Bei diesem Flohmarkt gibt es Vintage-Klamotten zum Kilopreis

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Ein besonderer Flohmarkt steht im Junkyard wieder an: Das Sozial-Start-Up Vinokilo sieht sich als Gegenentwurf zum Wegwerftrend in der Modeindustrie. Der Termin ist ungewöhnlich.

Dortmund

, 21.09.2019, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ausgefallen gemusterte Shirts, übergroße Pullis und Jeansjacken oder Seidenblousons, die ein bisschen an „Der Prinz von Bel-Air“ erinnern: Secondhand-Kleidung scheint wieder voll im Trend zu sein.

Das Sozialunternehmen Vinokilo hat diesen Trend vor einiger Zeit erkannt und reist seitdem mit seinem Pop-Up-Flohmarkt durch Europa. Auch im Junkyard, Schlägelstraße 15, hat Vinokilo schon halt gemacht. Eigentlich ganz flohmarkt-typisch immer am Wochenende. Jetzt findet der nächste Kilo Verkauf erstmals an einem Donnerstag statt.

Am 10. Oktober können Interessierte nach Feierabend von 16 bis 22 Uhr bei Wein, Essen und Musik gebrauchte Kleidung durchstöbern und kaufen. Der Eintritt kostet drei Euro.

Gegen „Fast Fashion“

Das System dahinter ist aus Vintage-Liebhaber-Städten wie London und Berlin bekannt: Man kauft die Kleidung und Accessoires aus den 60er- bis 90er-Jahren nicht Stück für Stück, sondern im Kilo. Pro Kilo bezahlt man bei Vinokilo 35 Euro. Gezahlt werden kann in Bar oder per Karte.

Das Start-Up-Unternehmen aus Mainz sieht sich als Gegenentwurf zur „Fast-Fashion-Insturie“. Nach eigenen Angaben soll die Kleidung aus Behältern mit Kleidungsabfällen stammen. Dann wird die gebrauchte Kleidung gesichtet, gereinigt, repariert und als Vintage verkauft. Inzwischen verkauft Vinokilo in Deutschland, den Niederlanden und Skandinavien sowie online.

„Wir ermutigen Menschen, die Kleidung als zeitlose Kunstwerke und vor allem als eine echte Alternative zur Fast- und Firsthand-Fashion zu sehen. Im Gegensatz zu neuen Produkten, die von der Bekleidungsindustrie hergestellt werden, erzählen Vintage-Kleider Geschichten“, so Robin Balser, Gründer von Vinokilo, in einer Pressemitteilung.

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Laut der Internetseite von vinokilo.com plant man, Europas größter Berührungspunkt für die Wiederverwendung von Gebrauchtkleidung zu werden. Damit wolle man Menschen anregen, Gebrauchtkleidung als Alternative zu neu industrialisierter Kleidung sehen.

Immer wieder steht die sogenannte „Fast Fashion“ in der Kritik. Darunter versteht man eine Unternehmensstrategie, mit der schnell neue Mode in die Geschäfte gebracht werden soll als Reaktion auf immer neuere Trends. Kritisiert werden hierbei oftmals die Arbeitsbedingungen und die mangelnde Nachhaltigkeit. Das Gegenteil davon ist „Slow Fashion“, wonach Designer bei ihrer Mode auf nachhaltige Materialien und faire Arbeitsbedingungen setzen.

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