Kriminelle nutzen die Angst und Unsicherheit in der Pandemie aus. Ein beliebter Weg ist das Telefon (Symbolbild). © dpa
Betrugsmaschen

Betrug: Kriminelle machen sich die Corona-Angst in Dortmund zunutze

Betrüger nutzen die Pandemie auch in Dortmund für neue Maschen. Aktuell wird vor allem eine bestimmte Methode verwendet. Auch das Klinikum Dortmund hat Anlass für eine Warnung gehabt.

Maschen von Betrügern sind vielfältig, schier unendlich. Ein beliebter Weg ist das Telefon – so wie bei aktuellen Fällen. Das Klinikum Dortmund gab am Donnerstagnachmittag (4.2.) über seinen Twitter-Kanal bekannt, dass es für eine dreiste Betrugsmasche missbraucht wird.

„Wir haben erfahren, dass sich derzeit offensichtlich Betrüger als ‚Uniklinik Dortmund‘ ausgeben und telefonisch Daten von Patienten erfragen, die angeblich bei uns liegen sollen.“ Das Klinikum betont: „Solche Anfragen per Telefon machen wir nicht, sie widersprechen dem Datenschutz.“

Die Dreistigkeit dieser Masche zeigt sich schon daran, dass es in Dortmund gar keine Uniklinik gibt. Markiert ist in dem Twitter-Beitrag des Klinikums auch der Account der Dortmunder Polizei.

Betrugsmaschen richten sich oft nach dem Zeitgeist

Ob dies ein Fall sei, der bereits eingehender geprüft werde, konnte Polizeisprecherin Dana Seketa am späten Donnerstagabend auf die Schnelle nicht genau sagen. Sie könne sich eine solche Masche jedoch gut vorstellen. „Es gibt da ganz viele verschiedene Varianten.“

Mit zu den bekanntesten dürfte beispielsweise der sogenannte Enkeltrick gehören, bei dem Senioren von angeblichen Familienangehörigen kontaktiert werden, die dringend Geld bräuchten. Auch die Masche mit Betrügern, die sich als Polizisten ausgeben, ist häufiger zu hören.

Doch gerade diese Zeit, in der wir uns seit fast einem Jahr in einer Pandemie befinden, bietet auch ganz neue Wege. Generell seien medizinische Themen derzeit ein beliebtes Mittel der Wahl bei Betrugsversuchen, sagt Dana Seketa.

„Diese Leute versuchen immer mit den aktuellen Themen der Zeit mitzugehen und sich anzupassen“, sagt sie. „Jedes aktuelle Thema birgt die Möglichkeit, Betrug oder Unsinn damit zu machen“, meint die Polizeisprecherin.

Warnung des LKA: Corona-Impfung ein beliebtes Thema von Betrügern

Bereits Ende des Jahres 2020, kurz nach den ersten Corona-Impfungen am 27. Dezember, sprachen das Landeskriminalamt NRW (LKA) und die Dortmunder Polizei gemeinsam eine Warnung aus: Kriminelle könnten die „Angst und Unsicherheit in der Bevölkerung“ ausnutzen, „um sich auf deren Kosten zu bereichern“.

Es bestünde etwa auch die Möglichkeit, dass neben Betrugsversuchen am Telefon auch angebliche „Impfstoffverkäufer“ von Tür zu Tür ziehen, um zu versuchen, sich Zugang zu Privatwohnungen zu verschaffen.

Ärzte-Vereinigung berichtet von akuten Fällen

Die Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) warnte jüngst am Mittwoch (3.2.) vor „Betrugsversuchen bei der Impf-Terminvergabe“.

Demnach seien Bürgerinnen und Bürger per Brief mehrere Hausärzte in der Nähe ihres Wohnortes genannt worden, bei denen sie sich angeblich gegen das Coronavirus impfen lassen könnten. In diesem Zuge sollten die Angeschriebenen auch ihre Kreditkartendaten nennen. Der Absender dieser Briefe werde noch ermittelt, hieß es seitens der KVWL.

Die Kassenärzte stellen klar: „Eine Impfung gegen das Coronavirus in Nordrhein-Westfalen ist ab dem 8. Februar ausschließlich in den Impfzentren möglich! Es werden zudem im Moment nur diejenigen Bürgerinnen und Bürger geimpft, die 80 Jahre oder älter sind und einen Termin vereinbart haben. Eine Impfung in den Praxen der niedergelassenen Ärzte findet im Moment noch nicht statt!“

Auch schon zuvor hatte der Impfstart mutmaßliche Betrüger auf den Plan gerufen. Mitte Januar berichtete die KVWL etwa, dass vornehmlich älteren Leuten per Telefon angebliche Impftermine gegen Geld angeboten wurden. Das war zu einem Zeitpunkt, als die Möglichkeit für über 80-Jährige noch gar nicht bestand, sich für Impftermine anzumelden – diese Möglichkeit besteht erst seit dem 25. Januar.

Über den Autor
Redakteur
Baujahr 1993, gebürtig aus Hamm. Nach dem Germanistik- und Geschichtsstudium in Düsseldorf und dem Volontariat bei Lensing Media in der Stadtredaktion Dortmund gelandet. Eine gesunde Portion Neugier und die Begeisterung zum Spiel mit Worten führten zum Journalismus.
Zur Autorenseite
Wilco Ruhland

Dorsten am Abend

Täglich um 19:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.