Bald mehr Platz für die Mini-Kicker der SG Lütgendortmund? Das ist dran an den Gerüchten

dzSG Lütgendortmund

Früher haben Pferde neben dem SG Lütgendortmund-Platz gegrast, jetzt stehen dort keine mehr. Der Verein möchte nun die Wiese nutzen, um seinen Platz zu erweitern - aber es gibt ein Problem.

Lütgendortmund

, 30.08.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Warum stehen auf der Wiese an der Idastraße keine Pferde mehr? Das fragen sich einige Facebooknutzer. Direkt neben dem Sportplatz des SG Lütgendortmund (SGL) haben die Vierbeiner früher gegrast. „Dort ist alles verwildert. Pferde stehen dort seit einiger Zeit nicht mehr drauf“, beschreibt ein User jedoch die aktuelle Situation. Der SGL habe vermutlich Interesse an der ehemaligen Koppel, ergänzt ein anderer. Stimmt das?

„Ja, das Interesse an der Wiese besteht“, bestätigt der SGL-Vorsitzende Dieter Pohl. Der Verein wünsche sich mehr Platz - vor allem für die Jugendlichen und Kinder. „Unser Trainingsbetrieb könnte so etwas entzerrt werden - das wäre dann auch angenehmer für die Anwohner.“ Schließlich sei die Wiese ein Stück weiter von den Wohnhäusern entfernt als der bereits bestehende Sportplatz und der Lärm während des Trainings könnte minimiert werden.

Das möchte der SGL auf der Wiese bauen

Für ein Kleinspielfeld sei ausreichend Platz. Und das könnte dann vor allem den Kleinsten des Vereins zugutekommen. „Wenn wir dort noch ein Spielfeld hätten, könnten darauf beispielsweise die Mini-Kicker-Meisterschaften ausgetragen werden“, sagt Dieter Pohl. Zunächst müsse jedoch geprüft werden, ob und was auf dem derzeit brachliegenden Grundstück gebaut werden darf.

Darum kümmert sich die Stadt Dortmund - obwohl die Wiese der Evangelischen Kirchengemeinde Lütgendortmund gehört. „Es handelt sich bei dem Grundstück um Grabeland“, erklärt der Baukirchmeister der Christus-Gemeinde, Heinz Günter Rose. „Die Kirche verpachtet es zwar, aber die baurechtlichen Entscheidungen trifft die Stadt.“

Ein erstes Gutachten ist positiv

Ein erstes Gutachten habe erst einmal gute Nachrichten für die SGL gebracht: Bleiben die Kanaldeckel frei und ist alles rückbaubar, steht einem Kleinspielfeld auf der ehemaligen Pferdekoppel nichts im Wege. Fast zumindest. Denn eine Hürde muss der Verein auf dem Weg zum neuen Platz noch nehmen: die derzeitige Pächterin.

„Noch ist das Grundstück verpachtet“, sagt Heinz Günter Rose. „Dass dort keine Pferde mehr stehen, habe ich auch erst durch Herrn Pohl erfahren.“ Dieter Pohl habe seit Längerem beobachtet, dass die Wiese brach liege. „Pferdehaltung war an der Stelle auch schwierig“, sagt er. „Es gab zum Beispiel kein fließendes Wasser. Im Sommer habe ich manchmal einen Eimer rübergebracht, um zu helfen.“

Das Grundstück ist noch nicht frei

Pohl und Rose haben Gerüchte gehört, dass die Pächterin die vielen Auflagen des Veterinäramtes nicht erfüllen konnte. Die Pächterin selbst möchte sich nicht öffentlich dazu äußern, warum sie ihre Pferde nicht mehr auf der Koppel grasen lassen kann, wie sie auf Anfrage der Redaktion mitteilt. „Uns war es bislang auch nicht möglich, Kontakt zur Pächterin aufzunehmen - wir und der Kirchenkreis Dortmund versuchen es aber weiter“, sagt Heinz Günter Rose.

Solange die Pachtzahlungen eingehen, könne der Vertrag vorerst nicht einfach gekündigt werden. Jedoch soll die Wiese auch nicht weiter brachliegen. Eine Anfrage an den Kirchenkreis Dortmund, wie der aktuelle Stand des Pachtvertrages ist, läuft. Der Kirchenkreis verwaltet das Grundstück der Evangelischen Gemeinde Lütgendortmund.

Kann der Verein SGL seinen neuen Platz bauen?

Derzeit heißt es für den Verein SGL also: warten. Denn solange der Verein das Grundstück nicht offiziell pachten kann, kann er auch keine Aufträge für den Bau des Kleinspielfeldes vergeben. Und die Planungen, wie der Platz aussehen könnte, sind auch noch nicht ganz abgeschlossen. „Es dauert noch, bis da wirklich etwas passieren kann“, sagt Dieter Pohl.

Den Pferden soll es übrigens gut gehen - laut Facebook-Kommentaren stehen sie inzwischen auf einer Weide in Recklinghausen.

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