Busse und Lkw fahren auf dem Gehweg: „Gefährlich und unerträglich“

dzStau, Staub, Lärm

Anwohner aus Hacheney kämpfen seit Langem für eine Beruhigung des Verkehrs. Jetzt hat sich eine zweite Initiative gegründet. Sie fordert schnelle Abhilfe und hat dafür auch einen Vorschlag.

Hacheney

, 19.11.2020, 12:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Automassen verstopfen zu den Stoßzeiten regelmäßig den Hacheneyer Kirchweg und stauen sich an der Kreuzung Zillestraße. Busse und Lkw drängen sich aneinander vorbei. Man muss die Situation nicht lange beobachten, um zu erkennen, dass die Straße für diesen Verkehr nicht ausgelegt ist. Am schlimmsten trifft es Fußgänger und Radfahrer. Nur auf einer Seite existiert ein Gehweg, und der ist schmal.

Die Mitglieder der Anwohnerinitiative Hacheneyer Kirchweg beraten, wie sie weiter vorgehen.

Die Mitglieder der Anwohnerinitiative Hacheneyer Kirchweg beraten, wie sie weiter vorgehen. © Susanne Riese

„Unerträglich und gefährlich“ finden das die Anwohner und schließen sich zusammen, um dagegen etwas zu unternehmen. So geschah es bereits 2011, seitdem wehrt sich die Bürgerinitiative Hacheney gegen den Verkehr - zunächst den rund um die Erstaufnahmeeinrichtung an der Glückaufsegenstraße und die Behelfsausfahrt an der B54, jetzt durch neue Ziele wie die Sportanlage und die geplante Reha-Klinik für Suchtkranke.

Die jetzt gegründete „Anliegerinitiative Verkehrskonzept Hacheney“ hat nun vor allem den Hacheneyer Kirchweg im Blick und das obere Stück der Massenezstraße.

Lkw und Busse weichen regelmäßig auf den Bürgersteig aus. Für Fußgänger bleibt dann kaum noch Platz.

Lkw und Busse weichen regelmäßig auf den Bürgersteig aus. Für Fußgänger bleibt dann kaum noch Platz.

Der Verkehr habe durch Wohnbebauung und Gewerbeansiedlungen maßgeblich zugenommen, sagen die Anwohner mit Hinweis auf den Hellweg Baumarkt, den EDG-Recyclinghof und einen Bauhof direkt hinter dem Baumarkt mit Zufahrt vom Hacheneyer Kirchweg. Staub, Lärm und noch mehr Verkehr sind die Folge.

„Wenn die Lkw hier fahren, klirren bei uns die Gläser im Schrank“, sagt Christine Kleeschulte, Sprecherin der Initiative. „Es scheppert, klappert und staubt“, bestätigt Daniele Becker, die ein paar Häuser weiter wohnt.

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Die Infrastruktur für den starken Verkehr sei einfach nicht mitgewachsen, die Straße viel zu schmal, zu kaputt und unzureichend ausgebaut. Dabei stellen sich die Anwohner auch die Frage, wie lange der Belag das noch mitmacht. „Wer zahlt das später?“, fragen sie.

Bus und Lkw passen nicht aneinander vorbei. Hier überholt der Bus auf der Gegenspur und nutzt dafür den Gehweg mit.

Bus und Lkw passen nicht aneinander vorbei. Hier überholt der Bus auf der Gegenspur und nutzt dafür den Gehweg mit. © Kleeschulte

Dramatisch sei die Situation für Fahrradfahrer und Fußgänger, vor allem für Schulkinder. Wegen der geringen Fahrbahnbreite weichen ständig Busse und Lkw auf den Gehweg aus, sonst passen sie kaum aneinander vorbei. Der tiefe Bordstein lädt geradezu dazu ein, Passanten drängen sich an die Hecken der Vorgärten. Radfahrer meiden die enge Schlaglochpiste und nutzten ebenfalls den Bürgersteig.

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Mark Kähler, Vater von zwei Kindern, fürchtet jetzt schon die Zeit, wenn sein Großer (10) auf die weiterführende Schule wechselt. „Dann muss er hier lang Richtung Brünninghausen. Das macht mir Sorgen.“ Wenn sie mit dem Fahrrad zum Rombergpark fahren, behalte er die Kinder immer genau im Auge.

Umgehungsstraße lässt auf sich warten

„Tempo 30 würde schon helfen, weil die Autos einfach langsamer unterwegs sind“, sagt der Familienvater. Wirklich etwas nützen würde aber nur eine Umgehungsstraße.

Den Anwohnern ist klar, dass bauliche Lösungen einen langen Atem benötigen. Deshalb fordern sie die Tempodrosselung auf dem Hacheneyer Kirchweg, so schnell wie möglich. Die Politik hat bereits Unterstützung signalisiert und die Verwaltung aufgefordert, der Bezirksvertretung das Verkehrskonzept für Hacheney vorzustellen.

Die Zeche-Crone-Straße soll durchgebaut werden bis zur Hacheneyer Straße und dann hier entlangführen. Bisher endet sie am EDG-Hof.

Die Zeche-Crone-Straße soll durchgebaut werden bis zur Hacheneyer Straße und dann hier entlangführen. Bisher endet sie am EDG-Hof. © Susanne Riese

Auf die versprochene Entlastungsstraße jedenfalls will die junge Anwohnerinitiative nicht warten. Der Durchstich der Zeche-Crone-Straße hängt unter anderem von der Bebauung des ehemaligen Haldengeländes und der Vermarktung weiterer Grundstücke ab. Sie würde eine direktere Verbindung zwischen B54-Abfahrt und der Zillestraße und damit auch zum EDG-Hof und zum Baumarkt schaffen.

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„Das Abwarten, bis ein privater Investor seine Entscheidung bezüglich der Nutzung seines Grundstücks auf dem Zeche Crone Gelände getroffen hat, ist uns Anwohnern nicht zuzumuten“, meinen die Mitglieder der Hacheneyer Initiative.

Hacheneyer Straße

Verkehrsuntersuchung zur neuen Klinik

  • Die Johannesbad Holding will auf einem Grundstück am westlichen Ende der Hacheneyer Straße eine Rehabilitationsklinik für sucht- und abhängigkeitserkrankte Menschen errichten.
  • Im Juli 2019 gab es dazu eine Dialog-Veranstaltung für die Bürger.
  • Darauf wurde ein Gutachten speziell zu dem Bebauungsplan (Hö292) erarbeitet. Dabei wurde auch ein Szenario mit 200 neuen Wohneinheiten auf dem Gelände der ehemaligen Erstaufnahmeeinrichtung an der Glückaufsegenstraße berücksichtigt.
  • Die Verkehrsuntersuchung stellte fest, dass der Verkehr durch die neue Klinik mit rund 250 Fahrten pro Tag keine wesentliche zusätzliche Belastung des Umfelds bedeutet.
    www.verkehrsuntersuchung-hacheneyer-strasse.dortmund.de

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