BVB-Dauerkarten schlummerten Wochen bei Post

Insgesamt fast 700 Rücksendungen

BVB-Dauerkarten sind begehrt - entsprechend schnell stellt sich ein ungutes Gefühl ein, wenn man vergeblich auf sie wartet: Zwei Wochen lang fahndeten zwei Dortmunder BVB-Fans erfolglos nach den kostbaren Tickets. So lange waren sie im System der Deutschen Post verschollen. Sie sind nicht die einzigen Betroffenen.

DORTMUND

, 05.08.2017, 03:22 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB-Dauerkarten schlummerten Wochen bei Post

Der 45-Jährige und sein Vater warteten zwei Wochen lang auf ihre BVB-Dauerkarten.

Man darf getrost annehmen, dass die Dauerkarte vielen BVB-Fans so wichtig ist wie ihr Personalausweis. Der ist zwar gleich groß, die Dauerkarte ist aber irgendwie von anderem Format. Insofern kann man sich das ungute Gefühl eines 45-jährigen Dortmunders und seines Vaters, 78, vorstellen, die jüngst zwei Wochen nach ihren Dauerkarten (je 600 Euro) fahndeten.

Der BVB hatte Anfang Juli die neuen Karten per Einschreiben an ihre rund 55.000 Inhaber verschickt. Jene, die die Post nicht antraf, fanden einen Zettel im Briefkasten, wo die Sendung abzuholen sei. Bei dem 78- und dem 45-Jährigen war das so: Beide erhielten am 12. Juli den Zettel, der Vater ging am 13., sein Sohn am 14. Juli zur Postfiliale an der Höchstener Straße.

Keine Karten und nur Schulterzucken

Dort: keine Karten und nur Schulterzucken. Und kein Tipp, wohin er sich nun wenden solle, um die Karte abzuholen, erzählte der 45-Jährige der Redaktion. Beim BVB hieß es, Vater und Sohn sollten sich nicht sorgen, die Karten würden zum BVB zurückgeschickt, dort könne man sie dann abholen.

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So war es: Am 25. Juli vermerkte bei der Post jemand auf dem Brief des 45-Jährigen „Nicht abgeholt“, am 28. traf er beim BVB ein, am 31. konnte der Fan ihn dort abholen. Dem Brief bei lag ein 5-Euro-Gutschein des BVB, einzulösen bis 31. Juli 2017 – aber das nur am Rande.

"Eine Frechheit"

„Nicht abgeholt“? Das sei „eine Frechheit“ der Post, sagt der 45-Jährige, er und sein Vater wollten die Karten ja abholen, bloß waren sie nicht auffindbar. War der Briefträger zu faul, sie in die Filiale zu bringen? Oder hatte man dort keine Lust, sie aufzubewahren? Und, wo waren die Briefe?

Anruf bei Gelb-Schwarz, also: bei der Post. Sprecher Rainer Ernzer sagte am Donnerstag, man könne nach ausgiebiger Suche nicht herausfinden, ob die Karten zu einer anderen Filiale gegangen sind und dort zwei Wochen schlummerten, oder ob sie doch in der Filiale Höchstener Straße lagen und dort nicht gefunden werden konnten.

BVB: Zwei Prozent aller Dauerkarten kamen zurück

Anders als bei Paketen, deren Weg man ständig im System verfolgen kann, werden Briefe nur bei Ein- und Auslieferung gescannt. Fakt sei, so Ernzer: „Es ist etwas schiefgelaufen, das tut uns leid!“ Das Briefgeschäft sei ein „Massengeschäft“, so etwas passiere. Es gebe aber „keine Schwemme“ solcher Fälle, sagte Ernzer.

Um einen Einzelfall scheint es sich indes nun aber auch nicht zu handeln: Ein Leser schilderte der Redaktion einen identischen Fall. Auch hier war ein BVB-Fan nicht zu Hause, als die Post seine Dauerkarte per Einschreiben bringen wollte - der Brief ging in die Postfiliale Hombruch. Als der Fan seine Dauerkarte dort abholen wollte, sei sie nirgends auffindbar gewesen. Es folgte das gleiche Procedere wie im eingangs geschilderten Fall: Der Fan erkundigte sich beim BVB und erhielt dort die Auskunft, dass er die Karte noch erhalten werde. 

Der BVB teilte auf Anfrage mit, dass bis zum Mittwoch 687 Dauerkarten als Rücksendungen von der Post wieder zum BVB gegangen seien. Weil die siebentägige Post-Lagerfrist abgelaufen war, oder weil Adressen falsch waren. Das sei eine Rücklaufquote von zwei Prozent, und die sei angesichts der Ferienzeit „nicht ungewöhnlich“.

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