Brackeler Wochenmarkt erlebt in Corona-Krise einen kleinen Boom

dzMarkt am Donnerstag

Wochenmärkte sind nicht mehr angesagt. So ist zumindest der Eindruck. Ausgerechnet in der Corona-Krise freuen sich die Händler in Brackel über ein zeitweise vermehrtes Kundenaufkommen.

Brackel

, 29.05.2020, 11:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie geht es eigentlich dem Brackeler Wochenmarkt in der Corona-Krise? Und stimmt der Eindruck, den einige User zum Beispiel im sozialen Netzwerk Facebook äußern, dass Wochenmärkte heute nicht mehr so angesagt sind wie in früheren Zeiten? Wir haben am Donnerstag (28.5.) einen kleinen Rundgang über den Markt in Brackel gemacht.

„Es läuft besser als erwartet“

Besser als erwartet läuft es zum Beispiel am Käsestand von Tanja Bährend, die schon seit 30 Jahren donnerstags auf dem Brackeler Wochenmarkt steht. Besonders in den Anfangszeiten der Corona-Krise seien viel mehr Kunden gekommen als üblich. Offenbar hätten einige die engen Supermärkte gescheut und seien bei ihrem Einkauf lieber an der frischen Luft geblieben, glaubt sie.

Der Brackeler Wochenmarkt findet immer donnerstags von 7 bis 13 Uhr auf dem Marktplatz in Brackel zwischen Brackeler Hellweg und Oberdorfstraße statt. Zum Sortiment gehören Nahrungs- und Genussmittel sowie Textilien.

Auf dem Brackeler Marktplatz sei es überhaupt kein Problem, die geforderten Abstände einzuhalten. Und das habe auch von Anfang an gut funktioniert. Alle Kunden seien sehr diszipliniert.

Generell jedoch stimme der Eindruck schon, dass früher mehr los gewesen sei. „Ich habe schon überlegt, ob ich mich ganz aus Brackel zurückziehen soll“, sagt sie, aber das habe sie wegen der vielen Stammkunden dann doch nicht übers Herz gebracht. Dennoch: Auf dem Hansaplatz in der Dortmunder City und in Lünen, wo sie auch noch stehe, sei deutlich mehr los.

Sorgen um den Fortbestand mache sie sich trotzdem nicht. Es gebe genug Kunden, die nach Qualität schauen und denen die Beratung und die Auswahl an einem Marktstand gefallen.

Tanja Bährend steht mit ihrem Käsestand schon seit 30 Jahren auf dem Brackeler Wochenmarkt. Sie hat viele Stammkunden

Tanja Bährend steht mit ihrem Käsestand schon seit 30 Jahren auf dem Brackeler Wochenmarkt. Sie hat viele Stammkunden. © Andreas Schröter

Mal so, mal so, laufe es für sie, sagen Claudia und Wilhelm Schäper vom Gemüsestand Weber. Weil die Restaurants geschlossen hatten und viele Menschen nicht in den Urlaub fahren konnten, mussten sie offenbar zu Hause bleiben und selbst kochen, so ihre Theorie für das zumindest zeitweise vermehrte Kundenaufkommen an ihrem Stand.

Früher habe es vier Gemüsehändler in Brackel gegeben. Inzwischen seien sie die einzigen, die übrig geblieben sind. Gut sei das aber nicht, denn Konkurrenz belebe das Geschäft.

Im nächsten Jahr 40 Jahre gibt’s den Gemüsestand Weber auf dem Brackeler Marktplatz, den heute Claudia und Wilhelm Schäper betreiben.

Im nächsten Jahr 40 Jahre gibt’s den Gemüsestand Weber auf dem Brackeler Marktplatz, den heute Claudia und Wilhelm Schäper betreiben. © Andreas Schröter

Stefanie Schmidt vom Fischstand Meisfeld habe darunter gelitten, dass sie einige Wochen keine Tische für die Kunden aufstellen durfte, die mal eben einen Bratfisch auf dem Markt essen wollten. Inzwischen sei das ja zum Glück wieder erlaubt.

Fisch von Meisfeld verkauft Stefanie Schmidt. Sie freut sich, dass sie auch wieder Stehtische aufbauen darf.

Fisch von Meisfeld verkauft Stefanie Schmidt. Sie freut sich, dass sie auch wieder Stehtische aufbauen darf. © Andreas Schröter

Zufrieden sind Doris Kiesel von der Fleischerei zur Nieden und Senta Grosche mit ihrem Eier- und Kartoffel-Stand, den sie in Brackel aber erst seit Januar betreibt. Deswegen könne sie auch nichts zur langfristigen Entwicklung sagen. Das einzige, was sie störe, sei die Vermummung, sagt sie augenzwinkernd. Auch auf dem Nordmarkt baut sie ihren Stand auf.

Wie Stadtsprecher Maximilian Löchter auf Anfrage mitteilt, kann der Brackeler Wochenmarkt seit dem 7. Mai wieder sein Vollsortiment anbieten.

Am Stand von Senta Grosche gibt’s Eier und Kartoffeln. Sie ist noch relativ neu auf dem Brackeler Wochenmarkt.

Am Stand von Senta Grosche gibt’s Eier und Kartoffeln. Sie ist noch relativ neu auf dem Brackeler Wochenmarkt. © Andreas Schröter

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