Ausnahmezustand vor Sparkasse: Parkplatz-Not lädt zum „Wild-Parken“ ein

dzSparkasse Dortmund

Nachdem die umliegenden Filialen geschlossen wurden, hat eine Sparkassen-Filiale in Dortmund an Beliebtheit gewonnen. Obwohl es Kundenparkplätze gibt, werden die Nebenstraßen zugeparkt.

Kirchlinde

, 16.03.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zum Monatswechsel und zum 15. eines Monats wird es richtig voll. Sparkassen-Kunden wollen wie viele andere Bankkunden in ihrer Filiale frisch überwiesenes Geld abheben oder – wenn sie kein Online-Banking nutzen – vor Ort selbst

Überweisungen tätigen.

Seit die Filialen in Marten, Westrich und Rahm geschlossen wurden, überrennen die Kunden die Sparkassen-Filiale an der Rahmer Straße 387 in Kirchlinde. „Die ersten Tage nach dem Monatswechsel und um den 15. eines Monats herum herrscht hier Ausnahmezustand“, sagt Anwohner Hubertus Feldmann.

Er wohnt in der angrenzenden Wasserstraße, einer Anliegerstraße, die den Sparkassen-Kunden als Parkplatz dient – allerdings nicht offiziell. Denn Fahren und Parken dürfen hier eigentlich nur die Anwohner.

Vorhandene Kundenparkplätze bergen Unfall-Gefahr

„Aber die Kundenparkplätze der Sparkasse reichen zu Stoßzeiten nicht annähernd aus“, sagt Hubertus Feldmann. Dabei bietet die Kirchlinder Filiale direkt vor der Tür vier Parkplätze und zur Verheißungskirche hin ist Platz für circa zehn bis 15 Autos.

Jedoch werden die Parkplätze neben der Kirche kaum genutzt. Einerseits sind sie weiter weg vom Eingang, andererseits sei es hier schon häufiger zu Unfällen gekommen. „Die Ein- und Ausfahrt ist kurz vor der Ampel an der Rahmer Straße“, erklärt Hubertus Feldmann.

Die Sparkassen-Filiale in Kirchlinde bietet zwar eigene Kundenparkplätze, einige davon werden jedoch kaum genutzt.

Die Sparkassen-Filiale in Kirchlinde bietet zwar eigene Kundenparkplätze, einige davon werden jedoch kaum genutzt. © Carolin West

Passe hier ein Autofahrer nicht richtig auf, komme es leicht zu einem Zusammenstoß. „Diejenigen, die das schon einmal mitbekommen haben, trauen sich nicht mehr, ihr Auto dort abzustellen.“

Das Parken in der Wasserstraße könne jedoch keine Alternative sein. Abgesehen davon, dass es sich um eine Anliegerstraße handele, behindern die Sparkassenkunden den Verkehr – und bringen damit sogar die Anwohner in Gefahr.

Feuerwehr und Krankenwagen kommen kaum durch

Die Müllabfuhr, die sich an den Besucher-stärksten Tagen kaum zwischen den parkenden Autos hindurchschlängeln könne, sei noch das geringste Problem – aber dennoch ärgerlich. Schlimmer sei jedoch, dass auch lebensnotwendiger Verkehr kaum Chancen habe, die Straße zu befahren.

„Vor Kurzem kam die Feuerwehr kaum durch“, erzählt Hubertus Feldmann. Die Anwohner sorgen sich um Krankenwagen, die im Notfall nicht durchkommen. „Wir haben natürlich Verständnis, gerade für Ältere, die alles vor Ort und nicht online regeln wollen“, sagt Feldmann. „Aber die Park-Situation geht so nicht.“

Bereits vor circa drei Jahren habe es eine Unterschriften-Sammlung gegeben, damit die Sparkasse mehr und sichereren Parkraum schaffe. Passiert sei jedoch bislang nichts.

Eine Anfrage der Redaktion an die Sparkasse Dortmund nach Lösungsmöglichkeiten läuft.

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