Tritt in die Weichteile eskaliert: Eifersuchtsdrama endet mit Not-Operation

dzBluttat in der Nordstadt

Ein blutiges Eifersuchtsdrama hat sich in der Nordstadt abgespielt: Aus einer Rangelei soll mehr geworden sein. Im Prozess kommen immer weitere Details des Streits ans Licht.

Dortmund

, 07.04.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Prozess um ein blutiges Eifersuchtsdrama vor einem Wohnhaus in der Nordstadt sollam 15. Apri) das Urteil fallen. Nach einem psychiatrischen Gutachten könnte der seit Jahren manisch depressiv erkrankte Messerstecher (42) um eine zeitlich unbefristete Zwangseinweisung in eine geschlossene Psychiatrie herumkommen. Ein Sachverständiger legte sich am Dienstag vor dem Schwurgericht fest: „Die Tat lag nicht an der Manie.“

Rückblick: Am 14. August 2019 hatten sich vor einem Mietshaus an der Oesterholzstraße dramatische Szenen abgespielt. Der aufgebrachte Ehemann der Geliebten des Angeklagten war laut Anklage gegen 9.30 Uhr in der Nordstadt aufgetaucht und hatte bei dem angeklagten Trockenbauer an der Tür Sturm geklingelt. Darauf soll sich der Angeklagte eine Schutzweste übergezogen und sich mit Pfefferspray und einem Brotmesser (Klingenlänge 8 Zentimeter) bewaffnet haben.

Angeklagter soll dreimal zugestochen haben

Nach Öffnung der Tür ging alles ganz schnell: Die beiden Männer rangelten erst im Hausflur, dann weiter auf dem Bürgersteig vor dem Haus. Laut Staatsanwaltschaft stach der 42-Jährige im Laufe des Geschehens dreimal mit dem Messer zu und verletzte seinen Kontrahenten dabei unter anderem am Oberschenkel schwer. Das Leben des Mannes konnte laut Anklage dank einer Not-Operation gerettet werden.

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Die Auseinandersetzung mit dem Ehemann hat der wegen versuchten Totschlags angeklagte Trockenbauer im Prozess grundsätzlich eingeräumt, jedoch bestritten, dass er sich bereits vor Öffnen der Tür auch mit einem Messer bewaffnet hat.

„Schwarz vor Augen“

Vielmehr habe der aufgebrachte Ehemann ihn schon tags zuvor mit dem Tod bedroht, den folgenschweren Streit letztlich sogar selbst angefangen. Und der Ehemann sei es auch gewesen, der ein Messer in der Hand getragen habe. Dieses Messer habe er ihm dann nach einem erlittenen schmerzhaften Tritt in die Weichteile schließlich abgenommen und in den Oberschenken gestochen. Dann sei ihm „schwarz vor Augen“ geworden.

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Dass der seit Jahren oftmals auch durch Gewalt gegenüber Mitpatienten und Pflegekräften aufgefallene, psychisch kranke Angeklagte jetzt zum Schutz der Allgemeinheit in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen werden soll, empfahl ein Gutachter den Richtern am Dienstag ausdrücklich nicht. Denn nicht die psychische Krankheit (Manie), sondern wohl der Tritt zwischen die Beine hätten die Affekthandlung in dem Täter – in Form des Stichs - ausgelöst.

Folgen die Richter dem Gutachten, könnte es am 15. April beim Urteil auf eine klassische Haftstrafe hinauslaufen.

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