Asselner Honigmann verkauft den ersten eigenen Honig des Jahres

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Wer Imker werden will, darf nicht zimperlich sein: Gelegentliche Stiche gehören dazu. Der „Asselner Honigmann“ Christian Herrmann ist Hobby-Imker. Den ersten Honig konnte er 2020 früher ernten.

Asseln

, 02.05.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Christian Herrmann, der „Asselner Honigmann“, ist Bienenfan durch und durch. „Es ist unglaublich zu sehen, wie diese Tiere arbeiten“, sagt er, „und ich sehe nirgendwo sonst in der Natur einen solchen sozialen Zusammenhalt, jedes Tier hat seine feste Aufgabe.“

Nun meldet Herrmann: „Der erste Honig des Jahres 2020 ist da.“ Das sei in diesem Jahr ein bis zwei Wochen früher der Fall als sonst. Grund sei das schöne Wetter, das fast den gesamten April über Bestand gehabt habe. „Da hat so viel geblüht, die Rapsfelder stehen hoch, die Bienen konnten aus dem Vollen schöpfen.“

Der Honig habe nur einen Wasseranteil von 15,1 Prozent. „Fachleute wissen, dass das ein sehr guter Wert ist“, sagt Herrmann, „und für eine gute Qualität des Honigs steht.“

So sehen die Waben im Bienenstock von Christian Herrmann aus

So sehen die Waben im Bienenstock von Christian Herrmann aus. © Christian Herrmann

Christian Herrmann hat vor elf Jahren mit der Bienenzucht begonnen. „Damals habe ich mit fünf oder sechs Bienenvölkern angefangen“, sagt er. Dann habe ihn die Leidenschaft für diese Tiere immer mehr gepackt und er habe mittlerweile 20 Bienenvölker und zwei Jungvölker.

Ein Profi-Imker sei er damit aber noch nicht. Das fange erst bei 30 Völkern an. Er sei nach wie vor ein Hobby-Imker, der aber dennoch jeden Tag mit seinen Tieren zu tun habe. Das gehe von April bis Juli so. An Urlaub sei in dieser Zeit nicht zu denken. Seinen letzten Urlaub habe er im Februar gemacht.

Lob für das Engagement der Bezirksvertretung Brackel

Auch wenn die Bienen momentan genug Nektar finden, lobt Christian Herrmann das Engagement von Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Czierpka, dem SPD-Politiker Holger Knöpker und der gesamten Bezirksvertretung Brackel für Bienenweiden.

Problem für die Tiere seien die Monate ab Juli, wenn kaum noch etwas blühe: „Dann steht zwar der Mais hoch“, sagt Herrmann, „aber von Mais haben die Bienen nichts.“

In dieser Zeit sei es wichtig für die Tiere, andere Pflanzen zu finden, die noch blühen – wie zum Beispiel die Wildblumen, die eben auf einer Bienenweide wachsen. Herrmann sieht teilweise die Monokultur der Landwirte als Grund für die Misere. Früher habe es mehr Mischbewirtschaftung gegeben.

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Der 64-Jährige, der sich im Imkerverein Herdecke-Ende und im Landesverband Westfälischer und Lippischer Imker engagiert, empfiehlt sein Hobby auch jungen Menschen, die nach einer interessanten Beschäftigung suchen.

Viele sehen das wohl genauso: Die Imkerei erlebt derzeit einen Boom. Allerdings müsse man sich darüber im Klaren sein, dass es etwas ist, das sehr viel Arbeit macht. Und man dürfe nicht allzu zimperlich sein: Dass man mal gestochen wird, gehöre einfach dazu.

Christian Herrmann bietet seinen Honig auch zum Verkauf an. Das Glas kostet 5,50 Euro. Interessierte können sich einfach unter Tel. (0231) 27353 melden.

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