Autohändler gibt prominentes Grundstück in Hörde für Pläne der Stadt auf

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Lange weigerte sich der Autohändler, sein Grundstück in prominenter Hörder Lage aufzugeben. Nun gab es offenbar eine Einigung. Die Stadt hat ganz andere Pläne für das Areal an der Faßstraße.

Hörde

, 05.11.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Unter all den Neubaumaßnahmen rund um den Phoenix-See mit dem Wegesystem an der Emscher, dem Media-Markt und der neuen Sporthalle des Phoenix-Gymnasiums hat sich ein kleiner Bereich inmitten der Umgestaltung gegen jede Erneuerung behauptet.

Ein Autohändler war nicht von seinem prominenten Grundstück direkt an der Faßstraße zu vertreiben, und so wurde quasi um ihn herumgebaut. Seit 2015 stritten Stadt und Grundstückseigentümer um dieses Areal einer ehemaligen Tankstelle mit Waschanlage. Selim Koc hatte den Bereich 2006 für seinen Autohandel erworben und sich geweigert, ihn aufzugeben – zumindest zu den angebotenen Bedingungen.

Der bislang von einem Autohandel blockierte Bereich vor der Sporthalle am Phoenix-Gymnasium wird neu gestaltet.

Der bislang von einem Autohandel blockierte Bereich vor der Sporthalle am Phoenix-Gymnasium wird neu gestaltet. © Stadt Dortmund

Nun gab es offenbar eine Einigung. Die Stadterneuerung kann endlich auch diesen letzte zentralen Zipfel erfassen. In Kürze werde der Autohandel die Fläche räumen, kündigt die Stadt an.

„Das Grundstück wurde von der Stadt im Tausch mit einem städtischen Grundstück in Wambel erworben“, erklärt Stadt-Pressesprecher Christian Schön auf Anfrage. Für einen Übergangszeitraum werde geduldet, dass der Unternehmer sein früheres Grundstück an der Faßstraße noch eingeschränkt nutzt, während er in Wambel sein neues Firmengebäude baut.

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An der Faßstraße werde eine Teilfläche des Grundstückes benötigt, um die nötige Rechtsabbiegespur einzurichten, so Christian Schön. Das restliche Grundstück diene der Neugestaltung des „Stadteinganges“. Eine Mini-Parkanlage soll vor der Sporthalle des Gymnasiums entstehen, die vor allem für Jugendliche und junge Erwachsene gedacht ist. Sitzelemente zum Chillen, Spiel- und Bewegungsgeräte sollen den Platz für sie attraktiv machen.

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Das vom Grünflächenamt beauftragte Büro wbp Landschaftsarchitekten übernimmt die Planung. Vorausgegangen war ein Wettbewerbsentwurf für den Schulhof des Phoenix-Gymnasiums und den Stadteingang. Der Schulhof wurde bereits umgebaut. Nachdem jetzt das Privatgrundstück des Autohandels auf der Fläche einer ehemaligen Tankstelle angekauft wurde, soll der vor der Sporthalle liegende Bereich folgen.

Der bislang von einem Autohandel blockierte Bereich vor der Sporthalle am Phoenix-Gymnasium wird neu gestaltet.

Grünflächen mit Bäumen, Rasen und Stauden sollen sich mit Bewegungsbereichen und Sitzmöglichkeiten abwechseln. © Stadt Dortmund

Die gesamte Fläche wird laut Entwurf durch verschieden hohe Sitzmauern eingegrenzt und in Grün- und Mehrzweckflächen unterteilt. Das zum Autohandel gehörende freistehende Dach soll möglichst erhalten bleiben, als Schutz vor Regen und Sonne. Die kleine, meist komplett zugeparkte Straße auf der Rückseite – ein Ausläufer der Faßstraße – soll verschwinden.

Bürger können Bewegungsgeräte und Sitzmöbel mitbestimmen

Das Planungsbüro macht Vorschläge, welche Geräte und Sitzmöbel auf der neu gewonnenen Fläche eingebaut werden könnten. Zur Auswahl stehen beispielsweise Calisthenics-Geräte, die motorische Fähigkeiten schulen, ein Trampolin-Feld, ein Drehring oder ein Wald aus bis zu sechs Meter hohen Kletterstangen. Es könnten auch Slacklines oder fest eingebaute große Kugeln aus Gummi zum Balancieren einladen.

Für einen chilligen Aufenthalt stehen Winkel aus Kunststoff, bunte Sitzhocker oder Holzbänke zur Auswahl.

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Welche Elemente am Ende aufgestellt werden, können die Bürger mitbestimmen. Die Stadtteilagentur stellt die Geräte und Sitzmöbel mit Beispielfotos online vor unter: https://beteiligung.hoerder-stadtteilagentur.de/stadteingang-hoerde/. Dort können Interessierte ihre Favoriten auswählen und mit abstimmen. Die beliebtesten Geräte gehen dann in die Planung ein.

Online-Abstimmung läuft bis Ende November

Die Online-Beteiligung läuft ab sofort und geht bis zum 30. November 2020. Das Ergebnis wird Anfang Dezember bekannt gegeben. Der Plan mit der ausgewählten Ausstattung wird dann ebenfalls online zu sehen sein.

In dieser zweiten Beteiligungsphase wird die Planung für den neuen Stadteingang parallel mit einem Flyer der Hörder Bevölkerung vorgestellt. Er wird an rund 4000 Haushalte in der Umgebung des Stadteingangs verteilt.

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