Ampel-Pläne für die B1 – Wie stehen die Chancen, dass es so kommt?

dzVerkehrsplanung

Die kreuzungsfreie B1 war lange Zeit der Traum der Politik. Jetzt schlägt die Verwaltung sogar eine zusätzliche Ampel vor. Inzwischen zeichnet sich ab, ob es eine Mehrheit dafür gibt,

Dortmund

, 05.06.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Weg mit den Ampeln“ - auf diese einfache Formel lässt sich die bisherige Verkehrsplanung für die B1 bringen. Sie war bislang auch Grundlage für die Planungen zum barrierefreien Umbau der Stadtbahn-Stationen an der B1. Beim Grundsatzbeschluss im September 2016 hatte sich die Politik noch für eine Variante ausgesprochen, die mit Brückenlösungen neue Ampeln an der Bundesstraße 1 verhindern sollte.

Der neueste Vorschlag der Verwaltung geht nun in eine andere Richtung und kommt eher den Wünschen der B1-Anwohner entgegen, die möglichst ebenerdige Zugänge zu den Bahn-Haltestellen mit Ampeln fordern. Danach sollen nicht nur die Ampelübergänge an der Semerteichstraße und Lübkestraße erhalten bleiben, sondern an der Max-Eyth-Straße sogar eine neue Ampel eingerichtet werden. Ein Brückenneubau zur Anbindung der Stadtbahn-Station wäre dann unnötig.

CDU reagiert mit „Kopfschütteln“

Grundlage ist ein Gutachten, dass keine größeren Probleme für den Verkehrsfluss auf der B1 durch die neue Ampel prognostiziert. Doch das sehen Teile der Politik anders. „Mit Kopfschütteln“ registriere man die Idee der Stadtverwaltung, „durch zusätzliche Ampeln auf der B1 den Verkehr weiter zu lähmen“, teilt die CDU-Ratsfraktion mit.

„Die CDU möchte Ampeln auf der B1 abbauen. Wenn jetzt dabei herauskommt, keine Ampeln zu beseitigen, sondern weitere zu errichten, klingt das ganz stark nach einem Schildbürgerstreich“, kritisiert der planungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Uwe Waßmann.

Teurer Ausbau der A40

Er erinnert daran, dass mehrere hundert Millionen Euro in den sechsspurigen Ausbau der A40 östlich und westlich von Dortmund investiert werden. „In Dortmund kommt man dann auf die Idee, auf dem ‚Verbindungsstück‘ der Autobahnen Ampeln aufzustellen“, erklärt Waßmann. „Mit zusätzlichen Ampeln kommt es zu einer Art Anachronismus, der eine ‚seltsame Wirkung‘ erzielen würde.“ Vor diesem Hintergrund wolle die CDU die Ampeln an der B1 vollständig entfernen - auch die an der Kreuzung Voßkuhle/Semerteichstraße.

Trotz der Ablehnung der CDU zeichnet sich für die neue Variante mit Ampeln aber eine Mehrheit im Rat ab. Die Grünen fordern schon seit längerer Zeit eine Lösung im Sinne der Anwohner mit ebenerdigen Zugängen zu den Bahn-Haltestellen. Bei der SPD-Fraktion sind die Beratungen zwar noch nicht abgeschlossen. Der verkehrspolitische Sprecher Hendrik Berndsen deutet aber eine Zustimmung zum Vorschlag der Verwaltung an.

Jetzt lesen

Man habe schon vor längerer Zeit erklärt, für eine Ampel-Lösung offen zu sein, wenn ein Gutachten dies für sinnvoll und verträglich halte. „Voraussetzung ist aber eine intelligente Ampelsteuerung, die den Eingriff in den B1-Verkehr möglichst gering hält“, erklärt Berndsen.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt