Gäste schützen.“

Luftfilter soll Gästen die Angst vor der Ansteckungsgefahr nehmen

Seit Beginn der Corona-Zeit sei es leerer geworden im Café Strickmann. „Die Menschen haben Angst“, erklärt Hein.

Zusätzlich zu den allgemeinen Maßnahmen wie stetiger Durchzug, Maskenpflicht bei Betreten des Cafés, Desinfektionsmittel sowie das Sammeln von Kontaktdaten zur Nachverfolgung soll nun der Luftfilter den Viren den Kampf ansagen und den Gästen die Angst nehmen. „Es kann nur die Kombination sein, die den größtmöglichen Schutz bietet“, mutmaßt Hein.

Filter erzielt in Studie der Bundeswehr vielversprechende Ergebnisse

Durch eine Studie der Universität der Bundeswehr in München ist der Café-Betreiber auf das Gerät aufmerksam geworden. In Tests erzielt der Luftfilter der Heinsberger Firma Trotec bisher gute Ergebnisse und verspricht eine zuverlässige Reinigung der Luft. Ein Exemplar steht daher nun im Café Strickmann.

Der Filter funktioniert dabei so, dass er auf einer Seite die verbrauchte Luft einzieht, auf 100 Grad erhitzt und dann in Zimmertemperatur auf der anderen Seite wieder ausstößt. Etwa 2.200 Kubikmeter schafft der Filter so pro Stunde. Dadurch soll die Aerosolkonzentration auch in geschlossenen Räumen unter ein infektiöses Niveau sinken.

Dehoga NRW fordert finanzielle Unterstützung durch die Politik

Doch die Anschaffung dieser Geräte ist teuer. Für den ungefähr 80 Quadratmeter großen Gäste-Raum des Café Strickmann reicht ein Exemplar - doch selbst dafür hat Geschäftsführer Hein bereits 4.500 Euro zahlen müssen.

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Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband NRW fordert daher finanzielle Unterstützungsmaßnahmen von Seiten der Politik - „nicht nur für die Zukunft, sondern auch für bisherige Investitionen“, sagt Lars Martin vom Dehoga Westfalen.

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Außerdem verlangt der Verband, dass technische Anlagen dieser Art für das Gastgewerbe offiziell zertifiziert werden. Ziel sei, so Martin, dass weitere rechtliche Maßnahmen beschlossen werden können, wie zum Beispiel die Reduzierung des Mindestabstandes auf einen Meter. “Raumluftfilter sind nicht das alleinige Mittel zur Rettung der Branche - aber sie sind ein Baustein dafür“, erklärt Martin.

„Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“

Café-Betreiber Hein hofft ebenfalls auf finanzielle Unterstützung, steht dem politischen Entscheidungsprozess jedoch kritisch gegenüber. „Hoffnungen hat man immer“, sagt er dazu - „aber erwarten kann man es nicht.“ Ihm ging bei der Anschaffung darum, seinen Gästen und Mitarbeitern schnellstmöglich mehr Sicherheit zu bieten, anstatt auf das Geld der Politik zu warten.

Außerdem fürchtet er, dass die Nachfrage nach Luftreinigern in naher Zukunft steigen wird. „Wenn es regnet, wollen alle Gummistiefel kaufen. Ich möchte derjenige sein, der schon vor dem Regen vorbereitet ist“, findet Hein eine treffende Metapher. Daher sein Motto: „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.“

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Ob sich die teure Anschaffung des Luftreinigers rechnet? „Nein - was heißt rechnen“, kommt prompt die Antwort von Hein. Jeder Umsatz den wir machen, ist ein Tag länger Überleben. Und wir schaffen es nur zu überleben, wenn wir etwas tun.“

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