Die Katharinenstraße in Dortmunds City am frühen Freitagnachmittag: Ab Samstag (23.1.) gilt hier auch Maskenpflicht. © Thomas Thiel
Rundgang durch Dortmunds City

Braucht die Dortmunder City wirklich eine Maskenpflicht?

Die gesamte Dortmunder City ist ab Samstag Sperrzone für unbedeckte Münder und Nasen: Innerhalb des Walls gilt eine flächendeckende Maskenpflicht. Doch ist das wirklich nötig? Ein Rundgang.

Freitagmittag, 13 Uhr: Ein, zwei Passanten verlieren sich auf dem breiten Bürgersteig der Kleppingstraße zwischen Wall und Olpe. Eine halbe Stunde später und einen knappen Kilometer Luftlinie weiter ein ähnliches Bild auf der Katharinenstraße: Nur vereinzelt passieren Passanten den Eingang der Sparkasse.

An beiden Orten wie in allen anderen Straßen innerhalb des Walls muss ab Samstag (23.1.) eine Maske getragen werden.

Die Stadt Dortmund gab am Freitag bekannt, dass sie die bestehende Maskenpflicht-Zonen am Osten- und am Westenhellweg und auf der Brückstraße auf das gesamte Dortmunder Zentrum ausweitet. Wer dann dort ohne Mund-Nasen-Schutz von Ordnungsamtsstreifen angetroffen wird, muss mit einem Bußgeld von 50 Euro rechnen.

Stadt Dortmund: „Deutlich mehr Menschen unterwegs als im ersten Lockdown“

Die Stadt begründet diesen Schritt auf Nachfrage damit, „dass in diesem Lockdown innerhalb des Wallrings deutlich mehr Menschen im öffentlichen Raum unterwegs sind, als im ersten.“

Doch stimmt das wirklich? Diese Aussage mit konkreten Zahlen zu belegen, ist schwierig. Ein Blick auf den Westenhellweg kann helfen: Dort werden die Passantenzahlen rund um die Uhr automatisch vom Einzelhandels-Dienstleister Hystreet gemessen– es ist der einzige Ort mit öffentlich zugänglichen Daten dieser Art im Zentrum.

Tatsächlich waren dort während des ersten Lockdowns im März und April weniger Menschen unterwegs als aktuell – jedoch sind die Unterschiede nicht allzu groß: Wurden im ersten Lockdown dort täglich meist zwischen 5000 und 6000 Passanten gezählt, waren es im Januar meist zwischen 6000 und 7000.

Genug Platz zum Ausweichen in Dortmunds City

Doch dass Dortmunds Einkaufsstraße und das Zentrum als Ganzes für ein Vielfaches an Publikumsverkehr ausgelegt sind, zeigt sich auf einem Rundgang durch die City am Mittag und am frühen Nachmittag des Freitags (22.1.).

Zwar sind schon etliche Menschen unterwegs. Es ist Mittagspausenzeit in jenen Büros, die trotz Homeoffice-Gebot noch besetzt sind. Auch sind immer noch Arztpraxen, Banken und Geschäfte der Grundversorgung geöffnet, so dass Menschen ihren täglichen Erledigungen und Terminen nachgehen können.

Doch egal, wo man entlangschlendert – sei es auf der Kampstraße, dem Hansaplatz mit seinem Freitagsmarkt oder selbst auf dem Westenhellweg: Überall ist genug Platz, um den anderen Menschen aus dem Weg zu gehen, und zwar auch weit großzügiger als die für den Coronaschutz empfohlenen anderthalb bis zwei Meter. Selbst an den zahlreichen Baustellen im Zentrum wird es selten eng.

Rauchen ist als Ausnahme nicht erlaubt, Radfahren schon

In einer Nebengasse des Westenhellwegs stehen – mit ausreichendem Abstand – Corinna Miottke (32) und Jasmin Wehling (34). Die beiden Frauen arbeiten für eines der wenigen offenen Geschäfte am Westenhellweg, jetzt haben sie gerade Pause und rauchen eine.

Das dürfen sie ab Samstag offiziell nicht mehr: Rauchen ist ausdrücklich nicht als Ausnahme fürs Maskentragen vorgesehen, im Gegensatz zu Fahrrad oder Roller fahren.

Dennoch sind beide für die Ausweitung der Maskenpflicht. Vielleicht schrecke das manchen von einer Fahrt ins Zentrum ab, hofft Miottke: „Es gehen immer noch zu viele Leute zum Bummeln in die City.“

Über den Autor
Redaktion Dortmund
1984 geboren, schreibe ich mich seit 2009 durch die verschiedenen Redaktionen von Lensing Media. Seit 2013 bin ich in der Lokalredaktion Dortmund, was meiner Vorliebe zu Schwarzgelb entgegenkommt. Daneben pflege ich meine Schwächen für Stadtgeschichte (einmal Historiker, immer Historiker), schöne Texte und Tresengespräche.
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Thomas Thiel

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