Bombendrohung in der City: 25-Jährige sorgte wohl für weiteren Einsatz

dzCommerzbank

Die Dortmunder Hauptfiliale der Commerzbank auf dem Hansaplatz hat am Mittwoch eine Bombendrohung erhalten. Die Ermittler vermuten einen Zusammenhang mit einem Fall in Hagen.

Dortmund

, 20.05.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mitarbeiter und Kunden der Commerzbank-Filiale am Hansaplatz erlebten am Mittwochvormittag (20.5.) einen Schock. Per E-Mail war dort eine Bombendrohung eingegangen.

Gegen 10.20 Uhr evakuierte die Polizei rund 80 Personen aus dem großen Gebäude in der Dortmunder Innenstadt und durchsuchte es umgehend.

Wie sich bei der Durchsuchung herausstellte, war es jedoch bei einer Drohung geblieben.

Rund eine Stunde später konnte der Bankbetrieb wieder aufgenommen werden, sagt Bank-Sprecherin Birgit Müller.

„Natürlich ist eine Bombendrohung zunächst beunruhigend. Glücklicherweise konnte die Polizei sehr schnell und vollständige Entwarnung geben“, sagt sie.

Bombendrohung nach ähnlichem Schema auch in Hagen

„Es gibt keine akute Gefahr für Kunden oder Personen im Umfeld der Bank, und wir können jetzt sagen, dass es die auch nicht gegeben hat“, sagt Polizeisprecherin Dana Seketa am Nachmittag.

Der Grund dafür, dass sie das mit einer solchen Bestimmtheit sagen kann, ist, dass die Ermittler bereits eine Verdächtige ermitteln konnten.

Die Polizei durchsuchte das Gebäude – ohne Fund.

Die Polizei durchsuchte das Gebäude – ohne Fund. © Kevin Kindel

Denn: Parallel hatte es in Hagen an der Elberfelderstraße einen ähnlichen Vorfall gegeben. Hier begann der Polizeieinsatz bereits gegen halb 10, sagt ein Sprecher der Hagener Polizei auf Anfrage.

Es war ein ähnliches Schema: Auch Commerzbank, auch Innenstadt, auch Bombendrohung per E-Mail. Hier sei es ebenso bei einer Drohung geblieben.

Strafanzeige gegen 25-jährige Hagenerin

Unter anderem deshalb erhärtete sich über den Verlauf des Tages der Verdacht der Ermittler, dass die beiden Fälle zusammenhängen.

Man gehe davon aus, dass sich eine polizeibekannte, 25-jährige Frau aus Hagen für beide Drohungen verantwortlich zeichnet, erklärte Seketa.

Deshalb sei bereits Strafanzeige erstattet worden. Zudem habe es am Wohnort der Hagenerin einen Polizeieinsatz gegeben. Mit welchen Ausgang, sei für sie nicht ersichtlich, sagt die Sprecherin der Polizei Dortmund am Nachmittag.

Tatverdächtige ist wohl psychisch krank

Die Folge dieses Polizeieinsatzes geht jedoch aus dem Polizeibericht der Hagener Kollegen hervor. Laut einem Sprecher der dortigen Polizei handele es sich bei der Frau um eine psychisch Kranke, die in Behandlung gebracht wurde.

Nach Paragraf 126 des Strafgesetzbuches fällt eine derartige Bombendrohung (ohne tatsächliche Bombe) unter den Bestand „Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten“.

In der Regel und je nach Umständen ist hier eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe fällig.

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