Bürger in Berghofen sind verärgert über den fehlenden Überweg über die Berghofer Straße

dzOrtskern Berghofen

Es ist eine der größten „Fußgängerkreuzungen“ im Berghofer Ortskern. Der Überweg aus Richtung Steigerturm in Richtung Selzerstraße, der die Berghofer Straße quert. Doch irgendetwas fehlt.

Berghofen

, 24.04.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es dauert keine zwei Minuten, dann gibt es ein erstes kleines Stimmungsbild. Kaum hat man die Kamera gezückt und von der Selzerstraße aus in Richtung Gaststätte „Berghofer“ fotografiert, hagelt es Kommentare. „Das ist die größte Frechheit, dass man uns hier den Fußgängerüberweg weggenommen hat“, sagt eine Frau, die aus der benachbarten Arztpraxis eilt und dann die Berghofer Straße überquert.

An einer Stelle, wo 2014 noch ein Fußgängerüberweg war, er heute aber nicht mehr zu sehen ist. Er ist dem Umbau des Ortskerns zum Opfer gefallen, der 2017 abgeschlossen wurde. Warum der Überweg jedoch verschwunden ist, da scheiden sich die Geister. Denn für Menschen, die nicht mehr so gut zu Fuß sind oder etwa mit Kinderwagen gibt es nur noch zwei sichere Überwege über die viel befahrene Berghofer Straße im Ortskern des südlichen Stadtbezirks. Einer ist an dem „Mini-kreisel“ an der Einmündung zur Ostkirchstraße und einer am „Minikreisel“ an der Einmündung zur Busenbergstraße. Kurz davor gibt es noch eine Fußgängerampel.

Bürger in Berghofen sind verärgert über den fehlenden Überweg über die Berghofer Straße

Zebrastreifen gibt es an der Berghofer Straße nur an den zwei "Minikreiseln". © Jörg Bauerfeld

Auf 700 Metern kein sicherer Übergang

Dazwischen ist 700 Meter nichts. Also, klar, Geschäfte, Ärzte und Restaurants und eben der Zugang in die alte Berghofer Mitte. Zum historischen Feuerwehrgerätehaus „Steigerturm“ und der gleichnamigen Gaststätte, in deren Räumen auch ein AWO-Treff beheimatet ist. Ach ja, und eine Haltestelle nicht zu vergessen. Also, so fragen sich nicht nur die Berghofer Bürger, warum sollte man an dieser Stelle wohl eine viel befahrene Straße queren? Auf der zwar Tempo 30 eingerichtet ist, das aber des Öfteren schlichtweg ignoriert wird (eigene Beobachtung und in diesem Fall eine Schätzung).

Die Berghofer Bezirksvertreter in der Bezirksvertretung Aplerbeck versuchen seit Jahren, wieder einen Überweg im Bereich der Selzerstraße installieren zu lassen - beißen aber bei der Verwaltung auf Granit. Die wiederum ist sich keiner Schuld bewusst. Weder bei der Planung zum Ortskernumbau noch bei der Umsetzung.

„Die Fahrbahn der Berghofer Straße ist nach dem Umbau in Höhe der Kneebuschstraße nur noch 7,50 m breit. Durch die dort beidseitig markierten 1,50 m breiten Schutzstreifen für Radfahrer und die Begrenzung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h ist hier eine Querungshilfe aus verkehrlicher Sicht nicht mehr erforderlich“, so Maximilian Löchter, Pressesprecher der Stadt Dortmund, auf Anfrage unserer Redaktion.

Hohe Kosten und unverhältnismäßiger Aufwand

„Baulich wäre sie auch nur mit einem unverhältnismäßigen Aufwand sowie hohen Kosten einzurichten. Hinzu käme, dass dabei der Wegfall von mindestens vier Stellplätzen in Kauf genommen werden müsste. Die Neugestaltung der Berghofer Straße – ohne diese Querungshilfe – wurde vom Tiefbauamt geplant, mehrfach mit der Bürgerschaft und der Bezirksvertretung Aplerbeck abgestimmt und durch die Bezirksvertretung so beschlossen“, sagt Löchter.

Dabei gehen im Ort die Gerüchte um, dass die Verwaltung den besagten Übergang einfach komplett vergessen habe. Ein Gerücht, das nun durch die Antwort der Stadtpressestelle widerlegt ist. Dass aber was passieren muss, sagt auch Burkhard Treude. Der ist im Vorstand des Vereins „Unsere Mitte Steigerturm“ und damit auch Mitveranstalter zahlreicher kulturellen Aktion in dem historischen Feuerwehrgerätehaus. Und da im direkten Umfeld des Steigerturmes kaum Parkmöglichkeiten zu finden sind und zahlreiche Besucher daher an der Berghofer Straße parken, sollten diese auch sicher zum Veranstaltungsort kommen.

„Meines Wissens fordern die Berghofer Politiker permanent von der Verwaltung, dass an der Selzerstraße ein Überweg hinkommt“, sagt Treude. „Das ist hochgradig gefährlich an dieser Stelle.“

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