Brigitte Gröndahl (53) steht auf alles, was Fell und vier Beine hat

dzSerie „Auf ein Eis mit ...“

Die Asselner Tierfreundin Brigitte Gröndahl war sofort einverstanden, bei unserer Serie „Auf ein Eis mit ...“ mitzumachen. Anfangs hatte sie Schwierigkeiten, sich in Asseln einzugewöhnen.

Asseln

, 20.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Fünf Katzen leben im Haus von Brigitte Gröndahl (53) am Beisemannskamp in Asseln. Wir haben mit ihr ein Eis gegessen - und dabei nicht nur über Katzen gesprochen. Aber auch.

Hallo Frau Gröndahl, wie lange wohnen Sie schon in Asseln?

Seit meinem 30. Geburtstag. Den haben wir auf Umzugskisten sitzend gefeiert. Wir wohnten erst an der Essener Straße im Kreuzviertel. Das war schön, aber wir wollten dann wegen der Kinder ein Haus mit Garten. Und Asseln bot noch mehr: einige Kinderspielplätze und auch das Schulzentrum am Grüningsweg ganz in der Nähe.

Und, lief‘s gut?

Nein, anfangs nicht. Ich bin ein Mensch, der nicht so leicht Kontakte knüpfen kann. Ich fühlte mich erst ziemlich einsam in Asseln, muss ich sagen, und wir sind bei jeder Gelegenheit wieder zurück in die Innenstadt gefahren.

Aber das blieb nicht so.

Nein, durch den Kindergartenplatz meiner Ältesten haben wir andere junge Familien kennengelernt, und später habe ich in der Karate-Abteilung vom TV Asseln mitgemacht - sogar im Vorstand -, und war im Kirchenchor der Luthergemeinde.

War?

Ja, erstens habe ich heute Rückenprobleme und kann deswegen nur noch eingeschränkt Sport machen. Das finde ich sehr schade. Auch das Tanzen musste ich deswegen aufgeben. Ich war leidenschaftliche Tänzerin im Tanzstudio Gödde. Standard, Latein, Formation, alles. Zweitens bin ich beruflich sehr eingespannt. Ich arbeite als Rheumatologische Fachassistenz in einer Praxis in der Innenstadt. Da bleibt kaum Zeit.

Wir haben Sie ja neulich schon mal ganz kurz im Rahmen unserer neuen Serie „Mein liebstes Haustier“ vorgestellt. Sie haben echt ein Faible für Katzen, oder?

Ja, ich wollte immer schon eine Katze haben. Aber als ich noch bei meinen Eltern an der Löwenstraße in der City gewohnt habe, durfte ich nicht. Meine erste Katze hatte ich direkt nach dem Auszug, obwohl meine neue Wohnung nur ein paar Meter neben dem Haus meiner Eltern lag.
Serie: "Mein liebstes Haustier"

Und jetzt haben Sie fünf Katzen.

Ja, Max und Moritz, dann Purzel, der im Garten geboren wurde, seine Mami, die nicht ins Haus möchte, aber eine isolierte Hütte draußen hat, und dann den adoptierten Streuner Tom, der sich aber nicht mit den anderen Katzen verträgt und deswegen nur ins Souterrain-Zimmer meiner Tochter darf.

Was mögen Sie so an Katzen?

Sie sind unabhängig. Im Grunde brauchen sie uns Menschen gar nicht. Diese unterwürfige Art der Hunde mag ich nicht so. Ich finde es unglaublich schön, wenn sich abends die Katzen an mich kuscheln und anfangen zu schnurren. Dann fängt für mich der Feierabend an.

Was sagen Ihre Nachbarn zu den vielen Katzen?

Och, die finden das okay, glaube ich. Naja, bis auf die Vogelliebhaber. Einmal hat eine unserer Katzen tatsächlich einen Goldfisch aus dem Nachbarteich gefischt, aber dann nur halb gefressen. Ich habe natürlich sofort angeboten, für Ersatz zu sorgen.

Brigitte Gröndahl (53) steht auf alles, was Fell und vier Beine hat

Das könnte zum Nachbarschaftsstreit führen: Eine von Brigitte Gröndahls Katzen hat einen Goldfisch aus Nachbars Garten gefischt. © Brigitte Gröndahl


Mögen Sie nur Katzen, oder sind Sie generell tierlieb?

Ich steh auf alles, was Fell und vier Beine hat. Okay, Vogelspinnen gehören nicht dazu. Und ich kann es zum Beispiel überhaupt nicht verstehen, warum man Jagd auf Tiere machen kann. Früher gab es hier in Asseln viel mehr Fasane und Füchse. Die sieht man heute gar nicht mehr. Neulich habe ich auf einem Anhänger mit Jägern eine ganze Menge tote Fasane und Feldhasen gesehen. Offenbar wird immer noch Jagd auf sie gemacht. Ich habe gelesen, dass sich der Bestand zum Beispiel an Feldhasen nur ganz langsam erholt. Ich frage mich: Wie kann man dann noch Jagd auf sie machen? Wir setzen auch alle Mäuse wieder aus, die unsere Katzen anschleppen und die noch leben. Und meine Tochter Kristina hat ein Pferd beim Reit- und Fahrverein Wickede-Asseln-Sölde.

Wenn Sie mit uns ein Eis essen und dabei über ein Thema Ihrer Wahl sprechen möchten, dann melden Sie sich unter E-Mail do-nordost@ruhrnachrichten.de bei uns. Das Thema sollte allerdings etwas mit den Stadtbezirken Brackel, Eving oder Scharnhorst zu tun haben. Politiker lassen wir in dieser Serie Politiker außen vor. Wir möchten mit den ganz „normalen Menschen von nebenan“ über ihre ganz normalen Freuden, Sorgen und Wünsche sprechen.
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