Ausgezeichnete Betreuung

Im Süden Deutschland soll kinderfreundlicher werden. Deshalb hat das Land im Januar 2006 mit dem Gütesiegel "Familienzentrum" Kindergärten und -tagesstätten ermuntert, sich zu qualifizieren und sich ihrem Stadtteil zu öffnen.

02.07.2008, 17:46 Uhr / Lesedauer: 1 min

In Dortmund waren sieben Einrichtungen Pioniere, die das Land ausgewählt hat. Ab der zweiten Phase vergab das Jugendamt das Gütesiegel. Und hat dafür einen Leistungskatalog mit 112 Gütekriterien erarbeitet, die ein Familienzentrum erfüllen sollte. Ein Jahr haben die Kindergärten, die sich beworben haben, Zeit, ihr Profil als Familienzentrum zu entwickeln und Kompetenzpunkte zu sammeln.

Schaffen sie das, bekommen sie das Gütesiegel und vom Land 12 000 Euro pro Jahr. Die Zertifizierung ist fünf Jahre gültig; wenn die Einrichtungen dann Kompetenz eingebüßt haben, müssen sie das Gütesiegel wieder abgeben. 86 Dortmunder Kindergärten und Tagesstätten werden bis 2012 qualifiziert sein - rund ein Drittel aller Einrichtungen.

Nach Bedarf, nach Geburtenstärke in den Stadtbezirken und sozialen Gesichtspunkten ermuntert das Jugendamt die Kindergärten, sich zu qualifizieren.

Ziel ist es, in den Familienzentren auch Eltern zu erreichen, deren Kinder keinen Kindergarten besuchen, und ihnen damit Erziehungshilfen zu geben. Die 12 000 Euro müssen in zusätzliche Angebote investiert werden, die andere Kindertagesstätten nicht anbieten. Zum Beispiel in Erziehungsberatungsangebote, Lese- und Sprachförderung oder den Kauf von Mobilar, das den Kindergarten für Besucher öffnen soll. Auch eine Kiste Lego darf von dem Geld angeschafft werden, z.B. wenn sie Ausstattung für ein neues Müttercafé ist.

In erster Linie würde das Geld in Personal investiert, in die Fort- und Ausbildung der Erzieherinnen, in den Einkauf zusätzlicher Beratungsstunden, weiß Norbert Enters, Fachberater beim Jugendamt, der für die Entwicklung und Beratung von Familienzentren zuständig ist. "Die Belastung für die Mitarbeiter ist extrem hoch in einem Familienzentrum", so Entres. Noch gibt es nicht mehr Bewerber als Gütesiegel. Und das Jugendamt spricht auch gezielt Kindergärten an, geht auf die Träger zu, um alle Stadtteile sozial sinnvoll zu versorgen. JG

www.familienzentrum.nrw.de

Lesen Sie jetzt