BVB-Kneipe in Dortmunder City schließt Türen für immer

dzCorona-Krise

In Dortmund ist wegen der Corona-Krise das Aus der nächsten alteingesessenen Gastronomie besiegelt. Nicht nur Ex-BVB-Spieler, sondern auch Schlager-Stars gehörten dort zum Inventar.

Dortmund

, 08.06.2020, 17:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war stets eine illustre und prominente Gästeschar, die sich da in der Kultkneipe die Türklinke in die Hand gab. Jetzt muss die bekannte Gaststätte nach über zwanzig Jahren den Folgen der Corona-Krise Tribut zollen.

Eine Wiedereröffnung wird es endgültig nicht mehr geben. Das bestätigte Betreiber Frank Chagall zuerst in einem Interview mit der Sport-Live-Sendung „Schlagercouch“.

Soforthilfe nur „ein Tropfen auf den heißen Stein“

Seine Gaststätte „Kronen am Rathaus“ ist in den vergangenen Jahren zu einer festen Institution im Dortmunder Nachtleben geworden. Unter anderem die Schlager-Stars Jürgen Drews und Bernhard Brink sowie die Traditionsmannschaft von Borussia Dortmund waren in dem als „Köpi“ bekannten Familienbetrieb an der Balkenstraße des Öfteren zu Gast.

Kneipe "Kronen am Rathaus" in Dortmund.

Die stadtbekannte Kneipe "Kronen am Rathaus" muss aufgrund der Auswirkungen der Corona-Krise den Betrieb vollständig einstellen. © Marius Paul

Laut Frank Chagall ist damit aber jetzt Schluss: „Es sieht sehr dunkel aus. Ich gehe davon aus, dass wir die Kneipe nicht mehr aufmachen werden“, erklärte der Gastronom noch am Sonntag (7.6.) auf der „Schlagercouch“ von Moderator Uwe Kisker. Der Grund seien die erheblichen Auswirkungen der anhaltenden Corona-Krise. „Die finanziellen Einbußen wird man nicht wieder hereinholen können“, so Chagall.

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Auf Nachfrage dieser Redaktion betonte Chagall am Montag (8.6.) die Endgültigkeit der Entscheidung: „Ich bin leider dazu gezwungen, dass Geschäft vorzeitig aufzugeben. Wir können seit Mitte März die laufenden Kosten nicht mehr bedienen.“

Aufgrund eines Formfehlers im Antrag habe er außerdem keine Soforthilfe von der Bundesregierung erhalten. Doch auch diese hätte an der Schließung nichts mehr geändert: „Wenn man eine Kneipe in der Dortmunder Innenstadt betreibt, dann wäre eine finanzielle Unterstützung in dieser Höhe vermutlich sowieso nur ein Tropfen auf den heißen Stein gewesen“, betonte Chagall.

Notwendige Auflagen nicht umsetzbar

Der einzig positive Aspekt sei, wenn man so wolle, dass der Pachtvertrag ohnehin bald ausgelaufen wäre. Unterdessen habe ihm der Kostenapparat, den der Betrieb einer solchen Gastronomie mit sich bringe, schon einige schlaflose Nächte bereitet.

Das Aus des „Köpi“ hänge dem Dortmunder zufolge insbesondere auch mit den behördlichen Auflagen zusammen: „Unsere Gaststätte lebt vor allem vom Tresengeschäft und da der Platz in unserer Kneipe ohnehin begrenzt ist, können wir beispielsweise die Abstandsregel in unserer Gaststätte gar nicht gewährleisten.“

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Derweil ist Chagall seit Jahren auch in der Musik-Branche unterwegs. Seine Leidenschaft für die Musik habe ihm jetzt auch dabei geholfen, Pläne für die Zukunft zu schmieden: „Dadurch, dass ich in den letzten Jahren häufiger auf Mallorca aufgetreten bin, hat sich die Insel zu meiner zweiten Heimat entwickelt. Deshalb spiele ich jetzt mit dem Gedanken, komplett nach Mallorca auszuwandern. Das war schon immer einer meiner Träume“.

Bereits mehrere Gaststätten in Dortmund geschlossen

Und eine neue Gastronomie in Dortmund? „Das würde ich natürlich bevorzugen“, betonte Chagall. Es habe auch schon Gespräche in diese Richtung gegeben. Die Entscheidung sei dem Gastronom zufolge allerdings nicht leicht: „Das Ausgehverhalten hat sich auch in Dortmund drastisch verändert und deshalb bin ich schwer mit mir am kämpfen, ob ich überhaupt noch einmal hier investieren soll.“

Unterdessen werden die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Gastronomie-Branche somit immer deutlicher. Vor dem „Köpi“ mussten beispielsweise auch schon andere Gaststätten wie das „Cafè Blickpunkt“ in Lütgendortmund oder „Toni´s Ristorante“ in Kirchhörde aufgrund der wirtschaftlichen Ausnahmesituation schließen. Das gleiche Schicksal ereilte das „Lokales“ im Kreuzviertel.

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