Blut auf Reisen und ein verirrtes Nashorn: Feuerwehr informiert Dortmunder in Echtzeit über Einsätze

dzAktionstag

Die Feuerwehr Dortmund hat am Dienstag viele ihrer Einsätze online live veröffentlicht. Hinter der Aktion steckt ein bundesweites Konzept.

Dortmund

, 12.02.2020, 05:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der erste Einsatz, den die Feuerwehr Dortmund beim „Twitter-Gewitter“ am Dienstag (11.2.) veröffentlicht hat, dürfte bei den meisten Lesern mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet haben. „1HLF unterstützt den RD nach VU“ stand da.

Dabei sind diese Abkürzungen bei den internen Funksprüchen genau wie beim Kurznachrichtendienst Twitter wichtig: Das sperrige Wort Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug braucht bei der Kürze der Tweets ja schon fast einen eigenen Beitrag.

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Mit dem komplizierten Namen ist ein Löschfahrzeug ohne Drehleiter gemeint, mit hochschiebbaren Rollläden, hinter denen sich jede Menge Equipment verbirgt. Und dieser Wagen unterstützte den Rettungsdienst (RD) bei einem Verkehrsunfall (VU) am Morgen in Marten. Ist doch alles logisch!

Über den Tag hinweg waren einige solcher Abkürzungen zu lesen. Der ELW U-Dienst ist der Einsatzleitwagen des Umweltdienstes, ausgestattet unter anderem mit Gegengiften und Literatur für Gefahrguteinsätze. Mittags gegen 13 Uhr wurde eine „Koplawu“ aus Lütgendortmund gemeldet: Eine Kopfplatzwunde nach einem Sturz auf der Straße.

Verirrtes Nashorn an der Kaiserstraße

An dem bundesweiten Twitter-Aktionstag beteiligten sich 50 Feuerwehren in ganz Deutschland. Im Minutentakt haben sie die Leser über aktuelle Einsätze, Übungen und interne Termine informiert. Dass die Ausläufer des Orkans „Sabine“ noch zu spüren waren, war bei der Planung nicht abzusehen: Der 11.2. war passend zur Notrufnummer 112 ausgewählt.

Eines der geflügelten Nashörner, die zahlreich in der Stadt zu sehen sind, hatte der Wind an der Kaiserstraße von seinem Platz geschoben. In Hörde fielen Dachziegel von einem Kirchenschiff. Außerdem gab es mehrere umgestürzte Bäume und herabgefallene Äste in der Stadt.

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Zu diesen Sturmeinsätzen kamen etwa ein steckengebliebener Aufzug, Verkehrsunfälle oder ein Bluttransport zur Unfallklinik. Bis 20 Uhr sind in Brandschutz und Rettungsdienst den ganzen Dienstag über 400 Einsätze in Dortmund abgearbeitet gewesen.

Für Feuerwehr-Sprecher Andreas Pisarski ist die Aktion eine willkommene Möglichkeit zur Darstellung der eigenen Arbeit und ein Mittel, neue Mitglieder zu werben: „Wir hoffen auf einen Zuwachs für die Freiwillige Feuerwehr und neue Bewerber bei der Berufsfeuerwehr.“

Im Schnitt gibt‘s in Dortmund 300 Einsätze pro Tag

Am Mittag habe der Twitter-Kanal der Feuerwehr Dortmund schon rund 200 Follower mehr gehabt als am Tag zuvor. Es sei zwar noch etwas windig gewesen, aber: „Für uns ist das schon ein typischer Tag“, so Pisarski. In Dortmund werden pro Tag im Schnitt 300 Einsätze in den Bereichen Brand- und Hilfeleistung sowie Rettungsdienst gefahren.

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