Der "Brands Up"-Shop im Herzen des Westenhellwegs © Thomas Thiel
Doch kein Popup-Store

Billig-Shop „Brands Up“ am Westenhellweg ist „gekommen, um zu bleiben!“

Seit einer guten Woche hat der Billig-Anbieter „Brands Up“ am Westenhellweg geöffnet. Handelsexperten hoffen, dass der Laden nur eine Zwischennutzung ist. Doch „Brands Up“ hat offenbar andere Pläne.

In den Räumen des alten Esprit-Geschäfts geht es seit dem 10. Oktober eher rummelig zu: „Brands Up“ bietet dort eine breite Palette von Sonderangeboten an, von Klamotten über Kosmetik bis hin zu Koffern, begleitet vom Dauer-Anpreisen eines Store-Mitarbeiters über Lautsprecher.

Der Billig-Anbieter im Herzen von Dortmunds Einkaufsmeile sorgt für Irritationen in der Handelsbranche. „Schrecklich“ findet ein Experte, der namentlich nicht genannt werden will, die Ramsch-Atmosphäre im Laden.

Gleichzeitig gingen bei einer Umfrage unserer Redaktion vergangene Wochen mehrere Kenner des Westenhellwegs – etwa IHK-Handelsexperte Ulf Wollrath und der BBE-Handelsberater Rainer Schmidt-Illguth – davon aus, dass es sich bei „Brands Up“ nur um eine Zwischennutzung der Fläche handelt, bis ein „richtiger“ Mieter gefunden sei.

Dem widerspricht nun das Unternehmen aus Neuss: „Wir sind gekommen, um zu bleiben!“, schreibt „Brands Up“-Pressesprecher Christian Behn auf Anfrage unserer Redaktion: „Die Planungen laufen aktuell bis 2022 mit offenem Ende, d.h. wenn der Shop gut angenommen wird, bleiben wir natürlich auf unbestimmte Zeit.“ Der Besitzer der Immobilie – die R-und-V-Versicherung – äußerte sich auf Anfrage unserer Redaktion nicht „zu laufenden Mietverhältnissen“.

Der Begriff „Popup“ im Namen des Geschäfts, der im Einzelhandel meist nur auf eine vorübergehende Nutzung hindeutet, werde bald verschwinden, so Behn. „Gelingt uns die Interaktion mit dem Kunden und die Fertigstellung, welche in zwei bis drei Wochen erfolgen kann, wird auf den neuen Beschriftungen, Plakaten und Anzeigen auch der Name ‚Popup‘ nicht mehr auftauchen.“

Den bereits angelaufenen Verkauf, während parallel noch der Aufbau laufe, erklärt Behn wie folgt: „Bei den aktuellen Mietpreisen und Marktgegebenheiten kann sich niemand mehr leisten, ohne Verkäufe über Monate hinweg alles fertigzustellen und zu organisieren.“

Umziehen an einen weniger prominenten Ort abseits des Westenhellwegs kommt für „Brands Up“ laut Behn anscheinend nicht in Frage: „Wichtig ist, dass der Store sich an einem Top-Standort in 1A-Lage befindet.“ Generell sei Dortmund „neben München, Frankfurt und Köln/Düsseldorf“ ein wichtiger Standort für „Brands Up“, „den es langfristig zu bedienen gilt“.

Die Live-Anpreisung der Sonderangebote über Lautsprecher soll auch nach der Anlaufphase offenbar fester Bestandteil des Ladenkonzepts sein: die Kunden sollen „immer wenn möglich begleitet durch Moderatoren“ durch den Laden geführt werden, erklärt Behn. So werde „endlich wieder ein Einkaufserlebnis“ geschaffen.

So wolle man dabei helfen, „die Innenstadt wieder attraktiv zu machen, um Verbraucher wieder vermehrt in die Innenstadt zu bekommen“.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
1984 geboren, schreibe ich mich seit 2009 durch die verschiedenen Redaktionen von Lensing Media. Seit 2013 bin ich in der Lokalredaktion Dortmund, was meiner Vorliebe zu Schwarzgelb entgegenkommt. Daneben pflege ich meine Schwächen für Stadtgeschichte (einmal Historiker, immer Historiker), schöne Texte und Tresengespräche.
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Thomas Thiel

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