Bei der Feier zum Tag des Friedens berührten fünf Aplerbecker die Menschen mit ihren Reden

dzTag des Friedens

Mit mehreren Veranstaltungen feierte Aplerbeck seinen 8. „Tag des Friedens“. Und ließ dabei vor allem die Jugend zu Wort kommen, die sich ihre ganz eigenen Gedanken zum Frieden machte.

von Birgit Mader

Aplerbeck

, 15.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Mit verschiedenen Veranstaltungen hat der Stadtbezirk Aplerbeck in der vergangenen Woche den 8. „Tag des Friedens“ gefeiert. Zum achten Mal gedachten Organisatoren, Mitwirkende und Gäste der mutigen Männer, die sich „nicht vor einer Entscheidung drückten“, wie es in Siegfried Liesenbergs Text über die Geschehnisse am 12. April 1945 heißt, den Wolfgang Asshoff bei der Feierstunde im Aplerbecker Amtshaus vortrug.

Männer bewahrten Aplerbeck davor, in Schutt und Asche gelegt zu werden

Durch das Hissen weißer Fahnen an Amtshaus und Märtmann-Kirchturm stellten eine Handvoll Männer am 12. April vor 74 Jahren unter Lebensgefahr sicher, dass die anrückende US-amerikanische Armee Aplerbeck nicht in Schutt und Asche legte.

Nach einer Schulveranstaltung aller weiterführenden Schulen am vergangenen Mittwoch und einer Filmvorführung mit anschließender Diskussion zwischen Schülern und örtlicher Politik am Donnerstag folgte am Freitag (12. April) eine Feierstunde mit geladenen Gästen im Amtshaussaal. Viel Beachtung fanden die Werke der Jüngsten: zwei Grundschulen und zwei Kitas aus dem Stadtbezirk sowie die Emscherschule stellten Bilder und Collagen zum Thema „Frieden“ aus.

Bei der Feier zum Tag des Friedens berührten fünf Aplerbecker die Menschen mit ihren Reden

Ein Beitrag der Friedrich-Ebert-Grundschule zum Tag des Friedens in Aplerbeck. © Birgit Mader

Moderiert von Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel (SPD) hatte diese wie auch in den Vorjahren zwei Ziele: an das Vergangene zu erinnern und das Heute ins Bewusstsein zu rufen. Mit dem besagten historischen Text tauchten die Zuhörer ein in den Kriegstag 1945, an dem Aplerbeck gerettet wurde, in das Leid, die Angst, den allgegenwärtigen Tod. Den Brückenschlag zur heutigen Zeit, dem zweiten Themenschwerpunkt, schlug unter anderem Ulrich Krüger. Der ehemalige Bezirksverwaltungsstellenleiter hielt ein Plädoyer für die Wichtigkeit, sich über politische und gesellschaftliche Ereignisse gut zu informieren und nicht falschen Nachrichten (Fake-News) aufzusitzen.

Fünf Menschen erklärten, was Frieden für sie bedeutet

Insgesamt fünf mit Aplerbeck verbundene Menschen schilderten danach ihre persönliche Definition des Wortes „Frieden“. Inge Levin, Leiterin des Gymnasiums an der Schweizer Allee, sagte, Frieden sei für sie „aktive Hoffnung“. Für Dina Horn, Einrichtungsleitung des CMS-Pflegewohnstiftes Rodenbergtor, „fängt Frieden mit Kleinigkeiten an“. Sie schilderte nachbarschaftliche Hilfe, freundliche Gesten, die ihr im täglichen Leben entgegengebracht würden. Armand Duman (16) und besonders Hristina Panova, mit elf Jahren die jüngste Rednerin, berührten die Anwesenden mit ihren Ausführungen – durchdacht, klar, hoffnungsvoll, Mut machend waren die Aussagen der beiden jungen Leute.

Bei der Feier zum Tag des Friedens berührten fünf Aplerbecker die Menschen mit ihren Reden

Hristina Panova, mit elf Jahren die jüngste Rednerin, berührte die Anwesenden mit ihren Ausführungen zum Thema Frieden. © Birgit Mader

Niklas Reininghaus, Dualer Student bei der Stadt Dortmund und überzeugter Europäer, fasste die genannten Aspekte geschickt zusammen: das Gefühl von Frieden setze sich für jeden Menschen aus vielen Dingen zusammen. „Europa ist auch hier in Aplerbeck, nicht nur in Brüssel. Wir sind miteinander; das ist Frieden.“

Die Feierstunde wurde musikalisch gestaltet von Andreas Bauerle (Keyboard), Ulli Rönsch (Bass) und Sänger Lukas Weyergraf. Mit John Lennons „Give Peace a Chance“ (Gib´ Frieden eine Chance) endete der Aplerbecker Friedenstag – und alle sangen mit.

Konzert folgt noch

Bilder und Collagen sind weiter zu sehen

  • Mitwirkende am 8. „Tag des Friedens“ in Aplerbeck waren die Albrecht-Dürer-Realschule, die Emscherschule, das Gymnasium an der Schweizer Allee, der Aplerbecker Geschichtsverein, die katholische Pfarrei St. Ewaldi, die evangelische Georgs-Kirchengemeinde, die JFS Schüren und das Jugend- und Freizeitzentrum Aplerbeck.
  • Finanziert werden die Aktionen vom Stadtbezirksmarketing Aplerbeck sowie der Bezirksvertretung Aplerbeck.
  • Als weiterer Programmpunkt steht noch ein Rock-Konzert am 27. April ab 20 Uhr in der JFS Schüren, Bergparte 15, an.
  • Die Bilder und Collagen der Grundschulen und Kindergärten sind im Schaufenster des Ladenlokals an der Köln-Berliner-Straße 34 in Aplerbeck zu sehen.
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