Am Schwanenwall ist der Blindgänger entschärft worden. © Oliver Volmerich
Blindgängerfund

Bombe in der Dortmunder City nach schneller Evakuierung entschärft

Am Schwanenwall ist erneut ein Bombenblindgänger entschärft worden. Nur viereinhalb Stunden nach Beginn der Evakuierung konnten die Sperrungen in der Dortmunder Innenstadt aufgehoben werden.

Lag es daran, dass viele Anwohner beruflich unterwegs waren oder hat man in der Innenstadt inzwischen schon eine gewisse Routine bei Evakuierungsaktionen? Immerhin war es stadtweit schon die 40. Bombenentschärfung in diesem Jahr. Und erst im August hatte es eine große Evakuierung mit kontrollierter Sprengung einer Weltkriegsbombe am Schwanenwall gegeben.

Am Donnerstag (9.9.) verlief die Evakuierung eines Teils der Innenstadt auf jeden Fall erstaunlich glatt und schnell. Nur dreieinhalb Stunden dauerte die Räumung des Gebiets mit rund 2000 Anwohnern. Nach noch einmal einer Stunde war dann der Bombenblindgänger entschärft und alle Sperrungen konnten wieder aufgehoben werden.

Am Mittwoch (8.9.) war der 250-Kilo-Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg bei Bauarbeiten am Schwanenwall entdeckt worden. Nach Rücksprache mit den Experten vom Kampfmittelbeseitigungsdienst entschied sich die Stadt Dortmund, die nötige Entschärfung mit ein wenig Vorlauf am Donnerstag in Angriff zu nehmen.

Viele Geschäfte betroffen

Ab 12 Uhr wurden ein Teil des Wallrings und mehrere Innenstadt-Straßen gesperrt. 2000 Anwohner in einem Radius von 250 Meter um den Fundort waren aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Neben privaten Wohnungen waren zahlreiche Geschäfte, Büros und Gastromiebetriebe zwischen Ostenhellweg und Weißenburger Straße betroffen.

Wie etwa die Kornbrennerei Krämer am Schwanenwall, die ihre Verkaufsräume um 12 Uhr schließen musste. Mehrere Geschäfte in den Krämer-Höfen blieben direkt geschlossen. „Wir sind durch die Baustellensituation am Wall sowieso schwer betroffen“, berichtete Hans-Hermann Krämer. „Wir hoffen, dass es die letzte Entschärfung ist und unsere Baustellen schneller vorankommen.“ Immerhin sei der Schwanenwall jetzt wieder mehrspurig befahrbar.

„Eine Mammutaufgabe in so einer kurzen Zeit“

Im Hotel Esplanade am Burgwall, das wie schon bei der großen Bombenentschärfung am 15. August ebenfalls wieder im Evakuierungsgebiet lag, mussten Gäste informiert, Anreisen neu organisiert und eine Tagung abgebrochen werden, wie Hotel-Chefin Katja Kortmann berichtete. „Das ist eine Mammutaufgabe in so einer kurzen Zeit“, stellte sie fest.

An der Kleppingstraße war der Zugang zur Stadtbahn-Station Reinoldikirche und in Richtung Kuckelke gesperrt. © Oliver Volmerich © Oliver Volmerich

Am Ostenhellweg, der am südlichen Rand des Evakuierungsgebietes lag, konnte der Betrieb dagegen weitergehen. Hier waren nur die Zugänge in Richtung Brüderweg abgesperrt. Betroffen war auch die Stadtbahn-Station Reinoldikirche. Hier fuhren erst die Bahnen durch, während der Entschärfung wurde dann der Verkehr ganz unterbrochen.

Im Sperrgebiet waren mehr als 180 Kräfte von Ordnungs- und Tiefbauamt, Feuerwehr und Polizei im Einsatz. Mehr als 30 Helferinnen und Helfer von Rettungsdiensten kümmerten sich in der Evakuierungsstelle, die im Max-Planck-Gymnasium eingerichtet worden war, um Anwohner aus dem Sperrgebiet. Das Angebot wurde aber nur von 35 Menschen genutzt.

Blindgänger war verformt

Und die mussten nicht lange ausharren. Um 15.30 Uhr, dreieinhalb Stunden nach Beginn der Evakuierung, konnten die Experten vom Kampfmittelbeseitigungsdienst an die Entschärfung gehen. Man habe dabei eigentlich mit größeren Problemen gerechnet, weil der Blindgänger ziemlich verformt war, berichtete Andreas Brümmer. Man habe am Zünder Teile des Gewindes ausbohren und ein kleines Stückchen raussägen müssen. „Und dann hat‘s eigentlich ganz gut geklappt“, bilanzierte der Experte.

Dass am Schwanenwall zufällig ein Bombenblindgänger gefunden wurde, der vorher bei Luftbildauswertungen nicht entdeckt worden war, verwundert Brümmer nicht. „Hier war eine riesige Krater- und Trümmerlandschaft. Da verschwindet schon mal der eine oder andere Blindgänger“, erklärt er. Wenn in Dortmund in der Erde gearbeitet werde, könne es immer mal wieder zu Zufallsfunden kommen.

Man kann also davon ausgehen, dass die 40. Entschärfung nicht die letzte in diesem Jahr sein wird.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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