Am Platz von Novi Sad liegt der letzten Blindgänger-Verdachtspunkt im Bereich Schwanenwall. © Dennis Werner
Groß-Evakuierung am Sonntag

Bomben-Entschärfung in Dortmunds Zentrum: Evakuierungsradius verändert sich

Die Vorbereitungen für die Blindgänger-Entschärfung und Evakuierung am Ostrand von Dortmunds City am Sonntag (15.8.) laufen auf Hochtouren. Dabei gibt es jetzt erneut eine gute Nachricht.

Schon seit einigen Wochen laufen die Voruntersuchungen zu mehreren Bomben-Verdachtspunkten am Ostrand der City. Zuletzt war von drei möglichen Blindgängern die Rede.

Jetzt gibt es weitergehende Erkenntnisse: Nachdem für einen Verdachtspunkt an der Stiftsstraße schon vergangene Woche Entwarnung gegeben werden konnte, ist nun auch der Verdacht für zwei weitere Punkte am Schwanenwall ausgeräumt worden.

Die Evakuierungszone für die Bomben-Entschärfung am Sonntag. © Sauerland © Sauerland

Übrig bleibt ein Verdachtspunkt am Schwanenwall/Platz von Novi Sad. Er soll am Sonntag freigelegt werden und ein möglicher Blindgänger dann entschärft werden.

7200 Menschen betroffen

Damit verkleinert sich der Evakuierungsradius von 500 Metern um den Verdachtspunkt erneut. Es müssen aber immerhin noch 7200 Menschen in 4590 Haushalten am Sonntag (15.8.) ihre Häuser verlassen – und das bis 8 Uhr am Morgen. Wer nicht bei Freunden oder Verwandten unterkommt, kann sich ab dann in einer Evakuierungsstelle aufhalten, die die Stadt in der Gesamtschule in Scharnhorst einrichtet.

Für den Transport richtet DSW21 einen Pendelbus-Verkehr ein, der von vier Stellen im Evakuierungsgebiet zur Stadtbahn-Station Brügmannplatz fährt. Von dort geht es mit der U42 nach Scharnhorst – und nach der Entschärfung auch wieder zurück. Als Alternative können betroffene Anwohner gegen Vorlage ihres Ausweises am Sonntag kostenlos Zoo und/oder Westfalenpark besuchen.

Diese Route fahren die Pendelbusse bei der Evakuierung am 15. August. © DSW21 © DSW21

Ab 8 Uhr sind auch die Zufahrten ins Evakuierungsgebiet von der Brückstraße im Westen bis zur Moltkestraße im Osten, von der Bahnlinie im Norden bis zur Prinz-Friedrich-Karl-Straße im Süden gesperrt. Kräfte des Ordnungsamts kontrollieren bei Rundgängen, ob auch wirklich alle Wohnungen verlassen sind. Sie gehen dabei „von innen nach außen“, wie Ordnungsamtsleiterin Beate Siekmann erläuterte.

Erinnerung an Mega-Evakuierung

Bei der Stadt hat man dabei schon einige Routine – nicht zuletzt nach der großen Evakuierungsaktion im Januar 2020 im Klinikviertel. Zum Vergleich: Damals mussten gut 13.000 Menschen ihre Wohnungen verlassen und zum Teil auch Krankenhäuser und Seniorenheime geräumt werden.

Jetzt sind es genau 7200 Menschen. Betroffen sind aber auch das Gefängnis, das Josefinenstift mit 80 Bewohnerinnen und Bewohnern als Seniorenheim und eine Demenz-Wohngruppe mit 10 Menschen, erläuterte Beate Siekmann.

Der Vorteil ist: Anders als bei Spontanfunden, bei denen man kurzfristig entschärfen muss, hat man nun zeitlichen Vorlauf.

Die Ordnungsamtsleiterin rechnet damit, dass die Evakuierung rund 4 Stunden dauern wird. Danach können dann die Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes zur Tat schreiten.

An Verdachtspunkte herangegraben

An die bislang vier Verdachtspunkte hat man sich schon bis auf ein Meter Entfernung herangegraben – und dabei festgestellt, dass an drei Stellen keine Gefahr besteht. Dort hatten anderen Gegenstände bei der Sondierung „Alarm“ ausgelöst.

Bei dem letzten Verdachtspunkt am Platz von Novi Sad an der Kreuzung Ostentor gebe es ebenfalls eine Vielzahl an Leitungen im Untergrund. Außerdem liegt er unmittelbar über dem Tunnel der Stadtbahn, der U 44, die deshalb an diesem Tag in diesem Bereich nicht fahren kann. Während der Entschärfung gibt es dann auch auf den Linie U42, U43 und U46 Einschränkungen.

Die Deutsche Bahn wird wohl den Fernverkehr um Dortmund herumleiten, weil die Bahnstrecke unmittelbar östlich des Hauptbahnhofs ebenfalls im Sperrbereich liegt. Details werden in den nächsten Tagen bekanntgegeben.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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