Buch mit Huckarder Geschichten erscheint nach fast 70 Jahren Vorarbeit

dzHuckarder Geschichte

Der Historische Verein Huckarde veröffentlicht in diesem Monat ein bemerkenswertes Buch. Es gibt viele Geschichten in dem Buch und eine Geschichte über das Buch.

Huckarde

, 22.09.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dieter Eichmann hat einen echten Kraftakt hinter sich. Er hat Texte abgetippt, Bilder eingefügt, Seiten layoutet, Sponsoren-Geld gesammelt, den Druck organisiert – und nun hält er mit Dr. Günter Spranke, dem Vorsitzenden des Historischen Vereins Huckarde, das Ergebnis in den Händen: ein Buch, ein selbstgemachtes Buch. Ein Buch, mit dem Dieter Eichmann eine Arbeit zu Ende gebracht hat, die bereits in den 50er-Jahren begonnen hat.

Es gibt Historiker, die erforschen „die Geschichte“. Und es gibt Historiker, die sammeln Geschichten. So ein Historiker war Rudolf Bonna. Der 1928 in Huckarde geborene Heimatforscher interviewte ab den 50er-Jahren die Menschen in seinem Ort und schrieb überlieferte und erlebte Anekdoten auf.

Digitale Scans für die Ewigkeit

Viele Jahre sammelte und schrieb er nur für sich. Doch in den 80er-Jahren veröffentlichte der Huckarder Anzeiger schließlich eine Serie mit seinen Geschichten.

Diese Geschichten stießen in Huckarde auf große Resonanz. Doch wer sich für diese Geschichten interessierte, musste die Zeitungsausschnitte ausschneiden und selbst sammeln. Das machte auch der alte Bergmann Horst Meister, der sie irgendwann an Dieter Eichmann zum Einscannen weitergab.

„Wann erscheint denn das Buch“

Als Eichmann im Jahr 1994 von dem Tode Bonnas hörte, weckte das bei ihm die Idee, die Geschichten in einem Buch zusammenzufassen. Er erzählte Freunden von dieser Idee, ohne aber tätig zu werden. „Ich hatte ja keine Ahnung von den Urheber-Rechten“, sagt Dieter Eichmann heute.

Doch zwei Wochen nachdem er von seiner Idee gesprochen hatte, rief die Witwe Rudolf Bonnas an: „Die wollte wissen, wann denn endlich das Buch erscheint.“ Von da an befasste sich Eichmann ernsthaft mit dem Thema, kam aber schnell in eine Sackgasse.

So entstand der Historische Verein Huckarde

„Als mir klar wurde, wie teuer es wird, so ein Buch zu produzieren, war ich nicht mehr so begeistert“. Außerdem war die Qualität der eingescannten Fotos Ende der 80er Jahre so schlecht, die hätte man nie veröffentlichen können.

Die Idee blieb Jahrzehnte liegen. Bis 2019. Als die Idee aufkam, einen historischen Kalender für Huckarde zu veröffentlichen, war er der erste Ansprechpartner. Eichmann trommelte für die Produktion des Kalenders historisch Interessierte Huckarder zusammen. Aus dieser Gruppe entstand im Oktober 2019 der Historische Verein.

3000 Dias digitalisiert

Davon wiederum erfuhr Pfarrer Michael Ortwald. Die Familie Bonna hatte seinerzeit der Gemeinde die gesamte historische Sammlung des Heimatforschers überlassen. Alles lagerte im Pfarrhaus. Plötzlich waren Rudolf Bonnas Fotos für Dieter Eichmann in greifbarer Nähe und die Idee, ein Buch zu veröffentlichen, lebte erneut auf.

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Die Arbeit begann mit dem Einscannen und Ordnen der rund 3000 Dias aus dem Nachlass, eine Fleißarbeit für Dieter Eichmann. Dann mussten die Texte abgetippt werden. „Die Scans von damals sind so schlecht, da kann die Software von heute nicht mehr eine „8“ von einem „B“ unterscheiden“, berichtet Dr. Günter Spranke, Vorsitzender des Historischen Vereins.

Wissenswertes aus dem Stadtbezirk

In Huckarde haben Geschichtsbücher bereits eine kleine Tradition. Sie erscheinen als „Wissenwertes aus dem Stadtbezirk“. Rudolf Bonnas Werk nun wird als vierter Teil erscheinen.

Aber nicht in einem Stück. Wie bei vielen guten Büchern erscheint das Werk als Trilogie. Die nächsten beiden Teile erscheinen im November und Anfang des kommenden Jahres.

Hier kann man das Buch kaufen

Zwei weitere Bände folgen

  • Das Buch mit dem vollständigen Titel „Wissenswertes aus dem Stadtbezirk 4.1 Huckarde nach dem Ersten Weltkrieg und in den 30er-Jahren. Geschichten und Erlebtes von Rudolf Bonna“ kostet 5 Euro.
  • Es ist erhältlich in der Buchhandlung „Seitenreich“, in der Bäckerei „Auffenberg“ und bei „Stift und Papier Schreibwaren“.
  • Die beiden weiteren Teile umfassen thematische die Zeiträume 1930 bis 1950 sowie 1960 bis 1980.
  • Ergänzt werden die Fotos von Bilder aus den Archiven von Dr. Günter Spranke und Peter G. Henning.
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