Autos von Gehwegparkern droht in Brackel der Abschlepphaken

dzGehwegparken

Wohin mit dem Auto? Die Antwort auf diese Frage dürfte demnächst für die Bewohner der kleinen Brackeler Straße Auf dem Sonneborn deutlich schwieriger zu beantworten sein.

Brackel

, 22.03.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach der Beschwerde wegen des zugeparkten Gehweges in der Straße Auf dem Sonneborn in Brackel hat das Tiefbauamt festgestellt, dass die Autos dort korrekt halb auf dem Gehweg stehen, weil 1965 durch die Beschilderung das Gehweg-Parken erlaubt wurde.

Das war schon damals eine fragwürdige Entscheidung, da der Gehweg damit faktisch unpassierbar wurde. Heute ist das rechtlich gar nicht mehr möglich, weil die Restbreite des Gehweges oftmals weniger als 50 Zentimeter beträgt. Daher wird das Tiefbauamt die Schilder in den nächsten Tagen entfernen. Damit ist das Parken auf dem Gehweg nicht mehr gestattet. Da die Straße sehr schmal ist, kann aber auch dort nicht geparkt werden - die Restbreite läge dann deutlich unter den geforderten 3,05 Metern. Das heißt im Klartext: in der gesamten Straße kann nicht mehr geparkt werden. Autos dürfen allenfalls in dem aufgeweiteten Bereich in der Mitte abgestellt werden. Wichtig ist dabei, dass auch dort die geforderte Restbreite der Straße erhalten bleibt.

Wer auf der Straße Auf dem Sonnenborn künftig so parkt, muss mit einer hohen Geldstrafe rechnen

© privat

Die Mitglieder der Bezirksvertretung Brackel haben nach der letzten Sitzung das Problem erörtert. Eine Lösung, um in der Straße weiterhin parken zu dürfen, sehen sie nicht. Auch das Tiefbauamt sieht keine Möglichkeit außer einem Umbau der Straße zu einer verkehrsberuhigten Zone ohne Gehwege mit einigen wenigen markierten Stellplätzen. Dass allerdings würde auf eine größere Baumaßnahme hinauslaufen, die zu Lasten der Grundstückseigentümer geht. Nach dem Kommunalabgabengesetz KAG ist die Stadt verpflichtet, die Kosten für einen solchen Umbau umzulegen und da es sich hier um eine reine Anliegerstraße handelt, ist hier mehr als die Hälfte der Kosten von den Anliegern aufzubringen.

Da das Gehwegparken in der Straße lange praktiziert wurde, ist es der Bezirksvertretung wichtig, die Bewohner über diese Änderung zu informieren, ehe jemand aus Gewohnheit weiterhin dort parkt und dann verwarnt wird. Zumal die Gebührenhöhe in den nächsten Monaten drastisch steigen wird. Bundestag und Bundesrat haben hier eine spürbare Erhöhung beschlossen, so dass für das Parken hier bis 100 Euro und ein Punkt in Flensburg zusammen kommen können. Dazu müssen die Fahrzeuge sofort abgeschleppt werden, wenn auf dem Gehweg weniger als 1,05 Meter frei bleibt oder die Straßenrestbreite unter 3,05 Meter sinkt. Beides ist hier der Fall.

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