Autofahrer hatten viele Fragen zur Umweltzone

Telefonaktion

Wenn die Zufahrt zu den Umweltzonen strenger geregelt wird, müssen viele PKW-Besitzer ihre Autos umrüsten. Doch das ist je nach Modell sehr schwer. Bei unserer Telefonaktion zur Umweltzone hatten die Autofahrer viele Fragen. Hier die wichtigsten Antworten.

DORTMUND

von Von Peter Bandermann

, 11.01.2012, 19:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Anrufer hatten viele Fragen zur Umweltzone.

Die Anrufer hatten viele Fragen zur Umweltzone.

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ADAC kritisiert Umweltzone: "Soziale Ausgrenzung"

Bei einer Telefonaktion der Ruhr Nachrichten übte der ADAC Westfalen harsche Kritik an der Umweltzonen-Regel für den PKW-Verkehr: Die Verordnung sei ökologisch fragwürdig und führe wegen hoher Kosten zu einer sozialen Ausgrenzung von Rentnern, Berufsanfängern und Hartz-4-Empfängern.
11.01.2012
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Auch Detlev Lückel von Hond Heinen mit mehreren Autohäusern im Ruhrgebiet hatte viele Senioren am Telefon. Ihnen riet er, den alten Diesel zu verkaufen und auf Benzin-PKW umzusatteln.© Foto: Peter Bandermann
Der Hauptgeschäftsführer des deutschen Kraftfahrzeuggewerbes in NRW, Dieter Paust aus Düsseldorf, informierte viele Anrufer über die Nachrüstbarkeit ihrer PKW - und musste oft enttäuschen.© Foto: Peter Bandermann
Dr. Peter Meintz vom ADAC Westfalen musste sich während der Telefonaktion den Ärger vieler älterer Autofahrer anhören. Sie fahren top-gepflegte PKW mit nur wenig Kilometern auf dem Tacho, die aber älter als zehn Jahre und nicht mehr nachrüstbar sind.© Foto: Peter Bandermann
Lutz Michallek, BMW-Niderlassung Dortmund: "Ältere Autofahrer mit älteren Autos haben das Nachsehen. Ich bin überrascht über diese soziale Komponente."© Foto: Peter Bandermann
Sie informierten am Telefon der Ruhr Nachrichten (von links): Dr. Peter Meintz vom ADAC Westfalen, Lutz Michallek von der BMW-Niederlassung in Dortmund, Detlev Lückel (Honda Heinen) und Dieter Paust als Hauptgeschäftsführer des deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (Landesverband NRW).© Foto: Peter Bandermann

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ADAC kritisiert Umweltzone: "Soziale Ausgrenzung"

Bei einer Telefonaktion der Ruhr Nachrichten übte der ADAC Westfalen harsche Kritik an der Umweltzonen-Regel für den PKW-Verkehr: Die Verordnung sei ökologisch fragwürdig und führe wegen hoher Kosten zu einer sozialen Ausgrenzung von Rentnern, Berufsanfängern und Hartz-4-Empfängern.
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Auch Detlev Lückel von Hond Heinen mit mehreren Autohäusern im Ruhrgebiet hatte viele Senioren am Telefon. Ihnen riet er, den alten Diesel zu verkaufen und auf Benzin-PKW umzusatteln.© Foto: Peter Bandermann
Der Hauptgeschäftsführer des deutschen Kraftfahrzeuggewerbes in NRW, Dieter Paust aus Düsseldorf, informierte viele Anrufer über die Nachrüstbarkeit ihrer PKW - und musste oft enttäuschen.© Foto: Peter Bandermann
Dr. Peter Meintz vom ADAC Westfalen musste sich während der Telefonaktion den Ärger vieler älterer Autofahrer anhören. Sie fahren top-gepflegte PKW mit nur wenig Kilometern auf dem Tacho, die aber älter als zehn Jahre und nicht mehr nachrüstbar sind.© Foto: Peter Bandermann
Lutz Michallek, BMW-Niderlassung Dortmund: "Ältere Autofahrer mit älteren Autos haben das Nachsehen. Ich bin überrascht über diese soziale Komponente."© Foto: Peter Bandermann
Sie informierten am Telefon der Ruhr Nachrichten (von links): Dr. Peter Meintz vom ADAC Westfalen, Lutz Michallek von der BMW-Niederlassung in Dortmund, Detlev Lückel (Honda Heinen) und Dieter Paust als Hauptgeschäftsführer des deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (Landesverband NRW).© Foto: Peter Bandermann

 

Sehr viele sogar: Da war der Eigentümer eines 2008 zugelassenen Wohnmobils, das über 50 000 Euro gekostet hat und aus technischen nicht nachgerüstet werden kann. Der Tipp von Dieter Paust: Der TÜV soll die Nicht-Nachrüstbarkeit bescheinigen. Diese Bescheinigung unter der vorhandenen gelben Umweltplakette hinter die Windschutzscheibe legen – schon ist die bundeseinheitlich geregelte Ausnahme fertig. Ein weiteres Beispiel: Ein Senior wollte sich nicht von seinem geliebten Mercedes 123 trennen, der 29 Jahre und 11 Monate alt ist. Paust zum Anrufer: „Warten Sie noch vier Wochen und lassen sie den Wagen zum Oldtimer umschreiben – dann brauchen Sie keine Plakette.“ 

Die Kosten reichen, je nach PKW, von rund 700 bis zu 1900 Euro. Die Rechnung kann damit schnell eine Dimension annehmen, die zum Nachdenken über einen Verkauf des Diesel-PKW zwingt. Die Filter sollen Rußpartikel aus den Abgasen filtern. Der ADAC hat allerdings Zweifel an der Wirksamkeit, weil in Städten die LKW einen Anteil von 50 Prozent tragen würden. Zudem sei die Partikelbelastung in einer Stadt von der Wetterlage abhängig. 

Lutz Michallek von der BMW-Niederlassung am Rombergpark und Detlev Lückel von Honda Heinen raten zum Verkauf des Diesel-PKW. Autofahrer sollten auf einen Benziner umsteigen. 

Ein KFZ-Meisterbetrieb. Ein Preisvergleich lohnt sich.

Die Umweltzone ist mit dem Zwang zur Partikelfilternachrüstung für bestimmte Diesel-PKW aus Sicht des ADAC ökologisch fragwürdig und sozial ungerecht.

95 Prozent der Anrufer waren zwischen 65 und 80 Jahre alt. Sie fahren meist sehr gepflegte PKW, die um die zehn Jahre alt sind und etwa 50 000 Kilometer auf dem Tacho haben. Dieter Paust vom NRW-Kraftfahrzeuggewerbe und Dr. Peter Meintz vom ADAC konnten in Datenbanken feststellen, dass ihre Diesel-PKW nicht nachrüstbar sind – und mussten sich viel Ärger anhören.   

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