Bombensondierung am Hiltropwall sorgt für neues Nadelöhr am Wall

dzBlindgänger-Suche

Die Suche nach Bombenblindgängern am Wallring geht in den Endspurt. Das hat noch einmal Folgen für den Autoverkehr. Denn am Hiltropwall wird es noch ein bisschen enger.

Dortmund

, 12.12.2019, 14:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nachdem im Klinikviertel gleich drei Bombenverdachtspunkte ausgemacht worden waren, hat die Stadt auch das Umfeld unter die Lupe genommen. An drei Stellen des Wallrings wurde und wird nach möglichen Bombenblindgängern aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs geforscht. Der Verdacht hatte sich durch die Auswertung von historischen Luftbildern ergeben.

An zwei Stellen sind die Sondierungen schon abgeschlossen. An der Hansastraße in Höhe Stadtgarten konnten die Experten Entwarnung geben, am Hohen Wall nahe Westentor hat sich der Verdacht erhärtet. Dort kann der Autoverkehr deshalb vorerst in Richtung Süden nur einspurig fließen.

Sondierung vor dem Opernhaus

Die letzte noch offene Sondierungsbaustelle gibt es nun noch am Hiltropwall in Höhe des Opernhauses. Nach umfangreichen Vorarbeiten sind die Kampfmittel-Experten dort seit Mittwoch mit der Sondierung beschäftigt.

Und das hat Folgen für den Straßenverkehr. Nachdem dort zuletzt wieder zwei Fahrspuren in Richtung Westentor genutzt werden konnten, steht jetzt wegen der aktuellen Arbeiten wieder nur eine Spur zur Verfügung. Das führt zeitweise zu Rückstaus bis auf den Südwall.

Evakuierung am 12. Januar

Wie lange das Nadelöhr Bestand hat, ist noch unklar. Ein Ergebnis der Sondierung am Hiltropwall wird in der nächsten Woche erwartet, teilt die Stadt mit.

Wenn sich der Blindgängerverdacht auch hier bestätigt, soll der Bereich wie auch an den Verdachtspunkten im Klinikviertel und am Hohen Wall am 12. Januar 2020 freigelegt werden. Dann sollen mögliche Bombenblindgänger gleich entschärft werden.

Der Innenstadt steht deshalb an dem Sonntag (12.1.) eine der größten Evakuierungsaktionen der Stadtgeschichte bevor. Rund 12.000 Anwohner im Klinikviertel und Teilen der City müssen dann ihre Häuser verlassen. Betroffen sind auch das Johannes-Hospital, das Klinikum Dortmund an der Beurhausstraße und die Kinderklinik.

Wegen des hohen Aufwands hat sich die Stadt entschlossen, möglichst weiträumig Bombenverdachtspunkte untersuchen zu lassen, um die Blindgänger dann zeitgleich entschärfen lassen zu können.

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Die Baustellen am Wallring hatten bei Vertretern des Handels Kritik ausgelöst, weil sie ausgerechnet im Weihnachtsgeschäft den Verkehr behindern. Die Stadt hatte versprochen, bis Mitte Dezember die Baustellen wieder abzubauen.

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Am Sonntag mussten rund 13.000 Dortmunder ihre Wohnungen verlassen, weil Blindgänger im Klinikviertel gefunden wurden. Beide Bomben wurden am Nachmittag entschärft. Die Ereignisse im Ticker. Von Oliver Volmerich, Bastian Pietsch

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