Broschüre ist für Kinder nach den Workshops auf der Kokerei Hansa ein beliebtes Andenken

dzKinderkunst aus Kokerei

Das Industriedenkmal Kokerei Hansa ist mehrmals pro Jahr inspirierende Kulisse für Kinder-Workshops. Dort entstehen viele imposante Arbeiten. Und auch dieser Kunst setzt Hansa ein Denkmal.

Huckarde

, 04.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Kunst und Kinder spielen eine große Rolle auf der Kokerei Hansa Huckarde, denn die Anlage aus einer vergangenen Industrie-Epoche ist inzwischen auch ein Ort, der mit seiner besonderen Magie junge Menschen in seinen Bann zieht. Und weil die Kokerei mit ihren vielen großen und kleinen Geheimnissen, Kinder inspiriert und deren Kreativität fördert, gibt es dort Ferien-Workshops, Kunstaktionen für Kindergärten und Schulen und Kreativangebote an den Familientagen der Kokerei.

Organisiert werden diese Angebote im Rahmen eines Projektes, in dem zwei ebenfalls äußerst kreative Mitarbeiter eine besondere Rolle spielen: Simone und Marius Sonnentag. Die Diplompädagogin und der Diplom-Designer verwandeln mehrmals pro Jahr die Waschkaue der Kokerei in ein Kreativlabor, in dem die Kinder sich künstlerisch betätigen können. Dritter im Bunde ist Klaus-Peter Schneider. Er leitet die Kinderführungen, nimmt die Kinder mit auf eine Tour über die Industrieanlage, die die jungen Besucher wie ein großes Abenteuer erleben.

„Das Erlebte fließt dann in die Arbeiten ein“, berichtet Simone Sonnentag.

Freie Hand und trotzdem Regeln

Vor dem ersten Pinselstrich erfahren die Kinder allerdings zunächst etwas über die Werkzeuge der Künstler. Sonnentag bringt ihnen bei, leuchtende Farben zu mischen, stellt ihnen Kreide und Leinwände zur Verfügung. „Die Kinder lernen, dass Kunst Arbeit ist aber sie lernen auch, dass jeder der sich Mühe gibt, etwas Wunderschönes herstellen kann“, berichtet die Pädagogin. Die Kinder haben dabei freie Hand. Regeln gibt es trotzdem. „Wir verabreden, dass niemand über die Kunst eines anderen lacht. Vielmehr fördern wir gegenseitigen Respekt, Zusammenhalt und Unterstützung“, sagt Sonnentag.

In dieser freundlich-kreativen Atmosphäre verarbeiten die Kinder ihre Eindrücke. Das Ergebnis sind sehenswerte, bisweilen imposante Arbeiten, die am Ende der Workshops oder der Familientage in der Kaue der Kokerei ausgestellt werden. Doch dort können sie nicht bleiben. „Und so kam uns die Idee, eine Jahres-Broschüre zu gestalten, denn wir wollten das etwas bleibt, dass auch die Kinder eine Erinnerung bekommen“, erklärt Projektleiterin Petra Küper-Auras. Und dieses Hochglanzblatt, gestaltet von Marius Sonnentag, blättert man gern durch. Kunterbunte Bilder von funkelnden Fördertürmen wechseln sich mit einer Flut von Fotos ab, die die Kinder auf dem Kokereigelände und vor der Leinwand zeigen, konzentriert und vertieft in die eigene Arbeit.

„Eine tolle Erinnerung an ein besonderes Erlebnis“

„Rund 450 Kinder hatten wir 2018 hier. Das größte Problem war es deshalb, die Fotos auszuwählen“, berichtet Marius Sonnentag. Denn obwohl er dem Betrachter auf 32 Seiten mit Hilfe vieler Bilder und begleitender Texte einen ebenso sehenswerten wie informativen Eindruck über die Kreativangebote der Kokerei verschafft, war es unmöglich, jedes Kinderkunstwerk im Heft unterzubringen.

Trotzdem erfreut sich die von der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur finanzierte Broschüre, die in einer Auflage von 500 Stück erscheint, bei allen Kindern und Familien, die sie wie eine Art verspätetes Weihnachtsgeschenk erhalten haben großer Beliebtheit. „Sie ist, so berichten mir immer wieder Eltern, einfach eine tolle Erinnerung an ein besonderes Erlebnis“, sagt Simone Sonnentag. Deshalb wird auch Ende dieses Jahres nach dem letzten Familientag im Dezember eine neue gestaltet. Bei der Auswahl der Bilder hat Marius Sonnentag dann wieder die Qual dere Wahl.

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