Auch in Bussen und Bahnen ist die Corona-Krise deutlich zu spüren. © DSW21
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Bis zu 50 Prozent Minus – Corona-Krise hat Folgen für Bus und Bahn

Busse und Bahnen fahren in Dortmund wie gewohnt, aber mit deutlich weniger Fahrgästen. Der Einbruch bei den Fahrgast-Zahlen durch Corona ist bei DSW21 enorm. Das hat auch finanzielle Folgen.

Geschlossene Schulen und Kaufhäuser, Maskenpflicht und nächtliche Ausgangssperre – die Folgen der Corona-Krise sind auch im öffentlichen Nahverkehr deutlich spürbar. Im April verzeichnete das Dortmunder Verkehrsunternehmen DSW21 50 Prozent weniger Fahrgäste als in Vor-Corona-Zeiten, berichtet Dr. Heinz-Josef Pohlmann, Betriebs- und Marketing-Leiter bei DSW21.

Der Trost: 50 Prozent Fahrgäste bedeuten nicht 50 Prozent weniger Einnahmen. Denn viele Abos liefen, trotz des Angebots es in der Corona-Zeit ruhen zu lassen, weiter. „Wir haben einen Abo-Rückgang von 15 Prozent“, bilanziert Pohlmann. Beim Bartarif, also den Einzel- und Mehrfahrkarten, die in der Regel am Automaten gekauft werden, liegt das Minus allerdings bei 50 Prozent. „Da haben sich die Einnahmen halbiert“, sagt Pohlmann.

„Vor allem die Gelegenheits-Fahrer bleiben aus. Es gab ja auch zuletzt nicht mehr viele Gelegenheiten“, stellt DSW-Verkehrsvorstand Hubert Jung mit Blick auf die allgemeinen Corona-Einschränkungen etwa auch im Kulturbereich fest.

Hilfe durch Rettungsschirm

Den finanziellen Verlust für 2020 beziffert Jung auf rund 20 Millionen Euro. Das Minus wurde allerdings durch den Rettungsschirm von Bund und Land für den öffentlichen Nahverkehr aufgefangen. Für 2020 hat DSW21 20,9 Mio. Euro aus diesen Töpfen erhalten.

Genutzt wurde das Geld nicht nur dafür, coronabedingte Verluste auszugleichen, sondern auch für Investitionen wie den Einbau von Schutzscheiben an den Bus-Fahrerkabinen. Der natürliche Verkehrsverlust in der Bilanz des DSW-Konzerns hielt sich so mit einem Minus von 55,5 Millionen Euro in 2020 im Rahmen.

Für 2021 gibt es die Hoffnung auf weitere Hilfsmittel von Bund und Land, wenn auch nicht in der Höhe wie für das vergangene Jahr. Aber die DSW-Spitze geht auch davon aus, dass das Tief überwunden ist und mit sinkenden Corona-Infektionszahlen langsam der Alltag zurückkehrt, auch wenn man die Folgen der Krise wohl längerfristig spüren wird. Die Hoffnung ist 2023 wieder das Niveau von 2019 zu erreichen, erklärt Jung.

Auf den Neustart des vollen Schulbetriebs ab dem 31. Mai sei man vorbereitet, heißt es bei DSW21. Dann dürfte es mit dem Schülerverkehr wieder deutlich voller in Bussen und Bahnen werden. Damit es nicht zu voll wird, will man erneut zusätzliche Busse einsetzen, appelliert aber weiter an die Schulen, durch versetzte Unterrichtszeiten für eine Entlastung zu sorgen.

Aber man denkt auch an die Nach-Corona-Zeit und rechnet fest damit, dass die Bedeutung und Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs langfristig zunehmen wird. „Die Verkehrswende ist für uns weiterhin ein wichtiges Thema“, betont Pohlmann.

Neue Tarif-Modelle

Ein Thema ist dabei die „Multimodalität“, also die Verbindung verschiedener Verkehrsmittel. Geplant sind dazu etwa Vereinbarungen mit Anbietern von E-Rollern und Leih-Fahrrädern. Und neue Schnellbus-Linien sollen Dortmund mit den Nachbarstädten verknüpfen.

Im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) denkt man über flexiblere Abo-Modelle nach, die etwa dem Trend zu mehr Homeoffice Rechnung tragen. Vorbereitet wird auch der Start des kilometerbasierten E-Tarifs, mit dem Touren in Bus und Bahn nach Kilometern abgerechnet werden, kündigt DSW-Vertriebsleiterin Andrea Engelke an.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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