Baustelle versperrt Garagenausfahrt: Sonja Häger muss sechs Wochen auf ihr Auto verzichten

dzÄrger in Asseln

Sonja Häger ist kein Mensch, der schnell aufbraust. Für die Baustelle vor ihrer Haustür hat sie Verständnis – nicht aber dafür, dass sie ihren Wagen zeitweise gar nicht mehr nutzen konnte.

Asseln

, 12.11.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sonja Häger (82) leidet unter der Baustelle vor ihrer Haustür auf der Tybbinkstraße in Asseln. Dort verlegt Donetz neue Gasleitungen. Problem: Für rund sechs Wochen konnte Sonja Häger nicht mit ihrem Auto aus der Garage fahren, weil sich direkt vor der Garagenzufahrt ein riesiges Loch befand.

Mit diesem Anliegen meldete sie sich kürzlich auch in der Einwohnerfragestunde der Bezirksvertretung Brackel, und auch Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Czierpka fand: „Das geht nicht. Eigentlich müssen Baufirmen dafür sorgen, dass die Leute aus ihren Garagen fahren können – und sei es mit provisorischen Brücken über solche Löcher.“

Baustelle versperrt Garagenausfahrt: Sonja Häger muss sechs Wochen auf ihr Auto verzichten

Diesen Ausblick hat Sonja Häger, wenn sie in ihrer Garage steht und nach draußen schaut. © Andreas Schröter

Inzwischen kann Sonja Häger ihre Garage zwar wieder verlassen, aber sie braucht dafür die Hilfe der sehr freundlichen Bauarbeiter vor dem Haus. Als neulich einer von ihnen ihr Auto (einen kleinen Suzuki Splash) rausgesetzt habe, seien an jeder Seite nur wenige Zentimeter Platz gewesen. Immer wieder stehen Bagger und Baumaschinen auf der Straße vor ihrer Garage.

Sie brauche ihr Auto, sagt Sonja Häger – zum Beispiel, um zum Einkaufen ins Asselner Zentrum oder auch zum Arzt nach Husen zu fahren. Einmal habe auch schon ein Nachbar für sie eingekauft.

Man habe ihr neulich geraten, doch einfach ein Taxi zu nehmen. Aber das wollte sie nicht. Schließlich habe sie doch für solche Fahrten ihr Auto. Übrigens könne auch die Müllabfuhr derzeit ihr Haus nicht anfahren und deshalb auch die Tonnen nicht leeren.

„Ich habe Verständnis für solche Baustellen“, sagt Sonja Häger weiter, „aber warum müssen sie so lange dauern?“ Demnächst werde übrigens die Reckerdingstraße in Angriff genommen, in die Sonja Hägers Grundstück ragt. Sie fürchte nun um ihre schöne Hecke, die dort steht.

„Beeinträchtigungen nicht zu vermeiden“

Donetz-Sprecher Ole Lünnemann sagt, die Tybbinkstraße sei extrem eng. Es sei deshalb nicht zu vermeiden gewesen, dass an einigen Tagen die Garagen tatsächlich nicht zu erreichen gewesen seien. All das sei aber in enger Abstimmung mit den Anwohnern geschehen, behauptet er.

Es seien einmal drei Tage und einmal vier Tage gewesen, in denen Sonja Häger ihre Garage nicht verlassen konnte, nicht aber sechs Wochen. Die Baustelle soll noch bis Ende November bestehen bleiben.

Grüne: Tybbinkstraße sanieren

Die Tybbinkstraße war übrigens auch noch in anderer Hinsicht Gegenstand in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Brackel. Auf Antrag der Grünen fordert das Gremium, die Straße zwischen Schlot- und Briefsweg zu sanieren.

Sie sei Teil des ausgeschilderten Radverkehrsnetzes NRW und zurzeit in einem derart schlechten Zustand, dass sie mit dem Rad fast nicht befahrbar sei.

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