Aufräumen nach der Regenflut

DORTMUND Nach dem "Jahrhundert-Regen" vom Samstag läuft in den am stärksten betroffenen Stadtteilen im Dortmunder Westen und Südwesten das große Aufräumen. Das Ausmaß der Schäden ist noch immer nicht zu übersehen.

von Von Oliver Volmerich

, 28.07.2008, 14:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

870 Mal leistete die Feuerwehr bis zum Montagvormittag Hilfe für Unwetter-Betroffene. Mehr als 4500 Notrufe waren unter der Notrufnummer 112 im Laufe des Wochenende eingegangen. Die Zusammenarbeit der Helfer habe gut funktioniert, bilanzierte am Montag Dortmunds Feuerwehr-Dezernentin Dr. Christiane Uthemann. Allerdings: Ganze Straßenzüge stehen teilweise noch immer unter Wasser. Man könne manche Keller erst jetzt auspumpen, weil immer noch Grundwasser nachgelaufen sei, erklärte der stellvertretende Feuerwehr-Chef Detlev Harries. Unterdessen hat auch bei der Stadt die Bestandsaufnahme der Schäden begonnen. Zum Teil wurden Fahrbahnen unterspült und Asphaltdecken beschädigt. "Wir verschaffen uns erst einmal einen Überblick", erklärte der Leiter des Tiefbauamtes Hubert Keune. Zugleich stellten die Experten klar, dass das Ausmaß des Unwetters auch mit noch größerer Vorsorge nicht hätte verhindert werden können. "Kein System der Welt hätte das verhindern können", betonte Keune mit Blick auf Kanalisation und technische Anlagen. Innerhalb von zwei Stunden seien mehr als 200 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen, durchschnittlich seien es im gesamten Monat Juli sonst 80 Liter."Alle technischen Einrichtungen haben gehalten", erklärte auch Raimund Echerhoff für die Emschergenossenschaft. Das Pumpwerk am Oespeler Bach sei erst durch das Hochwasser teilweise ausgefallen. Die Pumpen hätten mit Höchstleistung gearbeitet. Die Emscher und ihre Nebenflüsse im Dortmunder Westen waren am Samstag innerhalb weniger Minuten über die Ufer getreten und sich in reißenede Flüsse verwandelt. Auch die derzeit laufende Emscherrenaturierung mit der Schaffung neuer Regenrückhalte-Becken und Flutungsgebiete hätte die Folgen des Jahrhundert-Unwetters allenfalls dämpfen können. Den Opfern von Regen und Hochwasser verspricht die Stadt weiterhin unbürokratische Hilfe - etwa über das Sozialamt. Und auch die EDG will bei der Sperrmüllabfuhr den Betroffenen entgegenkommen. Man habe kurzfristig den Recyclinghof in Huckarde und das Wertstoffzentrum an der Pottgießerstraße geöffnet. Hier könne Sperrmüll für einen Einheitspreis von 10 Euro abgegeben werden. Für die Abholung von Sperrmüll in den nächsten Tagen habe man zusätzliche Fahrzeuge angemietet, erklärte EDG-Sprecher Matthias Kienitz. EDG hat gut zu tun Gut zu tun hat die Entsorgung Dortmund auch mit der Reinigung der betroffenen Straßenzüge. Alle Fahrzeuge der Straßenreinigung seien im Dortmunder Westen unterwegs. Glück im Unglück: Das Jahrhundert-Unwetter hat keine Verletzten gefordert. Auch zu verstärkter Kriminalität im Umfeld sei es nicht gekommen, bilanzierte Polizeisprecher Wolfgang Wieland. Er kritisierte allerdings Katastrophen-Touristen, die zum Teil die Aufräumarbeiten behindert hätten.

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