Blumengeschäft wird abgerissen - für das Grundstück gibt es schon einen Plan

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Abrissbagger haben an der Wodanstraße das Verkaufs-Gewächshaus des ehemaligen Blumengeschäfts abgerissen. Nun ist klar, was an dieser Stelle passieren soll.

Nette

, 16.02.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das seit einiger Zeit geschlossene Blumengeschäft an der Wodanstraße ist endgültig Geschichte. Bagger rissen das angebaute Verkaufs-Gewächshaus in den vergangenen Tagen ab. Als Bilder in einer Mengeder Facebook-Gruppe auftauchten, machten Mutmaßungen die Runde.

„Die Zeit für Blumen ist vorbei“, sagt Eigentümerin Magdalena Ewers auf Anfrage dieser Redaktion. „Zumindest hier.“ Jahrzehntelang hatte die Eigentümer-Familie hier selbst ein Floristik-Fachgeschäft betrieben. Schon vor gut drei Jahren zog der letzte Nachfolgebetrieb aus. Seitdem stand das Ladenlokal leer – wie einige andere in der einst belebten Geschäftsstraße auch.

Postfiliale „platzt aus allen Nähten“

Zurück bleibt nun der ursprüngliche Bau-Bestand, in dem Magdalena Ewers vor dem Bau des Verkaufs-Gewächshauses mit Blumen handelte. Zuletzt hatte ein Bestattungsunternehmen das Ladenlokal nebenan gemietet. Das ist nun auch ausgezogen, ebenso wie zwei Eingänge weiter ein Versicherungsbüro.

In der Mitte ist seit Jahrzehnten ein Geschäft für Tabakwaren und Zeitschriften mit Lotto-Annahmestelle und Postfiliale. „Die platzt wegen der vielen Pakete mittlerweile aus allen Nähten“, erzählt die Hauseigentümerin. „Immer mehr Leute kaufen ja im Internet.“

Von einst vier Ladenlokalen an der Wodanstraße bleibt noch eins. Die Lotto-Annahmestelle und Postfiliale zieht einen Eingang nach rechts. Die beiden dann freien Ladenlokale bauen die Eigentümer zu einer Wohnung um.

Von einst vier Ladenlokalen an der Wodanstraße bleibt noch eins. Die Lotto-Annahmestelle und Postfiliale zieht einen Eingang nach rechts. Die beiden dann freien Ladenlokale bauen die Eigentümer zu einer Wohnung um. © Uwe von Schirp

Darum zieht der Tabakladen jetzt in die Räume des ehemaligen Bestattungsinstituts. „Die sind größer“, sagt Magdalena Ewers. Bauarbeiter renovieren gerade das Ladenlokal. „Es wird dann auch noch die Fassade schön gemacht“, sagt die Eigentümerin. „Das Haus hat sich immer angepasst.“

Änderung des Bebauungsplans steht aus

Neben dem Haus ist jetzt ein freier Platz – womöglich für Kundenparkplätze. Fakt ist: Es ist kein Bauplatz für eine neue Kindertagesstätte, wie Facebook-User vermuteten. Auch nicht für eine Zufahrt dorthin. „Dafür gibt es doch noch keinen Bebauuungsplan“, sagt Magdalena Ewers.

In der Tat: Der Bebauungsplan Mg167 muss geändert werden. Denn auf den großen freien Grundstücken zwischen der Eugen-Richter-Straße und der Wodanstraße sollen eben die Kindertageseinrichtung, aber auch Wohnhäuser entstehen. Bereits im Herbst 2016 waren die Pläne Thema in der Bezirksvertretung.

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„Ich habe im Oktober 2017 mal hinterfragt, wie weit die Stadt ist“, erklärt der Netter Bezirksvertreter Detlef Adam (SPD) auf Anfrage. In seiner Antwort schrieb Planungsdezernent Ludger Wilde von fortgeschrittenen Vermsessungsarbeiten. Nach letzten Informationen von Detlef Adam sei das Änderungsverfahren zurückgestellt worden.

„Ich weiß auch gar nicht, ob die Grundstücke schon alle abgegeben worden sind“, sagt Detlef Adam. Die seien in Privatbesitz. In einem Fall wisse er von intensiven Preisverhandlungen.

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