Wegen eines Bombenalarms war der Dortmunder Hauptbahnhof am Sonntag gesperrt. Viele Reisende strandeten dort. © Oliver Schaper
Hauptbahnhof stundenlang gesperrt

Bombenalarm am Hauptbahnhof: Verdächtiger Rucksack wurde gesprengt

Bombenalarm am Dortmunder Hauptbahnhof: Ein verdächtiger Rucksack sorgte am Sonntagnachmittag für einen Großeinsatz der Polizei. Der Bahnhof wurde gesperrt, der Zugverkehr eingestellt.

Sonntagnachmittag ist Stoßzeit am Dortmunder Hauptbahnhof, wenn der Rückreiseverkehr zum Ausklang des Wochenendes anrollt. Doch der wurde gegen 16 Uhr jäh gebremst. Am Bahnsteig von Gleis 10 wurde ein herrenloser Rucksack entdeckt, der Verdacht erweckte.

Aus gutem Grund: Erst am Samstag (3.10.) war in Köln in einer abgestellten Regionalbahn ein Paket mit Nägeln und Schwarzpulver gefunden. Der Sprengsatz war – wie sich später herausstellte – zwar nicht zündfertig, löste aber ebenfalls einen Großalarm aus.

Im Dortmunder Hauptbahnhof rückte wegen des verdächtigen Rucksacks ein Großaufgebot der Bundespolizei an. Ab dem Zugang zum Bahnsteig 8/10 wurde der Durchgang durch den Bahnhof und damit der Weg zu den Gleisen gesperrt, ebenso auf der Nordseite. Reisende wurden gebeten, in der Bahnhofshalle oder vor dem Bahnhof zu warten. „Es finden keine Zugfahrten statt“, informierte ein DB-Mitarbeiter per Megafon.

Am Nachmittag war zunächst der Zugang zu den mittleren Bahnteigen gesperrt worden, später der gesamte Bahnhof. © Oliver Volmerich © Oliver Volmerich

Immer wieder strandeten Reisende an der Absperrung, die von Einsatzkräften der Bundespolizei und Servicekräften der Bahn geduldig auf die „behördlich angeordnete Sperrung“ hingewiesen wurden. Nähere Informationen über den Grund gab es vor Ort nicht.

Hauptbahnhof wurde komplett gesperrt

Eine kleine Hoffnung gab es zunächst: Auf den Bahnsteigen 21 bis 31 ganz im Norden und 1 bis 6 im Süden sollte der Verkehr zunächst weiterlaufen. Reisende wurden durch den Fußgängertunnel der Stadtbahn zur Nordseite geschickt, um von dort zu den Gleisen zu kommen. Welche Züge dort fahren würden, könne man aber nicht vorhersagen, teilte der Bahnmitarbeiter den Wartenden mit.

Viele Reisende warteten zunächst in der Bahnhofshalle auf Informationen. © Oliver Volmerich © Oliver Volmerich

Doch auch das änderte sich bald. Gegen 18 Uhr wurde der Bahnhof komplett geräumt und auch ein Teil des Vorplatzes mit Flatterband abgesperrt. Der Zugverkehr wurde nun komplett eingestellt.

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Bombenalarm im Hauptbahnhof

„S-Bahnen und Regionalzüge fahren bis zu den nächstmöglichen Bahn-Halten und wenden dort“, erklärte ein Bahnsprecher auf Anfrage unserer Redaktion. Der Fernverkehr werde um Dortmund herumgeleitet – was natürlich für reichlich Verspätungen sorgte.

Hunderte warteten vor dem Bahnhof

Den verhinderten Reisenden im und am Hauptbahnhof blieb nur das Warten. Mehrere hundert Menschen harrten auf dem Vorplatz oder auf der Katharinentreppe aus, telefonierten mit Freunden und Verwandten.

Mit Spezialkräften war die Polizei am Hauptbahnhof im Einsatz. © Oliver Schaper © Oliver Schaper

Derweil gingen Sprengstoffexperten der Bundespolizei an die Arbeit und untersuchten den verdächtigen Rucksack. Dazu wurde er mit entsprechender Technik geröntgt. Mit wenig befriedigendem Ergebnis. Bei der ersten Untersuchung habe der Gegenstand noch nicht als ungefährlich eingestuft werden können, teilte eine Sprecherin der Bundespolizei mit.

Polizisten sind auf dem gesperrten Bahnsteig 8/10 im Einsatz. © Oliver Volmerich © Oliver Volmerich

Nachdem auch die Dortmunder Polizei mit im Einsatz war, wurde der Rucksack weiter untersucht. Man habe dabei „technische Gegenstände, die auch zur Herstellung eines Sprengkörpers dienen könnten“ gefunden, teilte Polizeisprecherin Nina Kupferschmidt. Deshalb habe man entschieden, den Rucksack kontrolliert zu sprengen.

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Bombenalarm im Hauptbahnhof

Ein Experte der Bundespolizei im Schutzanzug machte sich auf den Weg zum Bahnsteig. Wenig später – um kurz vor 21 Uhr – war ein lauter Knall zu hören. Die Gefahr war gebannt. Bei der anschließend durchgeführten Untersuchung der Tasche fanden die Spezialisten lediglich elektronische Bauteile, von denen keinerlei Gefahren ausgingen.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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