Beim Walking Fußball wird Rennen abgepfiffen

dzWalking Fußball

Der TSC hat als neues Kursangebot „Walking Fußball“ aufgestellt. Die Sportart kommt aus England, zielt vor allem auf ältere Menschen und ist auch in Deutschland stark im Kommen.

von Alexandra Wachelau

Westfalenpark

, 10.04.2019 / Lesedauer: 3 min

„Nicht so schnell!“ und „Denkt dran: nur hüfthoch schießen!“ ruft Trainer Phillip Konecki den Teilnehmern zu. Diese Ansagen hört man selten, vor allem, wenn es um Fußball geht. In Halle 4 des TSC Dortmund aber machen diese Ansagen Sinn: Dort wird Walking Fußball gespielt, eine neuere Sportart aus England. Das Spiel läuft im Schritttempo, und der Ball wird nur niedrig gekickt.

„Ich bin generell immer offen für alles, was neue Sportarten angeht“, sagt Phillip Konecki, der das Angebot in die Wege geleitet hat. „Walking Fußball ist schon recht bekannt und bietet sich natürlich vor allem für Senioren an“, sagt er, „und wir haben schon eine Weile nach einem neuen Angebot für die ältere Generation gesucht.“

Vor allem für Senioren geeignet

In der Halle liegt der Altersdurchschnitt dementsprechend hoch. Elf Teilnehmer sind heute vor Ort, davon ist über die Hälfte im Rentenalter. „Viele haben altersbedingte Einschränkungen, sind aber generell noch fit und haben vor allem eine Leidenschaft für Fußball, die sie jedoch körperlich nicht mehr ausleben können“, sagt Kubicki. „Aber das Angebot richtet sich auch an jüngere Menschen, an Amateurfußballer beispielsweise.“

Beim Walking Fußball wird Rennen abgepfiffen

Links im Bild: Trainer Phillip Konecki. Walking Fußball ist das erste eigene Angebot des qualifizierten Fitnesstrainers. © Wachelau

Walking Fußball entschleunigt und birgt daher weniger Verletzungsgefahr als normaler Fußball. Körperliche Einschränkungen, wenn vorhanden, sind allerdings bei den Teilnehmern nicht bemerkbar: Spätestens, als die Aufwärmübungen vorbei sind und es darum geht, Bälle ins Tor zu befördern, sind alle mit Feuereifer dabei. Hier muss Konecki sogar öfter an die Regeln erinnern, wenn der Ball zu hoch geschossen wird.

Sechs Spieler, kein Torwart

Für Walking Fußball sind sechs Spieler pro Team vorgesehen. Dabei wird auf einem Kleinfeld gespielt, einen Torwart gibt es nicht. Die Vereine Schalke oder Bayern München haben die Sportart bereits für ehemalige Fußballspieler oder Amateure im Angebot. Dortmund als fußballbegeisterte Stadt ist nun auch dabei. In England und Holland gibt es sogar Liga-Wettkämpfe zwischen den einzelnen Vereinen des Walking Fußball, erzählt der Trainer.

„Das wäre natürlich auch bei uns erstrebenswert“ sagt Andreas Kranich, Vorstand der Öffentlichkeitsarbeit des TSC. Vorerst muss sich das Angebot allerdings noch etablieren. Doch beide Mitarbeiter des TSC sind optimistisch: „Es sind jetzt schon viele mit Begeisterung dabei und wollen auch im Bekanntenkreis noch einmal die Werbetrommel rühren“, sagt Konecki. „Manche kenne ich ja schon aus dem Reha-Kursen, die wir anbieten.“

Beim Walking Fußball wird Rennen abgepfiffen

Nur hüfthoch dürfen die Bälle bei der Sportart geschossen werden. © Wachelau

Die Gemeinschaft steht im Vordergrund

Aber bremsen die Regeln nicht eher aus? Karl-Heinz Morsch, der seit dem ersten Treffen des Angebots mit dabei ist, findet das nicht: „Es ist schon anstrengend. Letzte Woche habe ich mir sogar schon eine kleine Zerrung zugezogen. Da habe ich mich allerdings auch nicht aufgewärmt“, gibt er zu und lacht.

Dem Rentner gefällt das Angebot. „Die Leute müssen nur kommen“, sagt er. „Aber gerade für Senioren bieten sich solche Kurse doch an.“ Morsch vergleicht Walking Fußball mit Straßenfußball, „so wie wir es früher auf unasphaltierten Straßen gespielt haben.“

Genau das ist auch der Hintergrundgedanke des Kurses. „Es geht vor allem um die Geselligkeit und das Gemeinschaftsgefühl. Wir können mit solchen Angeboten auch durchaus Senioren aus ihrer Isolation herausbringen“, sagt Kubicki. Und er weiß aus Erfahrung: „Wer einmal kommt und mitgemacht hat, der ist danach fast immer regelmäßig mit dabei.“

TSC Angebot

Das Angebot ist immer dienstags, von 10 bis 11 Uhr, in der Halle West an der Victor-Tokya-Straße 6. Bei gutem Wetter soll auch draußen gespielt werden. Die ersten zwei Teilnahmen sind kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. „Es ist jeder willkommen“, sagt Kubicki.

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