Borsigplatz: Politiker wollen Trinker vom Geburtsort des BVB verbannen

Nordstadt

Die Bezirksvertretung Innenstadt Nord hat nach einem SPD-Antrag diskutiert, ob Sitzbänke am Borsigplatz verschwinden sollen. Die Stelle ist vielen Anliegern ein Dorn im Auge.

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, 17.06.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Politik will die Lebensqualität für Anwohner am Borsigplatz heben. (Symbolbild)

Die Politik will die Lebensqualität für Anwohner am Borsigplatz heben. (Symbolbild) © Dieter Menne (Archiv)

Anstatt zum Verweilen einzuladen und die Lebensqualität zu heben, haben sich die Sitzbänke an der Westseite des Borsigplatzes für Anwohner, laut Dortmunder SPD, eher zu „einem Störfaktor“ entwickelt. Denn sie seien Anziehungspunkt für Trink-Gelage. Dieser Störfaktor soll weg.

Anfang Juni hat die Bezirksvertretung (BV) Innenstadt Nord einen entsprechenden SPD-Antrag diskutiert, die Stadtverwaltung zu bitten, die Sitzbänke dort an dem prominenten Platz zu entfernen. So will man die Trinker-Szene von der Wiege des BVB verbannen.

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Im SPD-Antrag, unterzeichnet von BV-Fraktionssprecherin Brigitte Jülich, heißt es: „Die Bänke können ihren Zweck, den Bürgerinnen und Bürgern einen Platz zum Verweilen zu ermöglichen, derzeit nicht erfüllen.“

Weiter heißt es, dass die Sitzgelegenheiten zum Störfaktor geworden seien, „weil sie ausschließlich von verschiedenen Gruppen für Gelage genutzt werden und dabei die Umgebung auch noch sehr stark durch Kippen und Kerne vermüllt wird.“ Der Antrag begründe sich aus Beschwerden von Anwohnern.

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Wie die Nordstadtblogger berichten, habe es in der BV-Sitzung Anfang Juni auch Gegenwind vor allem der Grünen-Fraktion gegen den SPD-Antrag gegeben. Laut Grünen-Politiker Mustapha Essati werde das Problem so nur an andere Orte verlagert.

Dennoch stimmte die Bezirksvertretung dem Antrag demnach mit Stimmen von SPD und CDU zu.

Zweckentfremdung der Bänke ist auch der Polizei bekannt

Auch die Polizei registriert die Stelle zwischen Borsigstraße und Oesterholzstraße eher als Treffpunkt der Trinker-Szene, denn als schönen Ort zum Verweilen, wie Sprecher Sven Schönberg auf Anfrage sagt.

„Dass die Bänke zweckentfremdet werden, ist uns bekannt. Mit all seinen Begleiterscheinungen“, sagt Schönberg. Gemeint seien laute Unterhaltungen, Vermüllung und an Häuserecken verrichtete Notdurften, die den Anwohnern ein Dorn im Auge sind.

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Ein Einsatz-Schwerpunkt seien diese Bänke im Westen des Borsigplatzes aus Polizeisicht jedoch nicht – eher ein Treffpunkt von vielen. Und somit auch ein Punkt von mehreren, der immer wieder Ziel von Personenkontrollen werde, meint der Polizeisprecher.

Ob das Entfernen der Bänke tatsächlich dazu beitrage, solche Gelage von hier zu verbannen, vermag er nicht zu beurteilen. Das müsse sich zeigen. Immerhin: Die Kriminalitätsrate in der Nordstadt sei laut Polizei insgesamt auch während der Corona-Krise rückläufig. Das hatte die Behörde erst Anfang Juni bei einem Rundgang durch den Norden betont.

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