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Dreckiger Bahnhof sorgt bei Bürgern und Politikern für mächtig Ärger

dzBahnhof Aplerbeck-Süd

Sauber soll er sein und in einem guten Zustand - der Bahnhof Aplerbeck-Süd. Der Verkehrsverbund Rhein Ruhr (VRR) sieht das zumindest so. Die Aplerbecker Bürger sehen das anders. Zurecht?

Aplerbeck

, 14.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Das Brummen ist schon auf dem P+R-Parkplatz zu hören, der dem Bahnhof oder genauer gesagt, dem Bahn-Haltepunkt Aplerbeck, vorgelagert ist. Es hat geregnet.

Dreckiger Bahnhof sorgt bei Bürgern und Politikern für mächtig Ärger

Der Parkplatz, der zum Bahnhof gehört, gleicht einer Seenplatte. © Jörg Bauerfeld

Das Wasser sammelt sich nicht nur in den großen Pfützen, die aus dem Parkplatz eine Seenplatte machen, sondern es läuft auch in die Unterführung. Die verläuft unter einem Schienenstrang und sorgt für den Zugang zum Bahnsteig von der Parkplatzseite aus. Und diese Unterführung hat es in sich.

Das Brummen kommt von der kleinen Pumpe, die dafür sorgen soll, dass die Unterführung nicht unter Wasser steht. Manchmal schafft die Pumpe das, manchmal nicht. Dann geht der Fahrgast knöcheltief durchs Wasser, ehe er die Treppen zum Bahnsteig erreicht.

Der Tunnel ist dreckig und übelriechend

Und gerade diese Unterführung, die ja nun auch zum Bahnhof gehört, ist ein dunkles, dreckiges Loch, das zumeist auch sehr unangenehm riecht. Das ist auch die Meinung von Wolfram Schulz-Zander. „Der Bahnhof Aplerbeck-Süd ist nicht barrierefrei, hat einen stinkenden, zebröselnden und oft überfluteten Tunnel sowie eine Mondlandschaft als Parkplatz“, so der Aplerbecker. „Wie tief muss die Messlatte hängen, um das ‚akzeptabel‘ zu nennen? Unfassbar.“

Fairerweise muss man sagen, dass die VRR-Bewertung eine Momentaufnahme ist. Viermal im Jahr werden die Bahnstationen von Mitarbeitern besucht und bewertet. Mag sein, dass der Bahnhof in Aplerbeck an einem dieser Tage relativ sauber war. Der Tunnel kann es nicht gewesen sein. Denn hier bröckelt die Farbe von den Wänden. Von der Decke hängen, wie in einer Tropfsteinhöhle, kleine „Stalaktiten“. Überall an den Wänden sind Wasserflecken, auf denen schon Moos gewachsen ist.

Dreckiger Bahnhof sorgt bei Bürgern und Politikern für mächtig Ärger

Von der Decke des Tunnels wächst etwas. © Jörg Bauerfeld

Über eine kaputte Regenrinne läuft das Wasser auf den Bahnsteig

Gut zu erkennen, dass hier jemand mit weißer Farbe hastig über die Wände der Unterführung gepinselt hat. „Farbläufer“ sind auf dem Boden zu sehen. Der „Fachmann“ hat sich nicht einmal die Mühe gemacht, lose Farbteile zu entfernen, sondern hat einfach drüber gestrichen.

Gefegt hat auch schon lange keiner mehr. Altes Laub liegt in den Ecken, daneben zahlreiche Zigarettenstummel.

Dreckiger Bahnhof sorgt bei Bürgern und Politikern für mächtig Ärger

Auf den Treppenstufen sammelt sich der Dreck © Jörg Bauerfeld

Oben, auf dem Bahnsteig, fehlt an der Regenrinne ein Deckel. Das Wasser plätschert auf den Bahnsteig.

Der ist, das muss man auch sagen, sauber. „Die Bürger regen sich aber zurecht auf“, sagt Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel. „Vor allem die Unterführung ist kein Bild, das die Deutsche Bahn positiv verkaufen kann. Ich bin auch immer wieder verwundert über die Bewertung.“

Dreckiger Bahnhof sorgt bei Bürgern und Politikern für mächtig Ärger

Auf dem Bahnsteig fehlt der Deckel an einem Regenabfluss. © Jörg Bauerfeld

Die Hoffnung, nicht nur bei Jürgen Schädel, ist: Ein Neubau der Station in Aplerbeck-Süd, wie auch in Sölde. Denn beide Bahnhöfe sind nicht barrierefrei.

„Mit Entsetzen lese ich die Bewertung des VRR für die Bahnstationen Aplerbeck-Süd und Sölde. „Es mag ja sein, dass die Bahnstation ein ‚akzeptables Erscheinungsbild‘ hat. Wenn Sie aber mit einem Kinderwagen oder einem Rollator auf den Bahnsteig wollen, werden Sie Ihre Schwierigkeiten haben. Eine Rollstuhlfahrerin oder ein Rollstuhlfahrer kommt gar nicht auf den Bahnsteig. Hier wird ein unzureichendes Bild vermittelt“, sagt Martin Fischer, Mitglied des Seniorenbeirates in Aplerbeck.

Finanzielle Mittel für den Umbau vorhanden

Wann es mit der Planung der beiden Bahnhöfe weitergeht, steht aber in den Sternen. „Es scheint keine Frage des Geldes zu sein. Die Mittel für den Umbau sind vorhanden“, sagt Jürgen Schädel. Der erwartet aber, dass die Deutsche Bahn ihr Versprechen einlöst und die Umbaupläne endlich einmal der kommunalen Politik vorstellt. Und wenn es dann auch noch mit dem Umbau klappt, können sich vielleicht die Bewertung der Bahnhöfe durch den VRR und der wirkliche Ist-Zustand auch annähern.

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