Blutiges Drama auf offener Straße – Dramatische Szenen in Dortmund

dzLandgericht

Ein Mann sticht vor den Augen von Passanten mit einem Messer zu. Beinahe wäre der Vorfall in der Nordstadt tödlich ausgegangen. Der mutmaßliche Täter ist manisch depressiv.

Dortmund

, 04.02.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es müssen dramatische Szenen gewesen sein, die sich Mitte August in der Nordstadt abgespielt haben. Zwei Männer stürmen aus einem Hausflur, fallen auf den Bürgersteig, dann fließt Blut. Seit Montag beschäftigt das beinahe tödliche Drama das Dortmunder Schwurgericht.

Angeklagt ist ein Trockenbauer. Das Opfer ist der Ehemann seiner damaligen Geliebten.

Blutiges Drama auf offener Straße – Dramatische Szenen in Dortmund

Schwieg zum Prozessauftakt zu den Vorwürfen: Der Angeklagte neben Verteidiger Michael Budde. © Jörn Hartwich

Liebe begann in der Psychiatrie

Der 42-Jährige hatte die Frau in der Psychiatrie kennengelernt. Beide waren als Patienten dort, der Angeklagte offenbar wegen manischer Depressionen. Wie es heißt, hatte er immer mal wieder ärztliche Hilfe benötigt, um mit seiner Krankheit fertig zu werden. Ansonsten kam er angeblich gut zurecht. Er war selbstständig, hatte eine gutgehende kleine Firma.

Drei Wochen vor der Bluttat soll die Freundschaft zu seiner ehemaligen Mitpatientin dann ernst geworden sein. Die beiden wurden ein Paar, sie hatte sogar schon einen Schlüssel zu seiner Wohnung in der Oesterholzstraße. Ihr Ehemann war davon offenbar wenig begeistert. Es gab Streit, Aussprachen und wieder Streit.

Angeklagter soll Schutzweste getragen haben

Am Morgen des 14. August 2019 hatte die Frau die Wohnung ihres Mannes wieder einmal verlassen, um zum Angeklagten zu gehen. Kurz darauf eskalierte die Situation.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Ehemann gegen 9.30 Uhr bei seinem Nebenbuhler aufgetaucht ist und Sturm geklingelt hat. Als die Tür schließlich aufging, fielen die beiden Männer offenbar direkt übereinander her.

Der Angeklagte soll sich vorher sogar eine Schutzweste übergezogen haben. Die Bewaffnung bestand nach Erkenntnissen der Ermittler aus Pfefferspray und einem Messer mit einer Klingenlänge von acht Zentimetern.

Polizei kam zufällig vorbei

Laut Anklage stach der 42-Jährige dreimal zu – erst im Hausflur, dann verlagerte sich der Angriff auf den Bürgersteig. Passanten wollen beobachtet haben, wie der 42-Jährige auf seinem Opfer gesessen und dessen Kopf auch noch mehrfach auf den Asphalt geschlagen hat. Glück für das gleichaltrige Opfer: Erst griffen Augenzeugen ein, dann kamen zufällig Polizeibeamte vorbei. Sein Leben konnte dank einer Not-Operation gerettet werden.

Zum Prozessauftakt hat sich der Angeklagte noch nicht zu den Vorwürfen geäußert. Das Opfer ist auch zur Überraschung seiner Anwältin nicht zum ersten Verhandlungstag erschienen. Und die Frau ist zurzeit offenbar nicht auffindbar. In der Wohnung des Angeklagten ist sie auf jeden Fall nicht mehr. Mit einem Urteil ist Ende Februar zu rechnen.

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