Neue Bezirksvertretung: Die Grünen sind strahlende Sieger in Huckarde

dzKommunalwahl 2020

Die Wahlergebnisse für die Bezirksvertretung (BV) Huckarde überraschten die etablierten Parteien. Während sie Prozente und damit Sitze verloren, ziehen gleich drei neue Parteien in die BV ein.

Huckarde

, 14.09.2020, 18:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Huckarde erlebten die Grünen bei der Kommunalwahl am Sonntag (13.9.) einen Triumphzug. Bei einer Wahlbeteiligung von knapp 42 Prozent im Stadtbezirk erhielten sie gut 17 Prozent der Stimmen.

Eine Steigerung von gut sechs Prozentpunkten im Vergleich zur Kommunalwahl 2014. „Wir sind absolut zufrieden“, sagt der Fraktionsvorsitzende Kaan Eker. Ob er das Amt auch in Zukunft ausfüllen werde, entscheide er gemeinsam mit Hasan Eker und Anette Yilmaz, die neu für die Grünen in die Bezirksvertretung (BV) einziehen.

Klar sei indes bereits das Hauptthema, das die Fraktion in den kommenden fünf Jahren angehen möchte. „Der Verkehr ist das vorherrschende Problem“, sagt Kaan Eker. „Wir möchten vor allem die Problematik an der Kirchlinder Kreuzung in Angriff nehmen.“

SPD und CDU verlieren Prozente

Weniger erfreulich waren die Wahlergebnisse für die SPD. Mit 37 Prozent der Stimmen (2014: 48 Prozent) hat sie die größten Verluste zu beklagen. Künftig muss die Fraktion mit sieben Sitzen auskommen.

„Das Ergebnis ist enttäuschend“, sagt Bezirksbürgermeister Harald Hudy. „Nun geht es für mich darum, Bezirksbürgermeister zu bleiben. Wir als Partei möchten weiterhin das Beste aus Huckarde machen.“

Erschreckend hoch sei indes das Ergebnis der Partei Die Rechte, darin sind sich alle einig. „Die Rechte ist hier so stark, weil die AfD nicht angetreten ist“, vermutet der SPD-Fraktionsvorsitzende Stefan Keller. „Dass AfD-Wähler so konsequent sind, deshalb eine extreme Partei zu wählen, hätte ich aber nicht gedacht.“

Der Huckarder SPD bleiben nach der Wahl insgesamt sieben Plätze für den derzeit amtierenden Bezirksbürgermeister Harald Hudy (Bank r. vorne) sowie für Gerhard Hendler (stehend r.), Iris Enke-Entrich (stehend 2.v.r.), Stefan Keller (stehend l.), Eckhard Knaebe (sitzend l.), Lore Migdalsky und Ali Echargui (beide nicht auf dem Foto).

Der Huckarder SPD bleiben nach der Wahl insgesamt sieben Plätze für den derzeit amtierenden Bezirksbürgermeister Harald Hudy (Bank r. vorne) sowie für Gerhard Hendler (stehend r.), Iris Enke-Entrich (stehend 2.v.r.), Stefan Keller (stehend l.), Eckhard Knaebe (sitzend l.), Lore Migdalsky und Ali Echargui (beide nicht auf dem Foto). © SPD

Die Rechte hat ihr Wahlergebnis von 2014 mehr als verdoppelt und behält ihren Sitz in der BV Huckarde. Ebenfalls mit je einem Platz vertreten sind die Die Linke, FDP, Die Partei und das Bündnis für Vielfalt und Toleranz.

„Das wird eine bunte Mischung“, sagt BV-Neuling Nils Kalweit (FDP) aus Rahm. „Ich bin sehr zufrieden, dabei zu sein und unsere Themen einbringen zu können.“

Bezirksbürgermeister-Wahl steht noch aus

Stefan Keller sieht die Vielzahl der Einzelvertreter indes auch kritisch. „Das Huckarder Modell, also die gute Zusammenarbeit aller Parteien, könnte definitiv schwieriger werden.“

Auch die CDU-Fraktionsvorsitzende Claudia Brückel äußert sich verhalten zum Wahlergebnis ihrer Partei, die auf vier Sitze kommt. „Das war für uns überraschend“, sagt sie. „Ich glaube aber nicht, dass das an unserer lokalen Arbeit liegt. Uns ist die Bundespolitik, gerade in Bezug auf die Corona-Pandemie und den Klimaschutz, zum Verhängnis geworden.“

Nur vier der zehn Kandidaten der Huckarder CDU können nach der Kommunalwahl einen Platz in der Bezirksvertretung besetzen. Neben der Fraktionsvorsitzenden Claudia Brückel (l.) sind Michael Tegethoff (2.v.l.), Thomas Bernstein (3.v.l.) und Peter Spineux (r.) dabei.

Nur vier der zehn Kandidaten der Huckarder CDU können nach der Kommunalwahl einen Platz in der Bezirksvertretung besetzen. Neben der Fraktionsvorsitzenden Claudia Brückel (l.) sind Michael Tegethoff (2.v.l.), Thomas Bernstein (3.v.l.) und Peter Spineux (r.) dabei. © CDU

Dennoch ziehe die Fraktion Konsequenzen aus den Wahlergebnissen. „Wir werden Gas geben und schauen, in welchen Punkten wir uns neu orientieren müssen.“

Wer Bezirksbürgermeister wird, entscheidet sich zwischen Harald Hudy und Peter Spineux (CDU).

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